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Gepanschter Alkohol in Indien Tödlicher Rausch für ein paar Cent

Gepanschter Fusel hat in Indien mehr als hundert Menschen getötet. Dutzende kämpfen noch ums Überleben. Mitverantwortlich für die Tragödie: Korrupte Beamte, die von einem streng regulierten Markt profitieren.
23.06.2015 - 16:17 Uhr Kommentieren
Angehörige eines Opfers von gepantschtem Alkohol in Mumbai versammeln sich um den geschmückten Leichnam. Quelle: dpa
Trauer und Wut

Angehörige eines Opfers von gepantschtem Alkohol in Mumbai versammeln sich um den geschmückten Leichnam.

(Foto: dpa)

Bangkok Ein ganzer Slum trauert. Dutzende Familien im Mumbaier Slum Malwani schmücken die Leichen ihrer Väter, Söhne und besten Freunde mit Blumen. Sie warten weinend auf deren Feuerbestattung. Doch heftiger Monsunregen hat das Brennholz durchnässt. Und so dauert es, bis die Toten verbrannt werden können.

Mehr als hundert Menschen sind in den vergangenen Tagen in Malwani im Norden Mumbais durch giftigen Alkohol getötet worden. Dutzende Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr. Die Polizei schätzt, dass rund 150 Menschen von dem giftigen Fusel getrunken haben. Immerhin sind die Beamten mittlerweile „zuversichtlich, den gesamten selbstgebrannten Alkohol beschlagnahmt zu haben“.

Experten gehen davon aus, dass sich in dem Schnaps Methanol befunden hat. Es entsteht bei falscher Destillation oder wird manchmal sogar absichtlich in kleinen Mengen beigemischt, um Kosten zu drücken. Doch der Geiz hat gefährliche Konsequenzen. Kopfschmerzen, Übelkeit, das Sehvermögen schwindet. Schließlich lähmen im Körper entstehende Gifte den Kreislauf, die Opfer sterben.

Die jetzige Tragödie reiht sich ein in eine traurige Geschichte: Erst im Januar erlitten bereits 31 Menschen in Nordindien einen qualvollen Tod. 2011 starben 170 Menschen im Bundesstaat West Bengalen, 2009 wurden in Gujarat 136 Menschen getötet. Der damalige Regierungschef des Bundestaates und heutige Premierminister Indiens, Narendra Modi, stellte nach der Tragödie die Vergiftung von Menschen durch selbstgebrannten Schnaps sogar unter Todesstrafe.

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    Doch auch harte Strafen können die Verbreitung des „Hooch“ genannten Schnaps nicht verhindern. Schätzungen gehen davon aus, dass rund zwei Drittel des in Indien konsumierten Alkohols illegal gebrannt oder geschmuggelt wird. In vielen Dörfern finden sich versteckte Brennereien. Von dort werden die Spirituosen auch häufig in die Slums der Metropolen transportiert.

    Strenge Regulierung befeuert illegalen Handel
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