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Flugsicherheitsexperte „Ein Sekundenschlaf ist nicht ungewöhnlich“

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„Reform der Regelungen ist überfällig“

Gehen die Vorschläge der EASA zur Arbeitszeit der Piloten auf die gestiegene Belastung ein?

Die Neuordnung der EASA sieht vor, die Flugdienstzeiten am menschlichen Biorhythmus anzulehnen. Der Pilot, der nachts fliegt, soll also weniger fliegen, als der, der morgens ausgeschlafen anfängt. Außerdem soll die Ruhezeit de facto verlängert werden. Sie liegt nach den Vorschlägen zwar weiter bei zehn Stunden, doch bisher waren darin die Fahrt zum Hotel, die Aufstehzeit und das Frühstück enthalten. Die Pausenzeit würde in Zukunft länger.

Das wäre eine Verbesserung für die Piloten deutscher Fluggesellschaften. Warum schlägt die Pilotenvereinigung Cockpit trotzdem Alarm?

Über die EASA-Vorschläge wird schon seit Jahren diskutiert. Die Unternehmen wollen Kosten sparen, die Piloten eine Überlastung verhindern. Bei der Flugdienstzeit gäbe es meiner Einschätzung eine kleine Verschlechterung für die Piloten, weil sie bei innerdeutschen oder innereuropäischen Flügen tagsüber mehr Strecken fliegen müssten. Allerdings würden sie in der Nacht entlastet und bei Langstreckenflügen müssten sie auch maximal noch 13 Stunden arbeiten.

13 Stunden am Stück zu arbeiten ist aber immer noch sehr lang.

Bisher gilt in Deutschland sogar die Regel, dass in einem Sieben-Tage-Rhythmus an zwei Tagen bis zu 14 Stunden Flugdienstzeit möglich sind. Von Frankfurt brauchen sie bis Buenos Aires zwölf Stunden und 30 bis 50 Minuten. Wenn sie Gegenwind haben, dann dauert allein der Flug schon mehr als 14 Stunden. Die Vorbereitung auf den Flug und das Ausschecken nach der Landung sind da noch nicht mit eingeschlossen, gehören aber zur Dienstzeit. Dann kann der Kapitän der Maschine nach Rücksprache mit seiner Crew entscheiden, dass die Arbeitszeit auf 16 Stunden verlängert wird. Eine Reform der bisherigen Regelungen ist also überfällig.

Siegfried Niedek ist Flugsicherheitsexperte und Präsident des Vereins Luftfahrt-Akademie/The Aviation Academy in Berlin.

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