Flugzeughersteller Airbus pocht auf Kredit der Bundesregierung

Airbus erwartet von Deutschland eine Finanzierungshilfe. Das Wirtschaftsministerium ist zwar zuversichtlich. Doch im Gegenzug möchte die Bundesregierung eindeutige Standortzusagen.
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Neuer Airbus ist wieder sicher am Boden
Airbus A350 XWB
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Der neue A350 des europäischen Flugzeugbauers Airbus ist zu seinem ersten Testflug abgehoben. Der Langstreckenflieger startete am Freitagvormittag planmäßig vom südfranzösischen Flughafen Toulouse-Blagnac zu einem vierstündigen Flug.

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Der Moment, als während des Testflugs das Fahrwerk eingefahren wurde – aus Sicherheitsgründen deutlich später als bei normalen Starts. (Screenshot via @brandonsblog)

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Hunderte Menschen hatten sich am Flughafen versammelt und wohnten dem Start der Maschine bei.

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Zwei Piloten und vier Ingenieuren prüften den Testflieger in unterschiedlichen Flughöhen auf Herz und Nieren. Dabei wurden unter anderem Fahrwerk, Landeklappen und Ruder verschiedenen Belastungsproben unterzogen.

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Der A350 überflog kurz vor Mittag die Pyrenäen. Die Maschine „verhält sich extrem gut“, sagte Pilot Peter Chandler per Videoschalte. Bis auf etwa 7500 Meter Höhe stieg der A350, aber noch nicht bis zur eigentlichen Reiseflughöhe von 10.000 Metern.

The new Airbus A350 lands at Toulouse-Blagnac airport after its maiden flight in southwestern France
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Ohne Zwischenfälle und begleitet von Jubel landete der Langstreckenflieger dann wie geplant kurz nach 14 Uhr in Blagnac.

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Kurz vorher zog die Maschine noch eine regelrechte Show ab: In weniger als hundert Metern Höhe überflog sie die Piste und schloss den Testflug mit einer großen Schleife am blauen Himmel über Toulouse ab.

BerlinNach dem Jungfernflug des neuen Airbus A350 pocht das Unternehmen auf eine rasche Auszahlung zugesagter Finanzierungshilfen der Bundesregierung. Airbus-Produktionschef Günter Butschek äußerte die Erwartung, dass die noch ausstehenden 600 Millionen Euro Kredit aus der 1,1 Milliarden Euro schweren Anschubfinanzierung für den neuen Langstreckenflieger nun überwiesen werden.

"Ich gehe davon aus, dass wir die Gespräche in den nächsten Wochen zu einem guten Ende bringen können", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Bundesregierung hatte das Geld auf Eis gelegt, um die Airbus-Mutter EADS dazu zu bringen, mehr Forschungs- und Entwicklungsbereiche in Deutschland anzusiedeln.

Auch das Wirtschaftsministerium zeigte sich grundsätzlich zuversichtlich, dass beide Seiten eine Lösung finden. "Über die Grundlinien einer solchen Verständigung herrscht bereits Einigkeit zwischen der Bundesregierung und Airbus", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Darlehenszahlungen sind allerdings nur dann möglich, wenn damit konkrete Gegenleistungen und Zusagen für die deutschen Standorte verbunden sind", machte er zugleich deutlich.

Laut "Spiegel"-Vorabbericht will das Ministerium, dass der Nachfolger des Kurzstreckenjets A30X maßgeblich in Deutschland entwickelt wird. In Managementkreisen werde hingegen betont, die Bundesregierung könne keine weiteren Zusagen zum A30X erwarten, wenn sie die halbe Milliarde nicht zahle.

Der französische Staat habe seine Entwicklungshilfen bereits ausbezahlt. Ein Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Airbus-Chef Fabrice Bregier vergangene Woche habe aus Sicht des Unternehmens keine Ergebnisse gebracht. Das Ministerium steht nach eigener Auskunft jedoch weiter in engem Kontakt mit dem Flugzeugbauer.

Butschek betonte: "Wir haben unsere Verpflichtungen übererfüllt." Er verwies zudem darauf, dass der A350 ein Jobmotor sei. "Wir haben 2011 und 2012 für dieses Flugzeug in Deutschland etwa 4000 Arbeitsplätze geschaffen. 2013 kommen nochmals bis zu 1000 Mitarbeiter dazu - auch wegen des A350 XWB", erläuterte er.

Am Freitag hatte Airbus im südfranzösischen Toulouse den erfolgreichen Jungfernflug des neuen Flugzeugs gefeiert und damit kurz vor der wichtigen Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris Akzente gesetzt. Der Langstreckenflieger soll vor allem dem Dreamliner 787 des US-Rivalen Boeing Konkurrenz machen. Der Test war der vorläufige Endpunkt einer achtjährigen Entwicklungsphase, die EADS 15 Milliarden Dollar gekostet hat.

Traumstart für den Airbus A 350

  • rtr
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7 Kommentare zu "Flugzeughersteller: Airbus pocht auf Kredit der Bundesregierung "

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  • Es ist gut und vorallem überfällig Klartext mit der Airbusführung zu reden. Mit der Gründung der Airbus SAS im Jahr 2000 hat eine Zentralisierung stattgefunden, die aus dem Partnerland Deutschland nur noch eine Airbus Operation GmbH übriglies.
    Franzosen haben einfach einen Hang zum Zentralismus und Machtanspruch, wir Deutsche sind auch nicht perfekt und haben auch unsere Macken. Dehalb muss man diese offen benennen und freundschaftlich korrigieren.

    Die Anzahl Arbeitsplätze ist eine Sache, aber die Qualität der Arbeit ist entscheidend. Das Programmmanagement zum A30x muss in Hamburg geleitet werden, also Entwicklung, Erstflüge, Zulassung sowie die Entmontage. Diese bitte auch mit TamTam wie in Toulouse eröffnen. Also europäischer und Deutscher Fahne zur Montagelinineneröffnung, eine Bennung der neuen Halle nach (?) sagen wir mal "Felix Kracht", dann der Erstflug mit Live Youtube Übertragung. USW. Die Webseite zu Airbus sollte die deutschen Anteile würdiger darstellen, es wird eine franz. Erfolgsgeschichte mit europäischen Anteilen suggeriert. Es reicht einfach nicht Frankfurt und Hamburg als Erstatzeillager aufzuführen. Warum nacht man keine Airbus SE (europäische Aktiengesellschaft) anstatt der SAS (französische Aktiengesellschaft) ? DAS wäre ein Zeichen von EUROPA!

  • Y-a-t-il de bons asiles psychiatriques en Allemagne?

  • Der Unterschied ist gigantisch. Inzwischen werden von Seiten der Lufthansa Lösungen gefordert. Wer will sich schon von toxischen Gasen die Gesundheit ruinieren lassen? Das Problem wurde lange Zeit unter den Teppich gekehrt. Die Ruhe ist vorbei.

  • @realist,

    genau so ist es; ich gehe da noch weiter:
    Wir wollen unseren Kaiser zurück, der Deutschland groß gemacht hat und uns in die Moderne geführt hat.
    Derweil versuchen unsere Politbonzen und insbesondere die Deutschhasser: Grüne, Sozen, Linken unser Land vor die Wand zu fahren.

  • ............ja Tomm, Du hast Recht. Du hast Recht Tomm (Chef von Airbus), daß Du in Berlin anklopfst, und um finanzielle Hilfe bittest. Warum? Nun will ich hier von meinem Empfinden sprechen, was zwischen Frankreich und Deutschland sich abspielt. Was spielt sich nun ab? Der Glaube an eine deutsch-französische Zusammenarbeit ist nur notgedrungen, weil es nicht anders geht. Also, daß Deutschland-Euro für die Entwicklung und Bau der Flugzeuge unabdingbar ist. Aber im Herzen steht Frankreich Deutschland diametral gegenüber. Am Liebsten würde man die Ehe Heute wie Morgen scheiden. Wieso? Nun, es ist keine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, sondern nur eine vernunftsgetriebene Zusammenarbeit. Freundschaft? Wie war das Freundschaft?, gab es nicht und wird es nie geben. Frankreich würde es heute gerne alleine machen. Es gibt eine abgrundtiefe Abneigung Deutschland gegenüber. Es gibt keine Freundschaft, nein, niemals. Das Gleiche zwischen Britanien und Deutschland. Wir sind ein Außenseiter und bleiben es. Wir sollten uns im Zweifelsfalle zurück ziehen. Wir sind anders wie die Anderen. Wir werden gehaßt und bewundert, niemals geliebt, mehr nicht. Wirklich? Ja, so ist es. Was ist zu tun? Nun, auf uns zu beziehen. Exportieren bis die Lichter ausgehen.
    Unsere "sogenannten Freund" (die gar keine sind) mit Ware aus deutschen Land überziehen, und alles in Deutschland machen, alles, aber auch alles hier produzieren. Wir Deutschen müssen uns neu erfinden, indem wir uns auf uns besinnen, und nicht abseits der Straße uns umschauen. Wir sind ein tolles Volk. Wir haben eine der schönsten und in der Fülle nicht zu überbietende Sprache. Für jedes Wort, für jeden Begriff gibt es unzählige Alternativen. Toll die deutsche Spache, toll. Keine andere Sprache hat diese Fülle, keine. Ich bin stolz Deutscher zu sein, haleluja!!!!!

  • Vollkommener Schwachsinn, die Technik eines Fliegers an einem so kleinen Detail fest zu machen. Man sieht doch, was Boeing mit der 787 für Probleme hat, was unter anderem auch an dem nicht vorhandenen Zapfluftsystem liegt. Da sie keine größere Kompetenz in dem Bereich zu besitzen scheinen, sollten sie sich vll etwas informieren und nicht auf die übliche Journalistenpolemik in dem Thema glauben

  • "Der Langstreckenflieger soll vor allem dem Dreamliner 787 des US-Rivalen Boeing konkurrenz machen"
    Wie soll das gehen? Der A350 XWB präsentiert alte Technik in neuer Hülle. Die Luft für die Kabine wird im Gegensatz zum Dreamliner immer noch über die Triebwerke entnommen. Das ist antiquiert und mit erheblichen Risiken für die Flugzeuginsassen behaftet. So wird das nichts.

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