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Getränkehersteller Interesse von Coca-Cola lässt Cannabis-Aktie in die Höhe schnellen

Der Getränkeriese erwägt, in das Geschäft mit Cannabis-Getränken einzusteigen. An der Börse begeistert die Nachricht die Anleger.
Update: 17.09.2018 - 17:33 Uhr Kommentieren
Coca-Cola verhandelt laut einem Bericht mit dem kanadischen Produzenten. Quelle: picture alliance / empics
Aurora Cannabis

Coca-Cola verhandelt laut einem Bericht mit dem kanadischen Produzenten.

(Foto: picture alliance / empics)

New YorkDer größte Getränkehersteller der Welt könnte der nächste Branchenriese sein, der in das Geschäft mit Cannabisgetränken einsteigt. Coca-Cola beobachtet nach eigenen Angaben die entstehende Industrie und ist an Getränken mit CBD interessiert – dem nicht-psychoaktiven Inhaltsstoff in Marihuana, der gegen Schmerzen eingesetzt wird, aber keine Rauschwirkung entfaltet.

Der in Atlanta ansässige Softdrink-Hersteller führt laut einem Bericht von BNN Bloomberg Television für die Entwicklung der Getränke Gespräche mit dem kanadischem Marihuana-Produzenten Aurora Cannabis.

„Wir beobachten intensiv das Wachstum von nicht-psychoaktivem CBD als Bestandteil von funktionellen Wellnessgetränken auf der ganzen Welt“, sagte Coca-Cola-Sprecher Kent Landers in einer E-Mail-Mitteilung an Bloomberg News. „Der Bereich entwickelt sich schnell. Derzeit sind noch keine Entscheidungen getroffen worden.“ Landers wollte zu Aurora keinen Kommentar abgeben.

Anleger von Aurora versetzte die Nachricht in einen Kaufrausch. Die Aktien stiegen am Montag an der Börse in Toronto um bis zu 22 Prozent auf 10,42 Dollar.

Coca-Colas möglicher Vorstoß in den Marihuana-Sektor erfolgt, während Getränkehersteller versuchen, Cannabis als trendigen Inhaltsstoff hinzuzufügen, während sich ihr traditionelles Geschäft abschwächt. Im August gab der Corona-Bierbrauer Constellation Brands bekannt, dass er 3,8 Milliarden Dollar für eine Erhöhung seines Anteils an Canopy Growth ausgeben würde. Der kanadische Marihuana-Produzent kommt auf einen Marktwert von mehr als 13 Milliarden kanadischen Dollar (8,56 Milliarden Euro).

Molson Coors startet ein Joint Venture mit Quebecs Hydropothecary zur Entwicklung von Cannabisgetränken in Kanada. Diageo, der Hersteller von Guinness-Bier, führt Gespräche mit mindestens drei kanadischen Cannabisproduzenten über einen möglichen Deal, berichtete BNN Bloomberg im August. Die Craft-Bier-Marke Lagunitas von Heineken hat eine Marke auf den Markt gebracht, die sich auf alkoholfreie Getränke spezialisiert hat , die mit THC – dem aktiven Wirkstoff von Marihuana – versetzt werden.

Als Ausnahmemedikation bei schweren Erkrankungen kann Cannabis in Deutschland laut der „Deutschen Apotheker Zeitung" seit März letzten Jahres verordnet werden. Dem Deutschen Hanfverband zufolge gilt CBD zudem als relativ arm an Nebenwirkungen.

Kanada und einige US-Bundesstaaten haben Marihuana auch für nicht medizinische, also Genusszwecke legalisiert. Nach dem US-Bundesrecht bleibt der Handel damit aber verboten.

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