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Flugzeugbauer Neustart der Boeing 737 Max verzögert sich

Die US-Flugaufsicht nimmt sich mehr Zeit für die Prüfung der Boeing 737 Max. Die erhoffte Wiederzulassung im vierten Quartal steht auf der Kippe.
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Rund 200 737 Max musste Boeing bereits parken. Langsam wird der Platz eng. Quelle: AFP
Produktionsstau

Rund 200 737 Max musste Boeing bereits parken. Langsam wird der Platz eng.

(Foto: AFP)

Frankfurt Die Fluggesellschaften können wohl die Hoffnung begraben, den Mittestreckenjet Boeing 737 Max im vierten Quartal wieder einsetzen zu können. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat jetzt bekanntgegeben, dass der eingesetzte Sonderausschuss, der für die Wiederzulassung des beliebten Flugzeugs verantwortlich ist, länger braucht als zunächst geplant.

Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines – ein wichtiger Kunde für die Max – reagierte umgehend. Man werde Flüge mit dem Kurz- und Mittelstreckenjet für einen weiteren Monat aussetzen, konkret bis zum 19. Dezember. Damit werden bei der Airline nun wegen des Debakels mit der Max rund 9 500 Flüge ausfallen. Der US-Billiganbieter Southwest Airlines hatte kürzlich seine Flüge mit der Max bis Anfang Januar gestrichen.

Die 737 Max hatte im März nach zwei Abstürzen mit fast 350 Toten Flugverbot erhalten. Der Jet ist eine Modernisierung der seit vielen Jahren gebauten 737. Dabei hat der US-Luftfahrtkonzern offensichtlich schwerwiegende Fehler gemacht. Derzeit ändert Boeing ein automatisches Stabilisierungssystem, das wohl maßgeblichen Anteil an den beiden Katastrophen haben soll.

Es soll eigentlich verhindern, dass die Max zu schnell zu steil aufsteigt und die Strömung abreißt. Nach bisherigen Ermittlungen hat das System zu stark eingegriffen und die Flugzeuge regelrecht in einen Sturzflug gedrückt.
Boeing-Chef Dennis Muilenburg hatte kürzlich Hoffnungen geweckt, das Flugzeug könnte noch im vierten Quartal wieder zugelassen werden.

Der Druck ist gewaltig

Einen Ausfall in der kommenden Wintersaison könnten die Kunden noch recht gut verkraften. In den Wintermonaten ist die Nachfrage nach Flugtickets geringer als im Sommer. Die Airlines brauchen also sowieso weniger Fluggerät.

Je später allerdings die überarbeitete Max wieder „eingeflottet“ werden kann, desto enger wird es für den kommenden Sommer. Denn die Fluggesellschaften beginnen sehr früh mit den Planungen. Zudem können neue Flugzeuge nur sukzessive in den Flugplan integriert werden. In Europa warten unter anderem Ryanair, Tuifly und SunExpress auf den Flugzeugtyp.

Aber auch der Hersteller steht unter Druck. Boeing hat zwar die Produktionsrate reduziert. Dennoch musste der Konzern mittlerweile 200 Max parken. Muilenburg hat deshalb kürzlich öffentlich einen kompletten Produktionsstopp in Erwägung gezogen. Das wäre allerdings eine sehr weitreichende Entscheidung. Denn an der Max-Fertigung hängen zahlreiche Zulieferbetriebe, viele davon sind nicht sehr groß und könnten einen Produktionsausfall nur schwer verkraften.

Das Beratungsunternehmen Alixpartners schätzt, dass an der Max insgesamt rund 90.000 Arbeitskräfte hängen.
Mehr: Boeing hat den geplanten Start der Auslieferungen seines Ultra-Langstreckenfliegers 777X verschoben. Der Erstflug soll nun erst 2020 stattfinden

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