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Gewerkschaft Verdi fordert Mitsprache bei Karstadt-Kaufhof-Fusion

Der Zusammenschluss der Warenhausketten steht unmittelbar vor dem Abschluss. Jetzt will sich die Gewerkschaft Verdi in die Verhandlungen einmischen.
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Karstadt-Kaufhof-Fusion: Verdi fordert Mitsprache  Quelle: dpa
Karstadt und Kaufhof

Insidern zufolge haben sich die Warenhäuser bereits auf die wichtigsten Eckpunkte der Fusion verständigt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Gewerkschaft Verdi hat die Eigentümer der Warenhausketten Kaufhof und Karstadt aufgefordert, die Mitarbeiter in ihre Fusionsverhandlungen einzubinden.

Bei einem Geschäft in dieser Größenordnung müssen die Beschäftigten in der jetzigen Phase der Gespräche eine wichtige Rolle spielen und durchgängig am Prozess beteiligt werden“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Eigner des Kaufhof, die nordamerikanische Handelskette HBC, und des Wettbewerbers Karstadt, die Signa Holding des österreichischen Investors Rene Benko, müssten ihrer sozialen Verantwortung nachkommen.
Beide dürften Karstadt und Kaufhof deshalb auch nicht verschmelzen. Die Gewerkschaft entscheide natürlich nicht über eine mögliche Transaktion, doch sei für Verdi „das ‚wie‘ einer möglichen Übernahme von besonderer Bedeutung.“ Hintergrund der Forderung ist die unterschiedliche Lage der Arbeitnehmer bei den beiden Ketten.

Benko und HBC stehen Insidern zufolge unmittelbar vor einer Einigung über die Fusion der beiden Warenhausketten. Es seien nur noch letzte Details zu klären, eine Einigung könne in den kommenden zwei Wochen verkündet werden, hatten mit dem Vorgang vertraute Personen Reuters gesagt. Verdi hat mit Blick auf die Fusion aber die Tarifverträge bei beiden Ketten im Blick.

Bei Karstadt gilt seit Dezember 2016 ein Zukunftstarifvertrag, der regelt, dass die Beschäftigten zeitweise auf Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes sowie Tariferhöhungen verzichten. Spätestens ab April 2021 soll wieder der Flächentarifvertrag gelten. Bei Galeria Kaufhof gilt dagegen weiter der Flächentarifvertrag für den Einzelhandel. Das Management der angeschlagenen Kette dringt aber auf einen Sanierungstarifvertrag. Entsprechende Gespräche standen im Sommer kurz vor dem Abschluss – dann waren sie aber wegen der Verhandlungen über eine Fusion auf Eis gelegt worden.

Verdi will nun verhindern, dass Beschäftigte durch ein Zusammengehen der Ketten schlechter gestellt werden. „Es geht darum, bei einer möglichen Zusammenarbeit gleich welcher Art in die beteiligten Menschen zu investieren und sie nicht auch noch bezahlen zu lassen“, sagte Nutzenberger.

„Eine der wichtigen Zukunftsinvestitionen wäre die schnelle Rückführung der Karstadt-Beschäftigten in den Flächentarifvertrag.“ Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie die Tarifbindung für Kaufhof und für Karstadt seien keine unerfüllbaren Forderungen. Verdi positioniert sich damit erstmals öffentlich zum Zusammenschluss der beiden Ketten.

HBC und der Karstadt-Eigentümer Benko hatten sich Insidern zufolge bereits Anfang Juli auf Eckpunkte für eine Fusion verständigt. Karstadt, Karstadt Sport und Kaufhof sollen der Übereinkunft zufolge in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammengefasst werden, hatten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen gesagt.

Benkos Holding Signa solle mit rund 51 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen bekommen und das operative Geschäft mit ihrem Handelsexperten, dem Karstadt-Chef Stephan Fanderl, managen. Auch die Warenhaus-Immobilien sollen Teil der Übereinkunft sein. Kaufhof-Eigner HBC würden bei dem Deal voraussichtlich knapp eine Milliarde Euro für Benkos Anteil am operativen Geschäft und den Warenhaus-Immobilien zufließen.

  • rtr
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