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Garnelen-Betrug Falsche Scampi bei Vapiano und Gosch

Für Scampi bezahlen Feinschmecker gerne mehr – nicht immer zu Recht. Denn wie der NDR herausfand, landen manchmal statt teurer Scampi billige Garnelen auf dem Teller. Auch namhafte Ketten sind betroffen.
28.09.2015 Update: 28.09.2015 - 12:56 Uhr
Statt Scampi landeten bei NDR-Recherchen Garnelen auf dem Teller. Quelle: Picture Alliance
Täuschung auf der Speisekarte

Statt Scampi landeten bei NDR-Recherchen Garnelen auf dem Teller.

(Foto: Picture Alliance)

Düsseldorf Scampi in Weißweinsauce, mit Knoblauch oder auf Pasta – Gourmets und Meerestierfreunden dürfte nun das Wasser im Munde zusammen laufen. Die Krebse, die in Italien Scampi genannt werden, gelten als Delikatesse. Wer sie im Restaurant bestellt, bezahlt gerne etwas mehr. Doch nicht immer sind es wirklich diese Meeresbewohner, die dann auf der Gabel landen.

Manch einem Gourmet wird jetzt der Appetit vergehen: Wie der NDR herausfand, werden zwar die teuren Scampis auf der Speisekarte angepriesen, auf den Teller kommen dann aber die billigeren Garnelen. Bei einer Stichprobe in fünf Hamburger Lokalen wurden den Testessern in allen Fällen die preisgünstigere Variante serviert. Unter den getesteten Betrieben befanden sich auch Filialen der Restaurantketten Vapiano und Gosch. Ein Unding, findet auch Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg: „Das geht nicht. Kunden bezahlen für das Gericht ja auch mit echtem Geld und können erwarten auch ein echtes Produkt zu erhalten.“

In den Testfällen waren es in drei Fällen Vertreter der Gattung Penaeus monodon, auch bekannt als Riesengarnelen. Zweimal war es die Gattung Litopenaeus vannamei, die unter anderem als White Shrimp angeboten wird. Das ergaben Labortests, die der NDR durchführen ließ. Doch Scampi, zu deutsch Kaisergranat, gehören zur Familie der Hummer und sind daher eine ganz andere Tierart. Sie unterscheiden sich nicht nur in Aussehen und Geschmack, sondern auch im Preis.

Diese Täuschung der Restaurantgäste überrascht Verbraucherschützerin Silke Schwartau indes nicht: „Wir haben derartige Täuschungen in der Vergangenheit häufiger erlebt, zum Beispiel auf Pizza.“ Bei allen Fischsorten mit einem hohen Kilopreis komme es immer wieder vor, dass stattdessen billigerer Zuchtfisch verwendet würde.

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    Der NDR konfrontierte die Restaurantbetreiber Vapiano und Gosch mit den Ergebnissen der Laboruntersuchung. Die Fischfeinkostkette Gosch wollte keine Stellungnahme abgeben, teilte der NDR mit. Vapiano räumte gegenüber der Recherche einen Fehler ein und will nun auf der Speisekarte „Gamberetti“ statt „Scampi“ ausweisen. An einen simplen Fehler glaubt Verbraucherschützerin Schwartau indes nicht: „Ich gehe davon aus, dass hier bewusst getäuscht wurde. Denn Garnelen sind deutlich billiger als Scampi.“

    Wo die Deutschen am liebsten essen
    Platz 15: Joey's Pizza
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    Bereits seit längerem wächst der Umsatz der Pizza-Kette Joey's kräftig. Im Jahr 2014 waren es bereits 135 Millionen Euro – sieben Millionen mehr als im Vorjahr.

    Quelle: Jahresbericht Systemgastronomie der Dehoga

    Platz 14: Starbucks
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    Wie im Vorjahr bleibt Starbucks auf Platz 14, ebenfalls mit einem Umsatz von 135 Millionen Euro.

    (Foto: ap)
    Platz 13: Block House
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    Zu der Steak-Restaurant-Kette Block House gehört noch der Ableger Jim Block. Zusammen erreicht das Unternehmen 153,8 Millionen Euro Umsatz, fast neun Millionen mehr als im Vorjahr.

    (Foto: Screenshot)
    Platz 12 - SSP Deutschland
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    Die Tochter des britischen Gastronomieriesen Select Service Partner ist in Eschborn beheimatet und betreibt Restaurants und Cafés an Bahnhöfen, Flughäfen und Autobahnen. Neben eigenen Marken wie Caffé Ritazza ist sie auch Franchisenehmer von Starbucks und Burger King. Der Umsatz in 2014: 163 Millionen Euro.

    (Foto: ap)
    Platz 11: Vapiano
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    Mit einem Umsatz von 175,1 Millionen Euro steigt Vapiano um einen Platz auf elf. Die Restaurant-Kette ist spezialisiert auf Pizza- und Nudelgerichte.

    (Foto: dpa)
    Platz 10: Edeka
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    Mit seinen Bäckerei-Imbissen und anderen Gastronomien entert Edeka in diesem Jahr die Top 10. 180 Millionen Euro Umsatz sorgen für einen Sprung nach oben, immerhin zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

    (Foto: dpa)
    Platz 9: Ikea
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    Der Hunger der Deutschen nach den schwedischen Köttbullar-Fleischklopsen und Hot Dogs katapultieren auch den Möbilriesen unter die größten zehn Systemgastronomen. Einige sollen sogar nur zum Essen in die blau-gelben Möbelhäuser fahren. Der Umsatz der Gastronomie-Abteilung betrug im Jahr 2014 191 Millionen Euro.

    (Foto: dpa)

    Allerdings begrüßt Schwartau, dass das Thema nun Aufmerksamkeit erfahre: „Es ist gut, dass das Thema jetzt aufkommt, denn Fischereierzeugnisse müssen klar gekennzeichnet werden.“

    Auch auf Facebook melden sich Nutzer zu Wort: Auf der Facebook-Seite von Gosch fragt Steve R.: „Was ist an dem Vorwurf dran Gosch serviere entgegen der Kennzeichnung statt Scampi Garnelen?“. Auch bei Vapiano kritisiert ein Nutzer: „Scampi werden in Gamberetti umbenannt, nachdem Lebensmitteltester Vapiano überführt haben. Macht dann die x-te versteckte Preisveränderung“. Christian N. kommentiert: „So etwas nennt man Betrug.“ Auch Thomas E. kritisiert das Verhalten der Kette: „Also nun war ich schon häufiger im Vapiano essen und habe auch regelmäßig Scampi gegessen. Was nun Vapiano? Mit einem Sorry ist es wohl nicht getan was. Ihr habt mir Geld gestohlen!“

    Zudem dürfte der Bericht ein Nachspiel haben, teilt der NDR mit: Die Hamburger Wettbewerbszentrale habe angekündigt, aufgrund der Recherchen wettbewerbsrechtlich gegen diese Praxis vorgehen zu wollen. „Wenn Scampi versprochen werden, müssen auch Scampi auf dem Teller sein“, sagte Peter Brammen von der Hamburger Wettbewerbszentrale der NDR-Redaktion. Da stattdessen Garnelen serviert wurden, sieht Brammen eine unlautere Geschäftshandlung als gegeben. Im Interview kündigte er an, Gosch aus diesem Grund abmahnen zu wollen.

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