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Getränke US-Strafzölle und Brexit bedrohen die deutsche Sektbranche

Auf deutschem Schaumwein könnten bald deutlich erhöhte US-Zölle zukommen. Auch die Brexit-Unsicherheiten bleiben ein Problem für die Winzer.
20.12.2019 - 13:36 Uhr Kommentieren
Die USA sind das wichtigste Abnehmerland für deutsche Winzer. Quelle: obs
Sektflaschen

Die USA sind das wichtigste Abnehmerland für deutsche Winzer.

(Foto: obs)

Düsseldorf Exportstarke Schaumwein-Kellereien blicken in eine Zukunft mit vielen Unwägbarkeiten. Sie sind zum Spielball von Donald Trumps Handelspolitik und Boris Johnsons Brexit-Plänen geworden. Die französischen Champagnerproduzenten sind besonders betroffen: Rund 40 Millionen Flaschen im Wert von 982 Millionen Euro verkaufen sie in den USA und Großbritannien, die mit Abstand wichtigsten Auslandsmärkte.

Der Zorn von Präsident Trump über die Besteuerung von US-Internetkonzernen wie Google und Facebook in Frankreich soll auch den Champagner treffen. Und zwar mit Vergeltungszöllen von gleich 100 Prozent. Ob die Strafzölle tatsächlich verhängt werden, entscheidet sich nach Anhörungen im Januar.

Auf Wein aus Deutschland erheben die USA bereits seit dem 18. Oktober Strafzölle von 25 Prozent – diesmal als von der Welthandelsorganisation legitimierte Vergeltung auf unrechtmäßige Airbus-Subventionen in der Europäischen Union. Das trifft deutsche Winzer empfindlich, sind doch die USA das wichtigste Abnehmerland.

Nun hat das Amt des US-Handelsbeauftragten kürzlich eine erheblich erweiterte Sanktionsliste vorgelegt. Auch deutschem Sekt drohen Strafzölle von bis zu 100 Prozent. Das würde Winzer mit starkem Amerika-Geschäft empfindlich treffen, warnt der Verband Deutscher Sektkellereien. Bis 13. Januar kann die EU Stellung nehmen.

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    Die Ungewissheit über den Brexit ist für europäische Winzer ein weiteres Problem. Gibt es kein Freihandelsabkommen oder Ähnliches, was der Verband derzeit fürchtet, kommen wohl Zölle auch auf Schaumwein. Das dürfte klar negative Auswirkungen auf den Absatz haben, fürchtet der Verband.

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    Hinzu kommt: Die Briten versorgen sich zunehmend selbst mit Sekt. Die Wein-Produktion hat sich 2018 bei nur leicht steigender Fläche knapp verdreifacht. 13,2 Millionen Flaschen Wein wurden laut Organisation „Wines of Great Britain“ auf der Insel abgefüllt, davon mehr als zwei Drittel Schaumwein. 2017 waren es insgesamt nur 5,7 Millionen Flaschen. „Ein klarer Beweis für den Klimawandel“, sagt der britische Weinexperte Stuart Pigott.

    Französische Champagnerhäuser wie Taittinger haben diesen Trend schon vor einigen Jahren erkannt und über ein Joint Venture 69 Hektar Farmland in Kent erworben. Taittinger hält die Mehrheit. Unter der Marke „Domaine Evremond“ sollen in Südengland einmal 300.000 Flaschen im Jahr produziert werden.

    Mehr: Die Kunden greifen traditionell zu günstigem Schaumwein, doch edle Winzersekte sind im Kommen. Auch Rosé, Fruchtsecco und alkoholfreier Sekt legen zu.

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