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GDL vs. EVG Machtkampf zur falschen Zeit

Die Bahn verliert Geschäft. Sie kann sich den Machtkampf der Arbeitnehmervertreter nicht leisten. Die Gewerkschaftsbosse sollten ihre Machtinteressen zugunsten der Zukunftssicherung zurückstellen. Der Leitartikel.
20.02.2015 - 07:26 Uhr Kommentieren
Der Streit mit den Gewerkschaften belastet die ohnehin schon marodierende Geschäftsgrundlage. Quelle: Reuters
Deutsche Bahn

Der Streit mit den Gewerkschaften belastet die ohnehin schon marodierende Geschäftsgrundlage.

(Foto: Reuters)

Bahn-Chef Rüdiger Grube stehen harte Zeiten bevor. Einhundert Stunden Streik, das hieße vier Tage Chaos auf Schienen, selbst wenn nur ein kleiner Teil der 20.000 Lokomotivführer die Arbeit verweigern würde. Es wäre der siebte Streik in sieben Monaten. 156 Stunden haben wir bereits hinter uns. Und wir sind es leid. Grube sicherlich auch. Das Erstaunliche aber ist: Selbst viele Eisenbahner wollen nichts mehr davon hören. Sie sind es, die am Fahrkartenschalter, auf den Bahnsteigen und in den Zügen – so sie denn überhaupt fahren – den Unmut der Kunden ertragen müssen.

Der Autor ist Chefkorrespondent im Ressort Unternehmen & Märkte. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Dieter Fockenbrock

Der Autor ist Chefkorrespondent im Ressort Unternehmen & Märkte.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Die Eisenbahner quält allerdings noch ein ganz anderes Thema: Sie fragen sich, ob das wirklich noch ihr Streik ist? War es überhaupt jemals ihr Streik? Die Tatsache, dass ein paar Tausend von ihnen regelmäßig bereit sind, die Arbeit zu verweigern, beweist nicht, dass es um die Interessen der 200.000 Arbeiter und Angestellten des Staatsunternehmens geht. Die Arbeitsniederlegungen belegen allenfalls, dass die beiden Gewerkschaften GDL und EVG ihre Truppen im Griff haben.

Bislang hat nur die kleinere GDL ihre Kampfkraft unter Beweis gestellt. Die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) spielte mit den Muskeln. „Wir können auch anders“, lautete ihre Botschaft erst vor wenigen Tagen. Die Folgen eines EVG-Ausstands wären weitaus fataler. Wenn erst Fahrdienstleiter ihren Dienst verweigern, dann geht gar nichts mehr. Die Drohung wirkte. Flugs griff der Bahn-Vorstand in die Trickkiste. Mit einer unerwartet hohen Abschlagszahlung von 750 Euro auf das in weiter Ferne liegende Ergebnis der Tarifverhandlungen stellte er die Funktionäre kurzerhand ruhig. Vorübergehend.

Den Waffenstillstand aufgekündigt

Das ließe sich als Erfolg der harten Gewerkschaftslinie verbuchen. Ist es aber nicht. Vorauszahlung heißt lediglich, dass am Ende verrechnet wird, wann auch immer das sein mag. Nein, den Mitarbeitern der Deutschen Bahn, egal ob sie Mitglied der GDL, der EVG oder überhaupt keiner Gewerkschaft sind, ist der Sinn und Zweck dieses Konfrontationskurses nicht mehr klar.

Die beiden Gewerkschaften hatten bis zum Sommer vergangenen Jahres eine Art Waffenstillstand geschlossen. Die einen waren nur für Lokführer, die anderen für das restliche Bahnpersonal tarifpolitisch zuständig. Waffenstillstand deshalb, weil GDL und EVG stets die hehre gewerkschaftliche Solidarität nur in Sonntagsreden proklamierten. Überzeugt waren sie davon nie, hielten sich aber bis dato an die einmal geschlossene Abmachung.

Die Aufkündigung dieser Gebietsabsprache – übrigens von beiden Gewerkschaften – ließ erahnen, was auf die Bahn zukommen würde. Die übte sich allerdings in Ahnungslosigkeit. Oder sagen wir besser: Die Bahn hoffte ernsthaft, dass die Gewerkschaften an einen gemeinsamen Verhandlungstisch zurückkehren würden. Das taten sie aber nicht. Zwischen den Gewerkschaften tobt ein Machtkampf, bei dem die beiden Vorsitzenden, Claus Weselsky und Alexander Kirchner, die eigenen Leute aus den Augen verloren haben. Der eine, Weselsky, will alles. Der andere, Kirchner, gibt nichts her.

Der Konflikt ist unlösbar
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