Forderung an Lieferanten Aldi Süd fordert Verzicht auf bienengiftige Pestizide

Greenpeace will den von Pestiziden in der Landwirtschaft senken. Nun wird Aldi Süd zum Vorreiter. Die Discounter-Kette hat seine Obst- und Gemüselieferanten aufgefordert, auf bestimmte Pestizide zu verzichten.
Greenpeace hatte bereits im vergangenen Oktober vor Filialen deutscher Supermarktketten mit Protestaktionen gefordert, den Einsatz gefährlicher Pestizide zu stoppen. Quelle: dpa
Biene im Anflug

Greenpeace hatte bereits im vergangenen Oktober vor Filialen deutscher Supermarktketten mit Protestaktionen gefordert, den Einsatz gefährlicher Pestizide zu stoppen.

(Foto: dpa)

HamburgDie Discounter-Kette Aldi Süd verlangt als erster großer Lebensmittelhändler von seinen Obst- und Gemüse-Lieferanten den Verzicht auf bienengefährdende Pestizide. Die Aufforderung gilt seit dem 1. Januar für acht Wirkstoffe, die für Bienen gefährlich sind, wie der „Spiegel“ unter Berufung auf die Umweltorganisation Greenpeace berichtete.

Die Aufforderung an die Lieferanten geht laut Greenpeace aus einem ihr vorliegenden Schreiben des Unternehmens hervor. „Aldi Süd macht sich somit zum Vorreiter“, sagte Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff der Nachrichtenagentur AFP. Andere Supermärkte seien jetzt gefordert, diesem ersten Schritt zu folgen.

„Die Gefährlichkeit der Pestizide für die Bienen ist wissenschaftlich belegt“, sagte Huxdorff. Greenpeace hatte bereits im vergangenen Oktober vor Filialen deutscher Supermarktketten mit Protestaktionen gefordert, den Einsatz gefährlicher Pestizide zu stoppen. „Unsere Kampagne trägt nun beim Einzelhandel erste Früchte.“

Die zehn Rituale beim Aldi-Besuch
Die Parkplatzsuche
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Vorm Eingang knubbeln sich die Autos, hinten ist alles frei. Anstatt bequem in der komplett freien Reihe einzuparken, quetschen wir unser Auto lieber vorne auf den freien Parkplatz zwischen zwei Familien-Vans – und manövrieren es am Einkaufswagen vorbei, aus dem eine Fahrerin gerade ihren Van belädt.

Die Suche nach dem Euro
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Kein Euro klein, kein Chip parat – also beginnt an der Einkaufswagenreihe die unangenehme Fragerei mit den Worten: „Können Sie zwei Euro wechseln?“

Die süße Verführung am Eingang
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Jeder Supermarkt beginnt mit der Obst- und Gemüseabteilung – nur Aldi nicht. Hier geht es mit dem Süßwaren- und Snackregal los – und irgendeine Knabberei verführt da immer zum Kauf.

Die Enttäuschung am Backautomaten
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Wer erst nach seinem Feierabend zu Aldi kommt, muss am Backautomaten tapfer sein: Nach dem Knopfdruck gibt es dann statt dem gewünschten Brötchen die Tonansage, dass es schon vergriffen ist.

Die Enttäuschung der Schnäppchensuche
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Wo sind die Schnäppchen aus dem Prospekt? Nachdem wir bei den Drogerieartikeln um die Ecke gekommen sind, suchen wir die Mittelgänge nach dem begehrten Topfset, dem Wäscheständer oder dem Waffeleisen ab, über die wir gelesen haben.

Andere Schnäppchen finden
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Selbst, wenn wir das gesuchte Schnäppchen nicht finden, wirkt die Enttäuschung nicht lang – es warten schließlich noch viele andere auf den Kauf. Also greifen wir stattdessen zur Dreier-Packung Unterhosen oder zu den asiatischen Spezialitäten, weil gerade wieder Mottowoche ist.

Das Gemüse kommt zum Schluss
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Erst gegen Ende kommen wir beim Gemüseregal an – und stellen wie beim Backautomaten fest, dass Gurken und Salatköpfe schon vergriffen sind. Toll.

Die acht chemischen Wirkstoffe, auf die Aldi Süd verzichten will, betreffen laut Huxdorff verschiedene Kulturen: Clothianidin wird für Kohlrabi, Kräuter, Rosenkohl, Blumenkohl und Blattkohl verwendet, Cypermethrin bei Porree und Hülsengemüse. Deltamethrin betrifft demnach Blumenkohl, Paprika, Aubergine, Zucchini, Gurke, Erbse, Kohl, Tomate und Salat. Fipronil dürfen Landwirte als Ausnahme auf Kartoffeläckern nutzen, Imidacloprid bei Äpfeln, Pfirsichen, Aprikosen und Salat.

„Chemisch-synthetische Pestizide belasten Lebensmittel vom Anbau bis zum Teller“, sagte Huxdorff. Die mächtigen Supermarktketten müssen sich ihrer Ansicht nach dafür einsetzen, dass die Belastung abnimmt. Greenpeace will erreichen, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zurückgeht und die Auswirkungen auf die Umwelt sinken.

„Ein Drittel unserer Lebensmittel - Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle - ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen“, sagte Huxdorff. Es sei gut, wenn Unternehmen handeln. Langfristig reiche das aber nicht. Greenpeace fordere von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Ruckwied, sich für einen ambitionierten Plan zur Verringerung von Pestiziden auf dem Acker einzusetzen.

  • afp
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