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Fraport auf Expansionskurs Das Heil liegt in der Ferne

Fraport kann selbst im Streik-Jahr 2015 weiter wachsen. Die Strategie von Konzernchef Stefan Schulte, die Expansion des deutschen Flughafenbetreibers im Ausland anzutreiben, erweist sich als goldrichtig. Ein Kommentar.
Der deutsche Airport-Betreiber Fraport hat Spielraum für weitere Zukäufe im Ausland. Quelle: dpa
Flughafen Frankfurt

Der deutsche Airport-Betreiber Fraport hat Spielraum für weitere Zukäufe im Ausland.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es ist eine durchaus stolze Bilanz, die Stefan Schulte an diesem Mittwoch präsentiert. Der Chef des einzigen börsennotierten Flughafenbetreibers in Deutschland kann Investoren von einem um 8,4 Prozent gestiegenen Umsatz berichten. Das operative Ergebnis legte um 7,8 Prozent zu. Bei Fraport brummt das Geschäft.

Zu verdanken ist das vor allem dem Engagement im Ausland. Jenseits der deutschen Grenzen, etwa in Ljubljana, Lima oder Xi'an in China wachsen die Erlöse kräftig. Die schon vor vielen Jahren begonnene Expansion ins Ausland macht sich bezahlt.

Jens Koenen ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Quelle: Pablo Castagnola
Der Autor

Jens Koenen ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

(Foto: Pablo Castagnola)

Sicher kann man der Meinung sein, dass sich ein deutscher Flughafenbetreiber auf eine gute Infrastruktur in seiner Heimat beschränken sollte. Immerhin läuft es ja auch hier nicht schlecht. Erstmals flogen in Frankfurt 2015 mehr als 60 Millionen Passagiere. Das dritte Terminal wird gebaut. Warum also muss es unbedingt das Ausland sein? Sind doch die Risiken nicht immer ganz einfach abzuschätzen, wie der Fehlschlag in Manila auf den Philippinen gezeigt hat.

Doch das ist zu kurz gedacht. Auch wenn Fraport in der Heimat derzeit zulegt – mittelfristig wird es immer schwerer für das Unternehmen werden, Wachstum in der Heimat zu generieren. Nach Fertigstellung des dritten Terminals in Frankfurt wird es wohl viele Jahre dauern, bis ein weiterer Ausbau des größten deutschen Flughafens realistisch wird. Die Bürger nutzen zwar die Verkehrsinfrastruktur fleißig, ein weiterer Ausbau ist aber derzeit nicht mehrheitsfähig in der Bevölkerung und damit auch nicht in der Politik. Ein börsennotiertes Unternehmen ohne mittelfristige Wachstumsperspektive ist aber kaum denkbar.

Die guten und die ganz schlechten Flughäfen
Platz 29: Flughafen Mannheim
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Eine Dornier 328 steht vor dem Tower und der Abflughalle des Mannheimer Flughafens (Archivbild). Der Airport weist laut der Studie teils erhebliche Mängel auf. Demnach fehlen an den Start- und Landebahnen dringend notwendige Auslaufzonen. Note: 3,6.

Die Betreibergesellschaft des Mannheimer City Airports kritisierte, dass der Check nur die reinen Ausstattungsmerkmale berücksichtige, nicht aber die Verkehrsmenge, die individuellen Maßnahmen zur Risikoabwehr oder das besondere Training der Crews. Die in Mannheim nicht vorhandenen Freiflächen würden durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen kompensiert, die es an anderen Flugplätzen so nicht gebe.

(Foto: dpa)
Platz 28: Flughafen Heringsdorf
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Der Regionalflughafen in Heringsdorf auf der deutschen Insel Usedom ist einer der ältesten Flughäfen Deutschlands. Er wurdet 1925 eröffnet. Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert und liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Garz und Zirchow. Zum Flugangebot zählen innerdeutsche Linienflüge, Charterflüge zu ausländischen Zielen für Urlauber und Geschäftsreisende sowie Rundflüge. Note: 2,9.

(Foto: Imago)
Platz 28: Flughafen Memmingen
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Der 2004 als Verkehrsflughafen zugelassene Platz in Memmingen, auch Flughafen Allgäu, ist der kleinste seiner Art in Bayern, und der am höchsten gelegene Airport in Deutschland. Note: 2,9.

(Foto: Imago)
Platz 26: Flughafen Lübeck
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Was für Mannheim gilt, gilt auch für den Flughafen Lübeck. Die von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) geforderte Auslaufzone am Ende der Landebahn sorgt dafür, dass ein Flugzeug im Fall eines Hinausrollens über die Piste abgebremst wird. In Lübeck mangelt es daran. „Trotzdem ist das Gesamtbild auch an diesen Flughäfen noch befriedigend“, sagte Studienautor und Flugkapitän Wolfgang Starke. Note: 2,9.

(Foto: dpa)
Platz 25: Flughafen Saarbrücken
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Der Airport Saarbrücken-Ensheim (Archivbild) ist defizitär und wäre 2014 fast geschlossen worden. Doch dann fiel die Entscheidung gegen den Flughafen im nur 30 Kilometer entfernten Zweibrücken aus – gut für Saarbrücken. Note: 2,5.

(Foto: dpa)
Platz 25: Flughafen Weeze
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Für die mangelhafte Auslaufzone auf dem Flughafen Weeze vergibt die Vereinigung Cockpit die Schulnote 4,0. Alle anderen Kriterien werden besser bewertet. Deswegen reicht es für die Note: 2,5.

(Foto: dpa)
Platz 25: Flughafen Westerland
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Der Flughafen Westerland auf Sylt liegt zwei Kilometer östlich des Zentrums des Hauptortes im Ortsteil Tinnum. Air Berlin fliegt Sylt ganzjährig ab Düsseldorf bis zu dreimal täglich an. Kritik der Tester: die Landebahnen und die Parkmöglichkeiten für die Flieger. Note: 2,5.

(Foto: Imago)

Also muss das Ausland ran. Und zwar möglichst breit. Denn auch dort kann das Geschäft temporär mal nicht so rund laufen. Das zeigt sich derzeit etwa bei den Fraport-Engagements in Varna und Burgas (beide Bulgarien), im türkischen Antalya und auch St. Petersburg. Der Terror und die deshalb nachlassende Tourismusnachfrage fordern ihren Tribut.

Fraport-Chef Schulte sollte also seine Augen weiter aufs Ausland richten. Im kommenden Jahr werden erstmal jene 14 griechischen Regionalflughäfen voll in die Bilanz reinlaufen, für deren Betrieb Fraport jüngst den Zuschlag bekommen hat. Das sichert das weitere Wachstum. Aber Fraport muss weiter expandieren. Geld genug ist in der Kasse. Und der freie Cashflow schnellte im vergangenen Jahr um eindrucksvolle 60 Prozent in die Höhe. Fraport hat also keine Probleme, die notwendigen Sachinvestitionen für den laufenden Betrieb zu finanzieren. Das schafft Spielraum für weitere Zukäufe. Die Investoren warten darauf.

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