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Gesundheit Intervallfasten im Test: Lohnt sich Abnehmen per App?

16 Stunden Essenspause – Intervallfasten verspricht weniger Gewicht und mehr Gesundheit. Unsere Autorin hat es vier Wochen lang mit der App Bodyfast probiert. Der Test.
  • Maria John Sánchez
14.06.2019 - 10:20 Uhr Kommentieren
Fasten-App: Ist intermittierendes Fasten gesund?
Fasten mithilfe einer App

Maria John Sánchez: „Wirklich gesund hat sich das nicht angefühlt.“ (Foto: privat)

Dieser Artikel ist am 14. Juni 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Mehr als 2,5 Millionen Beiträge findet man auf Instagram unter dem Hashtag #intermittentfasting: Vorher-Nachher-Abnehmbilder, Fotos von Essen und Motivationssprüche. Sowohl Deutschlands erfolgreichste Fitness-Influencerin Pamela Reif als auch der Moderator und Mediziner Eckart von Hirschhausen schwören darauf.

Das Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, scheint ein Wundermittel gegen alles Mögliche zu sein. Das Versprechen: eine gesündere Ernährung, Vorbeugen von Herz-Kreislauf-Krankheiten, schnell und mühelos abnehmen – und das ganz ohne Sport. Das wollte ich unbedingt ausprobieren.

Intervallfasten per Plan-App Bodyfast: „Gesund fühlt es sich nicht an“

Also lade ich mir eine App runter, sie bietet sowohl kostenlose Fastenpläne als auch eine kostenpflichtige „Coach-Option“ an – dazu später mehr. Zum Start muss ich zuallererst mein Ziel auswählen: Gewicht verlieren, gesünder essen oder Muskeln definieren? Ich entscheide mich für Option eins. Dann muss ich noch einstellen, wie viel ich mich am Tag bewege, an welchen Zeiten ich üblicherweise esse, wie groß und alt ich bin, außerdem mein momentanes Gewicht sowie mein Zielgewicht angeben.

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    Beim Intervallfasten gibt es verschiedene Varianten – die bekanntesten sind das 5:2-Fasten und das 16:8-Fasten. Ich entscheide mich für die 16:8-Methode. Wie der Name schon verrät, darf man nur an acht Stunden am Tag essen. Und der Rest der Zeit? Fastenzeit. Trinken ist aber schon erlaubt, allerdings nur Wasser, Tee oder Kaffee schwarz.

    Auswahl der Fastenarten

    In der ersten Woche wähle ich in der App die Variante „Das Abendessen ausfallen lassen“. Um 8 Uhr beginne ich den Tag mit einem Frühstück, dann läuft ein Countdown runter, der anzeigt, wie lange ich noch essen darf. Wie immer gehe ich zur Uni, esse mittags in der Mensa und gehe einige Vorlesungen später nach Hause. Abends hat es sich zwar komisch angefühlt, nichts mehr zu essen, aber Hunger habe ich nicht.
    Der Hunger kommt an Tag 2. Schon direkt nach dem Aufwachen merke ich einen deutlichen Unterschied. Immerhin habe ich 16 Stunden lang nichts Festes zu mir genommen. Da es aber erst 7.30 Uhr ist, musste ich noch eine halbe Stunde warten. Na dann halt Tee – ungesüßt, wohlgemerkt.

    In den nächsten Tagen gewöhne ich mich schnell daran, das Abendessen ausfallen zu lassen. Schwierig wird es erst am Wochenende. Am Samstag lädt eine Freundin unsere ganze Mädels-Clique ein. Während sich meine Freundinnen die selbstgebackene Pizza mit einem Glas Wein schmecken lassen, sitze ich neidisch mit meinem Glas Wasser daneben. Denn auch Alkohol ist in der Fastenzeit nicht erlaubt. Je länger der Abend ohne Essen wird, desto mehr merke ich das Fasten. Nicht einfach.

    Intervallfasten-Erfahrung: „Meine Hose sitzt etwas lockerer“

    Aus diesem Grund lasse ich in der nächsten Woche nicht mehr das Abendessen ausfallen, sondern das Frühstück. Mein neues Ernährungs-Zeitfenster liegt also zwischen 12 Uhr mittags und 20 Uhr. Diese Variante fällt mir deutlich schwerer, denn eigentlich ist das Frühstück meine Lieblingsmahlzeit. Ganz nach dem Motto „Der Morgen macht den Tag“ frühstücke ich meistens ziemlich ausgiebig – das gehört für mich einfach für meinen Tag dazu. Dazu kommt, dass ich meistens früh Uni habe, sodass ich spätestens um 8 Uhr aufstehen muss.
    Die ersten paar Tage sind dementsprechend hart – ich merke definitiv, dass mir etwas fehlt. Ich habe auch mehr Hunger als in der ersten Woche und morgens schlechte Laune. Was mich dann aber doch motiviert: Erste Ergebnisse machen sich bemerkbar, meine Hose sitzt auf jeden Fall etwas lockerer. Und die Waage gibt meinem Gefühl Recht: Am Ende der zweiten Woche habe ich von meinen 60 Kilo schon fast einen verloren.

    Intervallfasten-Plan: Autophagie

    Aber das Intervallfasten hilft ja angeblich nicht nur beim Abnehmen – sondern auch dabei, gesünder zu leben. Dafür gibt es in der App extra eine „Autophagie Pläne“. Das heißt: 36 Stunden lang nichts essen, um dem „Darm eine Auszeit zu geben“.

    Moment mal. Anderthalb Tage nichts essen? Zuerst kann ich mir nicht vorstellen, wie ich das hinbekommen soll. Trotzdem probiere ich es. Am Sonntagnachmittag esse ich zum letzten Mal, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Zwei Crêpes. Und dann nichts mehr. Den ganzen Montag verbringe ich ohne Essen.

    Meine Erfahrung damit? Intervallfasten bringt mir interessante Erlebnisse. Zum Beispiel nehme ich auf einmal die Gerüche um mich herum viel stärker wahr. Das merke ich vor allem beim Pfand-Wegbringen im Supermarkt; alles riecht nach Backwaren, frischem Obst, Käse und Fisch. Dazu die Gewissheit: Bis morgen früh gibt’s nichts zu essen. An diesem Autophagie-Tag merke ich das erste Mal in meinem Leben, was Hunger eigentlich bedeutet und wie sich das anfühlt – wirklich gesund jedenfalls nicht.

    Diese Methode ist mir irgendwie zu krass: Ich gehe lieber wieder zurück zum „normalen“ Intervallfasten. Was mich zuvor schon geärgert hatte war, dass die App zwar ein paar Pläne anbietet, die kostenlos sind, aber die wirklich guten kosten Geld. Mit der „Coach-Funktion“ kann man auf alle Spezialpläne zugreifen, individuelle „Wochen-Challenges“ auswählen und auch die Option „Jokertag einlegen“ antippen.
    Der Preis dafür: 29,99 Euro für drei Monate. Man kann den Coach nicht etwa nur für eine Woche oder einen Monat kaufen. Also nicht gerade günstig – vor allem, wenn man sich doch noch einmal anders entscheidet. Trotzdem ist die Coach-Option durchaus praktisch, weil sich die Fastenzeiten ständig verändern und ich die Diät somit auch besser in meinen Alltag einbauen kann.

    Intervallfasten: 2 Kilo abnehmen in einem Monat

    Mein Fazit nach vier Wochen: Das Intervallfasten ist nicht so schlimm wie befürchtet. Am Anfang war es natürlich ungewohnt, aber an das Fasten habe ich mich schnell gewöhnt. Am Ende habe ich gar nicht mehr wirklich gemerkt, dass ich weniger esse als vorher. Auch habe ich echt Gewicht verloren: in vier Wochen rund zwei Kilo.
    Außerdem hat die Diät einen netten Nebeneffekt: Weil ich das Essen fest in meinem Tag eingeplant hatte, habe ich auch mehr darüber nachgedacht, was genau ich da zu mir nehme und wie gesund meine Ernährung ist.

    Ein fettes Minus allerdings war das Sozialleben, das unter dem Intervallfasten gelitten hat. Es ist doch auch einfach mal schön, abends essen zu gehen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wie lange man denn jetzt nun essen darf. Auch beim Feiern gehen kam mir das Intervallfasten natürlich sehr ungelegen – an den Döner auf dem Rückweg vom Club war nicht mehr zu denken.

    Insgesamt finde ich die App sehr hilfreich fürs Intervallfasten. Ich konnte immer darauf schauen, um zu prüfen, wie lange ich noch essen durfte. Außerdem gibt es da auch viele unterschiedliche Fastenpläne, aus denen man sich einen heraussuchen kann, der einem am besten gefällt.

    Kalorienzahl beim Fasten
    Große Unterschiede bei der Kalorienanzahl

    Marias Ernährung an einem normalen Samstag: mit und ohne Intervallfasten. (Foto: privat)

    Die kostenpflichtige Coach-Option würde ich mir aber nicht noch einmal kaufen. Die 30 Euro haben sich nicht gelohnt. Denn wenn man sich normal an dem 16:8-Plan oder an anderen bekannten Fastenplänen orientieren möchte, reicht die kostenlose Version komplett aus. Wie geht es jetzt weiter?

    Fazit des Intervallfasten-Tests: mit wenig Mühe ordentlich was erreicht

    Für mich war das Intervallfasten manchmal zu streng, um es fest in meinen Alltag einzubauen. Deswegen werde ich es nicht mehr so konsequent durchziehen wie davor, am Wochenende zum Beispiel nicht. Unter der Woche faste ich aber weiterhin und zwar mit der Variante, bei der man das Abendessen ausfallen lässt.

    Das ist mir immer recht leicht gefallen und ich glaube, dass ich diese Art des Verzichts weiterhin gut verkraften kann. Immerhin habe ich ganze zwei Kilogramm abgenommen und dafür habe ich nicht mehr Sport gemacht und nicht gehungert – also mit wenig Mühe schon ordentlich was erreicht.

    Die Autorin: Maria John Sánchez studiert Germanistik und Romanistik an der Universität Bonn und sammelte journalistische Erfahrungen bei der Nordwest-Zeitung und beim Hochschulradio bonnFM.

    Mehr: Warum es sich für Manager lohnen kann, die Fastenzeit ernst zu nehmen

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