Food-Start-ups Erfolgreich in der Nische

Ob Knochenbrühe oder Fitness-Würstchen: Neue Ernährungstrends bieten für Start-ups profitable Nischen. Doch neben dem Online-Vertrieb ist der Sprung in den Handel weiter wichtig für den Erfolg.
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Das Food-Start-up setzt auf traditionelle Suppenrezepte und gesunde Ernährung To-Go. Quelle: PR
Jarmino

Das Food-Start-up setzt auf traditionelle Suppenrezepte und gesunde Ernährung To-Go.

(Foto: PR)

KölnZwiebeln schneiden, das Fleisch von den Knochen abziehen – und alles stundenlang Einkochen lassen: Wer eine Knochenbrühe selbst machen will, ist mitunter stundenlang in der Küche beschäftigt. Für Menschen, die wenig Zeit haben und trotzdem auf das gesunde Trend-Nahrungsmittel nicht verzichten wollen, haben Benedikt Gundel und Sebastian Unterhuber Jarmino gegründet.

Das Start-up verkauft neben Knochenbrühen auch andere Fitmacher, wie „Switchel“, ein Getränk auf Apfelessigbasis, das derzeit ebenfalls bei ernährungsbewussten Menschen beliebt ist. Die beiden Münchner Gundel und Unterhuber wollen mit ihren Produkten gesunde Ernährung einfach machen.

Die Gründer verbindet neben der über ein Jahrzehnt langen Freundschaft eine gemeinsame Leidensgeschichte: Essen als Unternehmensberater. Das bedeutet: Lange Bürozeiten, viele Dienstreisen mit dem Flieger und Tiefkühlpizza am Abend. „Wir wollten uns gesund ernähren, hatten jedoch keine Zeit das umzusetzen. Die Vision: Gesunde Ernährung to go war geboren“, erzählt Gundel während er aus einem Becher heiße Knochenbrühe trinkt.

Die Jarmino-Gründer setzten auf Traditionsrezepte wie Knochenbrühe oder Switchel. Quelle: PR
Benedikt Gundel und Sebastian Unterhuber

Die Jarmino-Gründer setzten auf Traditionsrezepte wie Knochenbrühe oder Switchel.

(Foto: PR)

Die beiden Freunde kündigten ihre gut bezahlten Jobs, plünderten ihre Sparschweine und gründeten ihr Unternehmen. Zwei Jahre später besitzen die beiden Freunde eine eigene Lebensmittelfirma. „Wertvolle Collagen, Nährstoffe, oder Arminosäuren – mit diesen Begriffen konnte man noch vor einigen Jahren keine Kunden locken“, sagt Gundel, „Doch heutzutage herrscht ein ganz anderes Empfinden. Die Leute wollen präventiv etwas für sich tun und ihre Gesundheit tun.“

Das Marktforschungsinstitut GfK bestätigt die Aussage des Jungunternehmers: Einer Studie im Kontext der Anuga zufolge richten 29 Prozent der Verbraucher ihren Lebensstil auf Gesundheit und Nachhaltigkeit aus. Demnach haben die Deutschen im vergangenen Jahr Bio-Produkte im Wert von gut sechs Milliarden Euro gekauft, sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Aus der Höhle der Löwen ins Supermarktregal
Die Jury
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Das Konzept der Show ist auch in der neuen Staffel geblieben. Fünf Löwen entscheiden über Wohl und Wehe der Gründer: Carsten Maschmeyer (l-r), Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel hören sich die Präsentationen der Gründer an. Wer überzeugt, kann auf frisches Kapital hoffen. Im Gegenzug erhalten die Jury-Mitglieder einen Minderheitsanteil. Derzeit läuft die vierte Staffel der erfolgreichen Gründershow dienstags beim Privatsender Vox. Was aus den Gründern der dritten Staffel wurde.

Ankerkraut
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Eines der erfolgreichsten Start-ups aus der dritten Staffel haben Anne und Stefan Lemcke gegründet. Frank Thelen investierte 300.000 Euro für 20 Prozent der Gewürzmanufaktur Ankerkraut. Das Geld steckten die Gründer in professionelle Produktionsmaschinen um den damals schon guten Bestellquoten gerecht zu werden. Für 2017 rechnet das Ehepaar mit einem Umsatz von 12 Millionen Euro, ein Kaufangebot von 20 Millionen Euro lehnten sie ab.

Abfluss-Fee
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Auch die Verkaufszahlen der Abfluss-Fee gehen seit Karl-Heinz Bilz‘ Auftritt in der Höhle der Löwen durch die Decke. Durch Ralf Dümmels Investition von 250.000 Euro für 35 Prozent der Firma konnte der Sanitärmeister die Produktion seiner duftenden und reinigenden Abflusstopfen erheblich vorantreiben. In nur einem Jahr verkaufte Bilz über eine Million Abfluss-Feen und machte so einen Umsatz von rund 14 Millionen Euro. Mittlerweile hat der Tüftler auch eine Abfluss-Fee für die Dusche auf den Markt gebracht.

Lizza
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Die Frankfurter Gründer Marc Schlegel und Matthias Kramer bekamen 125.000 Euro für 25 Prozent ihres Start-ups. Lizza stellt vegane, glutenfreie Low-Carb-Pizzen aus verschiedenen Samen und Kokosmehl her. Nach einem Jahr produzieren die mittlerweile 40 Mitarbeiter jeden Tag mehr als 15.000 Pizzateige. Doch die Frankfurter Gründer wollen noch mehr: Noch in diesem Jahr planen sie ihren Einzug in Großkantinen und damit ins B2B-Geschäft.

Limberry
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Sibilla Kawala-Bulas übertrug für 250.000 Euro 20 Prozent ihres Online-Shops für Trachtenmode an Judith Williams und Carsten Maschmeyer. Mit dem Geld vergrößerte sie ihren Arbeitsplatz: Zusammen mit mittlerweile 10 Mitarbeitern bezog sie ein größeres Büro mit integrierter Lagerfläche. Sie macht Umsätze im einstelligen Millionenbereich.

Bataillon Belette
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Pia Buck und Daniel Moser überzeugten mit ihrer unkaputtbaren Strumpfhose ausgerechnet einen männlichen Löwen: Ralf Dümmel investierte 60.000 Euro für 30 Prozent der Anteile. Nach der Ausstrahlung ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Über eine halbe Million Strumpfhosen verkauften die beiden Gründer innerhalb weniger Monate und erzielten so einen Umsatz von 8 Millionen Euro. Mittlerweile sind die einstigen „Nebenbei-Gründer“ vollberuflich in Bataillon Belette beschäftigt.

Towell
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Florian Goecke, Lennart Rieper und Paul Dudda entwickelten das Multifunktionshandtuch Towell+ und überzeugten damit Ralf Dümmel. Er stieg mit 125.000 Euro ins Unternehmen ein. Bis März 2017 verkaufte sich das Sporttuch bereits über 700.000 Mal und sorgte so für einen Umsatz von mehr als 10 Millionen Euro. Mittlerweile erweiterten die Gründer ihr Sortiment um Strandtücher, Armbanduhren und Fitnessausrüstung. 

Welche Hypes gerade um uralte Rezepte wie die Knochenbrühe entstehen, ist derzeit in New York zu beobachten: Dort sollen bei dem Brühe-Shop Brodo bis zu 400 Menschen auf einmal für einen To-Go Becher der Suppe Schlange stehen. Schauspielerin Salma Hayek schwört ebenfalls auf das Heißgetränk: Sie trinkt nach eigenem Bekunden jeden Tag einen Becher Knochenbrühe. Kein Wunder also, dass sich auch die Knochenbrühe von Jarmino bestens verkauft: Die Brühe aus Bayern wird weltweit verschickt.

Auf seine Knochenbrühen ist Gründer Gundel besonders stolz. Doch leicht war es nicht ein Food Startup zu gründen: „Die größte Hürde ist die Bürokratie: Etiketten, Produktionsrichtlinien“, sagt er, „Wir mussten uns auch an die Margen des Handels ran tasten und als unbekannte Marke große Überzeugungsarbeit leisten.“

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