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Fraport Flughafen Frankfurt will digitaler werden

Vom Mega-Touchscreen bis zur neuen App. Der Frankfurter Flughafen, das größte deutsche Luftfahrtdrehkreuz, bastelt an neuen Services und rüstet beim Onlineshopping auf.
06.12.2015 - 17:32 Uhr
Betreiber Fraport will mit digitalen Angeboten für mehr Orientierung sorgen. Quelle: Reuters
Flughafen Frankfurt

Betreiber Fraport will mit digitalen Angeboten für mehr Orientierung sorgen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Es ist der wohl sichtbarste Vorbote für die Digital-Pläne von Stefan Schulte und seinem Team: der „Interactive Airport Desk“. Seit September steht der Mega-Touchscreen am Terminal 1 im Fluggastbereich Z. Kommt das Gerät gut bei den Fluggästen an, sollen weitere Exemplare folgen, verteilt gesamten Flughafen.

Das Gerät hilft nicht nur, sich besser in den Gebäuden zurechtzufinden. Man kann auch seine Bordkarte einscannen und erhält zusätzliche Hinweise etwa über Geschäfte oder Restaurants in der näheren Umgebung. Alle Informationen kann man bequem per QR-Code auf sein Smartphone laden.

Für Fraport-Chef Schulte steht fest, dass es ohne Digitalisierung auch in der Luftfahrt nicht mehr geht. Und er sieht hier gute Chancen für sein Unternehmen: „Fliegen bleibt physisch – ungeachtet der Digitalisierung. Das ist für uns ein Vorteil, denn wir haben die Kunden vor Ort.“ Etwa beim Thema Einkaufen. Hier plant Fraport ganz neue Angebote.

So will der Flughafenbetreiber stark ins Onlinegeschäft einsteigen, mit Hilfe der Händler am Flughafen. „Wir wollen den Kunden die Möglichkeit geben, schon vor dem Start ihrer Reise bei uns einkaufen zu können, etwa Duty-Free-Waren, die sogar bis nach Hause geliefert werden“, so Schulte. Mit vier großen Anbietern soll die Onlineplattform im Dezember starten, zunächst noch ohne Lieferdienst. Der Flughafen sammelt und bündelt die eingekauften Waren, der Passagier kann sie dann an einer Stelle abholen.

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    Im nächsten Jahr sollen es dann schon über 20 Anbieter sein, die ihre Produkte über die Fraport-Plattform vertreiben. In Konkurrenz mit den Großen wie etwa Amazon will Schulte gar nicht erst treten. „Wir zielen nicht auf die Menschen, die regelmäßig im Netz einkaufen. Unsere Zielgruppe sind Fluggäste, die über unseren Flughafen reisen. Über die neue digitale Shopping-Plattform bieten wir ihnen das komplette Angebot, dass es am Flughafen gibt und nicht nur das der Shops, die auf dem Weg zum Abfluggate liegen.“

    So geht Fliegen im Jahr 2020
    Flug in die Zukunft
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    (Foto: dpa)
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    Blitzschnell wird meine Frau fündig. Mit wenigen „Handgriffen“ kaufen wir die Tickets und checken auch mobil schon mal ein. Fünf Jahre zuvor wäre das noch unmöglich gewesen. Damals musste man auf zig Seiten schauen, waren die Preissysteme der Airlines komplex und teilweise intransparent. Dank der Technologie und klaren Verbraucherschutz-Regeln hat sich das mittlerweile radikal geändert.

    (Foto: Imago)
    Anreise
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    Schon während der Anreise übermittelt unser Auto den aktuellen Standort an die Airline und den Flughafen Düsseldorf. Deren IT nennt unserem Navigationssystem einen Parkplatz nahe am Abflug-Gate. Dort übernimmt ein Park-Roboter das Auto, wir können sofort zum Gate aufbrechen, müssen nicht mühsam einen Parkplatz suchen.

    (Foto: dpa)
    Gepäck
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    Sobald wir den Flughafen betreten, meldet sich unser Smartphone und führt uns zum Gepäck-Automaten, wo der Koffer ohne Zeitverzögerung aufgegeben werden kann. Gerade einmal 25 Sekunden dauert das Prozedere, Schlange stehen ist Vergangenheit.

    (Foto: dpa)
    Der Weg zum Gate
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    Das Smartphone sagt, dass wir etwa zehn Minuten bis zum Gate brauchen, der Flug aber 15 Minuten später starten wird. Wir erhalten persönlich abgestimmte Einkaufsmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung angezeigt, um die Zeit zu überbrücken. Später meldet sich das Smartphone und sagt, es sei Zeit zum Aufbruch.

    (Foto: Imago)
    An der Security
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    Zwei andere Interkontinentalflüge starten verspätet, ungewöhnlich viele Menschen müssen deshalb durch die Kontrolle. Kein Problem: Dank der Funksignale der Smartphones kann der Flughafen die Passagierströme analysieren und der Security rechtzeitig sagen, dass kurzfristig mehr Personal benötigt wird. Unsere Kontrolle dauert nur wenige Minuten.

    (Foto: Imago)
    Kurz vor dem Gate
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    Die Verspätung des Fluges hat sich auf 30 Minuten erhöht. Die Fluggesellschaft schickt uns einen Gutschein für einen kostenlosen Kaffee auf das Smartphone, gültig für eine Kaffee-Bar in unmittelbarer Nähe zum Gate.

    (Foto: Imago)

    Auch die Fraport-App wird weiterentwickelt. „Es gibt dort viele Möglichkeiten, etwa Echtzeit-Informationen für die Navigation im Terminal, falls es beispielsweise irgendwo erhöhte Wartezeiten gibt, die man umgehen kann“, nennt Schulte ein Beispiel für neue Dienste. Ein anderes ist ein Kundenbindungsprogramm, an dem Fraport derzeit arbeitet: „Denkbar ist vieles. Ein Fluggast, der regelmäßig über Frankfurt fliegt und hier viel Geld ausgibt, könnte zum Beispiel ermäßigte oder kostenlose Services angeboten bekommen“, so Schulte.

    Natürlich würden nicht alle Ideen auf einmal kommen, man baue das Angebot sukzessive aus. Entsprechend sind auch die Erwartungen in puncto Zahlen. „Wir erwarten daraus Umsatz und Ergebnis, allerdings wird das nicht vom ersten Jahr an der Fall sein“, macht der Fraport-Chef deutlich.

    Die Investition in die Digitalisierung – laut Schulte ein einstelliger Millionenbetrag – ist aber auch für künftige Kooperationen wichtig, etwa mit Fluggesellschaften: „Kooperationen sind in der Zukunft sicher ein denkbares Thema. Aber um für Partnerschaften attraktiv zu sein, ist es wichtig, zunächst ein eigenes und gutes Produkt zu haben. Genau damit starten wir jetzt“, sagt Schulte.

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