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Gefängnisstrafe Samsung-Erbe wieder wegen Bestechung in Haft – Aktie auf Talfahrt

Gerade hat der Elektronikriese wieder mit guten Zahlen und neuen Ideen geglänzt. Nun heben Richter die Aussetzung der Haft gegen den Firmenpatriarchen auf.
18.01.2021 Update: 18.01.2021 - 09:50 Uhr Kommentieren
Lee Jae Yong war bereits 2017 wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: dpa
Samsung-Erbe vor Gericht

Lee Jae Yong war bereits 2017 wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

(Foto: dpa)

Tokio Samsungs Patriarch Lee Jae-yong hatte am Montag keine Zeit, sich von seiner Belegschaft persönlich zu verabschieden. Am Montag verurteilte das oberste Gericht der Hauptstadt Seoul den Verwaltungsratschef von Samsung Electronics in einem Wiederaufnahmeverfahren zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Bestechung. Gleich im Anschluss wurde Lee abgeführt, um seine 2018 auf Bewährung ausgesetzte Haftstrafe fortzusetzen.

Die Richter sahen es erneut als erwiesen an, dass er einer Vertrauten der ebenfalls inhaftierten früheren Staatspräsidentin Park Geun-hye teure Reitpferde geschenkt hat und einer Stiftung Geld hat zukommen lassen. Damit war in den Augen des Gerichts unausgesprochen die Bitte verbunden, dass der nationale Pensionsfonds umstrittenen Fusionen innerhalb der Samsung-Gruppe zustimme, mit denen Lee nach einem Schlaganfall seines Vaters die Machtübertragung bei Südkoreas größtem Familienkonglomerat sichern wollte.

Die Nachricht warf die Investoren aus der Bahn. Nach dem Urteil sackte der Aktienkurs rasch um vier Prozent auf 84.500 Won ab und erholte sich bis Handelsende nur leicht auf 85.000 Won. Denn offenbar glauben sie, dass die erneute Haft des 52-jährigen Patriarchen den Konzern zu einem kritischen Zeitpunkt trifft.

Nach Jahren eines Zwischentiefs hatte Samsung als einer der Marktführer bei Speicherchips für Handys, Computer und Server massiv vom Telearbeitsboom profitiert, den die Corona-Pandemie ausgelöst hatte. Im Jahr 2020 stieg der Betriebsgewinn laut Samsungs erster Bilanzschätzung um 29 Prozent auf 36 Billionen Won (27 Milliarden Euro).

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    Die Gewinnmarge des Konzerns hat sich damit voraussichtlich von 12 auf 15 Prozent erholt. Auf der US-Elektronikmesse CES präsentierte der Konzern dann neue Smartphones und sogar Roboter, mit denen er die Zukunft erobern wollte.

    „Fall von Bestechung, in den das Samsung-Management verwickelt war“

    Zwar sind die Erholung und die Produktstrategie dank der hohen Nachfrage nach Schlüsselprodukten des Konzerns wie Speicherchips, Displays und Smartphones kurzfristig nicht in Gefahr. Aber die Haftstrafe könnte es dem Management erschweren, in Krisen rasch wichtige Entscheidungen und Kurswechsel zu beschließen. Derartige Entscheidungen trifft gewöhnlich der Patriarch.

    Zudem bestand immer noch eine kleine Hoffnung, dass das Gericht Milde walten lässt. Lee war zuerst 2017 verhaftet und später zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. In einem ersten Berufungsverfahren hatten die zuständigen Richter die Zahlung an Parks Freundin Choi Soon-sil von 8,9 Milliarden auf 3,6 Milliarden Won reduziert und damit die Tür für eine Freilassung auf Bewährung geöffnet.

    Im August 2019 entschied jedoch Südkoreas oberstes Gericht, dass Lee die Pferde und die Zahlungen insgesamt 8,6 Milliarden Won wert waren und verwies den Fall zur Neuverhandlung an das Berufungsgericht zurück.

    Harsche Kritik eines Bürgerausschusses an einer erneuten Klage der Staatsanwaltschaft weckte jedoch kurzfristig die Hoffnung, dass die Justiz Samsungs Verteidigungslinie folgen würde. Außerdem warb Lee um Milde, indem er sich als reuiger Sünder gab, der nun versuchte, die oft kritisierte Corporate Governance des Konzerns zu reformieren.

    So kündigte er an, dass er der letzte Firmenerbe sein würde, der den Konzern führt und berief ein Compliance-Committee ein. Aber die Bestätigung der 22-jährigen Haftstrafe für Ex-Präsidentin Park in diesem Monat war bereits das erste schlechte Omen für Lee.

    Der zuständige Richter Jeong Joon-young überbrachte dann am Montag die schlechte Nachricht. Er erkannte zwar die Versuche Lees an, die Unternehmensführung seines Konzerns zu verbessern. Dennoch erklärte er in der Urteilsbegründung, dass es sehr bedauerlich sei, dass der Konzern immer dann in Verbrechen verwickelt sei, wenn die politische Macht gewechselt habe.

    „Dieser Fall ist Teil des Korruptionsskandals der ehemaligen Präsidentin, aber es ist auch ein Fall von Bestechung und Veruntreuung, in den das Top-Management von Samsung verwickelt war“, meinte der Richter. Doch noch ist das letzte Urteil über Lee womöglich nicht gesprochen. Seine Anwälte überlegen, beim obersten Gerichtshof in Berufung zu gehen.

    Mehr: Gewinnzuwachs dank Pandemie: Samsung profitiert von Coronakrise.

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