Flugsicherung senkt Gebühren Ein Segen für Lufthansa und Air Berlin

Die Deutsche Flugsicherung senkt die Gebühren für Starts, Landungen und Flugstrecken. In Zeiten knapper Margen und der Konkurrenz durch Billigflieger können sich darüber besonders die deutschen Airlines freuen.
Update: 08.02.2016 - 15:18 Uhr
Die größten deutschen Airlines profitieren besonders von der Gebührensenkung der Flugsicherung. Quelle: dpa
Lufthansa und Air Berlin

Die größten deutschen Airlines profitieren besonders von der Gebührensenkung der Flugsicherung.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Flugsicherung (DFS) senkt die Gebühren für Airlines wie Lufthansa und Air Berlin. Für eine Flugstrecke werden 2016 gut acht Prozent weniger berechnet, wie die DFS am Montag mitteilte. Für die Koordination von Starts und Landungen werden zwölf Prozent weniger fällig. Von dieser Gebührensenkung profitieren insbesondere Airlines, die häufig in Deutschland starten und landen, also die einheimischen Gesellschaften.

Die Senkung ist möglich, da das bundeseigene Unternehmen seine Kosten drückte. Seit dem Amtsantritt der derzeitigen Chefs Hans-Dieter Scheurle wurden etwa 400 Verwaltungsstellen abgebaut. Derzeit zählt die in Langen bei Frankfurt angesiedelte Firma 5700 Mitarbeiter, davon sind 1900 Fluglotsen.

Der Gebührenschnitt ist ein Segen für die Fluggesellschaften, die mit dünnen Gewinnmargen fliegen. Airlines klagen seit langem, dass die Abgaben für die Flugsicherungen sowie Airport-Gebühren ständig steigen würden, während die Ticketpreise aufgrund der harten Konkurrenz nicht erhöht werden könnten. Für einen Flug mit einem Airbus A320 von Hamburg nach München zahle eine Fluggesellschaft jetzt 768,22 Euro, rechnet die DFS vor. Umgerechnet seien das etwa 4,60 Euro pro Passagier.

Die Absenkung der Gebühr sei leider nur die halbe Wahrheit, erklärte hingegen der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel. Der Rückgang im Jahr 2016 gleiche den Gebührenanstieg aus dem Jahr zuvor nur zum Teil wieder aus. Unter dem Strich liege die Streckengebühr heute um sieben Prozent höher als noch vor zwei Jahren, was für die Gesellschaften eine Mehrbelastung von rund 60 Millionen Euro im Jahr bedeute. „Deutschland bleibt das Land mit der dritt-teuersten Streckengebühr in Europa. Teurer als in Deutschland sind Flugsicherungsgebühren im Streckenbereich nur in der Schweiz und im Vereinigten Königreich.“

Engel forderte von der Politik eine Kostenentlastung der DFS. Gemeint sind damit insbesondere die wachsenden Pensionslasten für die Fluglotsen, die beispielsweise in Frankreich direkt vom Staat übernommen würden. Bei der privatrechtlich organisierten Bundes-Tochter DFS GmbH schlagen hingegen in der aktuellen Niedrigzinsphase die fehlenden Zinseinnahmen voll auf den Haushalt durch, sodass höhere Gebühren unausweichlich erschienen.

So geht Fliegen im Jahr 2020
Flug in die Zukunft
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Wir schreiben den 20. Februar 2020. Der Winter hält das Land fest im Griff. Seit Wochen liegt Schnee, nervt die Kälte. Meine Frau und ich sind genervt, sehnen uns nach Sonne. Im Fernsehen läuft ein Bericht über den bevorstehenden Mobilfunk-Kongress in Barcelona. Bilder werden gezeigt von Menschen, die in der spanischen Metropole in T-Shirts die ersten Sonnenstrahlen genießen. Wir schauen uns an: Barcelona – ja das wäre es jetzt. Meine Frau greift zum iPhone und startet die Suche.

Flugsuche
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Blitzschnell wird meine Frau fündig. Mit wenigen „Handgriffen“ kaufen wir die Tickets und checken auch mobil schon mal ein. Fünf Jahre zuvor wäre das noch unmöglich gewesen. Damals musste man auf zig Seiten schauen, waren die Preissysteme der Airlines komplex und teilweise intransparent. Dank der Technologie und klaren Verbraucherschutz-Regeln hat sich das mittlerweile radikal geändert.

Anreise
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Schon während der Anreise übermittelt unser Auto den aktuellen Standort an die Airline und den Flughafen Düsseldorf. Deren IT nennt unserem Navigationssystem einen Parkplatz nahe am Abflug-Gate. Dort übernimmt ein Park-Roboter das Auto, wir können sofort zum Gate aufbrechen, müssen nicht mühsam einen Parkplatz suchen.

Gepäck
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Sobald wir den Flughafen betreten, meldet sich unser Smartphone und führt uns zum Gepäck-Automaten, wo der Koffer ohne Zeitverzögerung aufgegeben werden kann. Gerade einmal 25 Sekunden dauert das Prozedere, Schlange stehen ist Vergangenheit.

Der Weg zum Gate
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Das Smartphone sagt, dass wir etwa zehn Minuten bis zum Gate brauchen, der Flug aber 15 Minuten später starten wird. Wir erhalten persönlich abgestimmte Einkaufsmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung angezeigt, um die Zeit zu überbrücken. Später meldet sich das Smartphone und sagt, es sei Zeit zum Aufbruch.

An der Security
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Zwei andere Interkontinentalflüge starten verspätet, ungewöhnlich viele Menschen müssen deshalb durch die Kontrolle. Kein Problem: Dank der Funksignale der Smartphones kann der Flughafen die Passagierströme analysieren und der Security rechtzeitig sagen, dass kurzfristig mehr Personal benötigt wird. Unsere Kontrolle dauert nur wenige Minuten.

Kurz vor dem Gate
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Die Verspätung des Fluges hat sich auf 30 Minuten erhöht. Die Fluggesellschaft schickt uns einen Gutschein für einen kostenlosen Kaffee auf das Smartphone, gültig für eine Kaffee-Bar in unmittelbarer Nähe zum Gate.

Die Zahl der Verkehrs- und Militärflüge im deutschen Luftraum war im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 wieder auf mehr als drei Millionen gestiegen. Die Deutsche Flugsicherung berichtete zuletzt von exakt 3.029.066 Flugbewegungen, die sie 2015 kontrolliert hat. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das ein Plus von 1,6 Prozent. In den Jahren 2012 und 2013 war der Flugverkehr im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr noch zurückgegangen. Der Rekord von 2008 mit 3,15 Millionen Flugbewegungen wurde erneut verfehlt.

Deutlich mehr als ein Drittel (37,5 Prozent) der Bewegungen waren reine Überflüge. Inlandsflüge machten knapp 11 Prozent aus. Anfang November 2015 hatte der siebentägige Flugbegleiter-Streik bei der Lufthansa für einen starken Einbruch gesorgt.

  • rtr
  • dpa
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