Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Formel-1-Legende und Unternehmer Niki Lauda ist tot

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist am Montag gestorben. Der Österreicher wurde 70 Jahre alt.
Update: 21.05.2019 - 06:31 Uhr Kommentieren

Niki Lauda ist tot – Die Höhepunkte der Formel-1-Legende

WienAufgeben war für Niki Lauda nie eine Option. Trotz schwerer Verbrennungen und einer verätzten Lunge überstand die Formel-1-Legende am 1. August 1976 nur wie durch ein Wunder einen Horrorunfall auf dem Nürburgring.

Im Krankenhaus gab dem Weltmeister ein Priester damals sogar schon die letzte Ölung. „Ich wollte aber nicht sterben, ich wollte weiterleben“, betonte Lauda 40 Jahre nach dem Flammeninferno auf der Nordschleife.

Von dem Unfall schwer gezeichnet kämpfte sich der Österreicher zurück ins Leben – und sogar wieder in ein Formel-1-Auto. Lauda leistete Widerstand, der streitlustige Mann mit der roten Mütze ließ sich einfach nicht unterkriegen.

Nun ist Lauda am Montag im Alter von 70 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. Lauda hat aus erster Ehe zwei Söhne und aus seiner Ehe mit Birgit Lauda achtjährige Zwillinge.

Eine Sprecherin der Fluggesellschaft Laudamotion, dessen Namensgeber Niki Lauda ist, schrieb im Namen der Familie Lauda: „In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019 im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich.“

Der Mann mit der roten Kappe

Man wird ihn immer mit dieser roten Kappe in Verbindung bringen, die seinen schwer vernarbten Kopf bedeckt hat. Man wird ihn auch immer mit diesem Unfall in der „Grünen Holle“ in Verbindung bringen.

Mit seinem Ferrari krachte Lauda mit über Tempo 200 gegen einen Fangzaun, der 312T2 ging in Flammen auf. Nach 55 Sekunden wurde Nikolaus Andreas Lauda aus dem Wrack gezogen. „An den Unfall habe ich keine Erinnerung. Der Aufprall war so hart, dass mir dabei der Helm vom Kopf gerissen wurde“, erinnerte er sich.

Seine damalige Frau Marlene erzählte Lauda, dass die Ärzte damals nicht damit rechneten, dass er die erste Nacht überstehen würde. Sie irrten – Lauda kämpfte. Nur 42 Tage später saß er in Monza wieder im Rennwagen und wurde Vierter. „Wie kann der Depperte wieder fahren, wenn er gerade verbrannt ist?“, fragte Lauda einmal stellvertretend für alle Kritiker und Zweifler.

Die Erklärung lieferte er gleich hinterher. „Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist.“

Drei Mal Weltmeister

Nach 1975 wurde Lauda noch 1977 und 1984 Weltmeister. „Ich war ein unglaublicher Egoist damals“, sagte er über seine Motorsportlaufbahn. Von 171 Grand Prix entschied der Sohn einer wohlhabenden Wiener Industriellenfamilie 25 für sich, 54 Mal raste er in der Formel 1 aufs Podium. 1985 beendete Lauda seine Karriere, sechs Jahre zuvor hatte er aber schon seine eigene Fluglinie Lauda Air gegründet.

Am 26. Mai 1991 ereignete sich erneut ein Unglück. In Thailand stürzte eine von Laudas Maschinen ab. Alle 223 Insassen der „Mozart“ starben. Für Lauda war es das schlimmste Ereignis in seinem bewegten Leben. „Ich war tief erschüttert“, erzählte er.

Lauda fühlte sich schuldig. Erst nach mehreren Monaten wurde herausgefunden, dass es sich um einen technischen Defekt handelte.

Ausstieg aus dem Airline-Geschäft

Lauda stieg später vorübergehend wieder aus dem Airline-Geschäft aus. Zwischen 1993 und 1995 beriet er Ferrari, wurde TV-Experte für RTL – mit unverblümter Meinung – und dann Teamchef bei Jaguar.

2003 ging Lauda mit einer neuen Flotte unter dem Namen Niki an den Start. Dort stieg er 2011 aus. Air Berlin übernahm die Linie. Mit der Firma Laudamotion stieg Lauda Anfang 2016 ins Geschäft mit Privatjets ein.

Nach den Pleiten von Air Berlin und Niki übernahm er die Führung bei Niki erneut und brachte das Unternehmen unter dem Namen Laudamotion wieder an den Start. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Im September 2012 stieg Lauda zum Mercedes-Teamaufsichtsratschef auf und erlebte mit den Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg ein Hoch, das seinesgleichen suchte. „Rote Kappe, klare und direkte Worte“, benannte Motorsportchef Toto Wolff Schlagworte, die ihm zuerst zur Charakterisierung seines Landsmanns in den Sinn kamen.

2013 verfilmte Hollywood-Regisseur Ron Howard die Rivalität aus den 1970er-Jahren zwischen Lauda und dem Engländer James Hunt. „Rush“ ist das Dokument einer vergessen geglaubten Zeit. „Wir haben am Limit gelebt“, erzählte Lauda. Die damalige Generation konnte gar nicht anders, weil sie nicht gewusst habe, „wann unser Leben vorbei sein würde“. Lauda mochte diesen Film.

Mehr: Diese Nachricht bewegt, besonders die Formel 1. Der Tod von Niki Lauda hat große Trauer in der Motorsport-Königsklasse ausgelöst. Die Reaktionen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Formel-1-Legende und Unternehmer - Niki Lauda ist tot

0 Kommentare zu "Formel-1-Legende und Unternehmer: Niki Lauda ist tot"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote