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Flugzeugunglücke Boeing wusste bereits seit 2017 von Softwareproblem bei Unglücksflieger 737 Max

Boeing hatte bereits 2017 Kenntnis über ein Softwareproblem beim 737 Max. Der US-Luftfahrtbehörde teilte der Konzern das Problem aber erst nach dem Flugzeugabsturz in Indonesien mit.
Update: 06.05.2019 - 02:55 Uhr Kommentieren
Insgesamt starben bei zwei Flugzeugunglücken 346 Menschen. Quelle: Reuters
Boeing 737 Max

Insgesamt starben bei zwei Flugzeugunglücken 346 Menschen.

(Foto: Reuters)

Chicago Der US-Luftfahrtriese Boeing wusste bereits rund ein Jahr vor dem ersten Absturz einer 737-Max-Maschine von einem Softwareproblem der Modellreihe. Der Konzern räumte am Sonntag ein, bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der 737 Max im Mai 2017 festgestellt zu haben, dass ein Warnsystem in den Cockpits nicht richtig funktionierte. Boeing habe daraufhin zunächst eine interne Untersuchung gestartet, die zu dem Schluss gekommen sei, dass keine Beeinträchtigung der Flugsicherheit vorliege.

Mit diesem neuen Zugeständnis wird es eng für die juristische Verteidigung von Boeing und für das Top-Management. Viele Familien der Angehörigen klagen bereits gegen Boeing. Wenn sich herausstellen sollte, dass Boeing wider besseres Wissen auf höhere Sicherheitsvorkehrungen verzichtet hat, hätten die Anwälte ein leichteres Spiel.

Erst vergangene Woche hat das Unternehmen seine Rechtsabteilung neu aufgestellt: Der bisherige Chefjustiziar J. Michael Luttig wird sich ab sofort ganz der rechtlichen Aufarbeitung der Unglücke widmen.

Das Warnsystem sollte die Piloten warnen, wenn es Unstimmigkeiten zwischen den Sensoren gibt, die messen, wie steil das Flugzeug ansteigt. Offensichtlich war man auch in den Top-Etagen von Boeing anfangs davon ausgegangen, dass dieses Warnsystem serienmäßig eingebaut war. Doch die Ingenieure haben das Management aufgeklärt, dass dieser wichtige Service nur gegen Zuzahlung aktiviert wurde und damit nur bei rund 20 Prozent der Maschinen.

Serienmäßig war nur ein Sensor aktiviert. Wenn dieser – wie sehr wahrscheinlich bei den jüngsten zwei Abstürzen – fehlerhaft war, schaltete sich automatisch das MCAS Softwareprogramm ein. Dieses Programm neigte die Nase des Flugzeugs immer wieder nach unten, obwohl die Piloten versuchten, gegenzusteuern. Boeing hatte diese extra Software bei der 737 Max eingebaut, weil bei dem Modell die größeren Triebwerke weiter vorne eingebaut sind, und deshalb die Gefahr eines Steilflugs größer ist.

Boeings obere Führungsebene sei in diese Untersuchung vor einem Jahr nicht involviert gewesen und erst nach dem ersten Absturz einer 737-Max-Maschine in Indonesien am 29. Oktober 2018 auf das Problem aufmerksam geworden. Auch die US-Luftfahrtbehörde FAA sei erst rund eine Woche nach diesem Unglück darüber informiert worden. Im Dezember sei eine weitere Untersuchung durchgeführt worden, die ebenfalls ergeben habe, dass das Problem kein Sicherheitsrisiko darstelle, heißt es in der Boeing-Mitteilung.

Am 10. März war es zu einem zweiten Absturz einer 737 Max in Äthiopien gekommen. Insgesamt starben bei den Unglücken 346 Menschen.

Mit Agenturmaterial

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