Gift-Drohung Rentner erpresste Kaufland und Haribo

Ein Rentner aus dem Ruhrgebiet soll Haribo und Kaufland erpresst haben. Der 74-Jährige drohte damit, Lebensmittel mit Zyanid zu vergiften. Motiv für die Tat war offenbar Geldmangel.
Update: 17.02.2017 - 11:52 Uhr Kommentieren
Ein Rentner soll damit gedroht haben, Produkte des Bonner Konzerns zu vergiften. Quelle: Reuters
Haribo Goldbären

Ein Rentner soll damit gedroht haben, Produkte des Bonner Konzerns zu vergiften.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/BonnDer Süßwarenhersteller Haribo und die Handelskette Kaufland wurden offenbar von einem Rentner erpresst. Wie der WDR meldet, handelt es sich dabei um einen 74-Jährigen aus Dortmund. Dieser soll gedroht haben, Süßigkeiten mit Zyanid zu vergiften, und forderte angeblich jeweils eine Million Euro von den beiden Unternehmen. „Es gibt ein entsprechendes Ermittlungsverfahren“, sagte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft am Freitag.

Wie der Sender weiter berichtet, platzierte der Rentner in mehreren Supermarkt-Filialen auf Waren Aufkleber mit dem Hinweis „Vorsicht, Gift“. Er soll auch versucht haben, sich über das Darknet Gift zu beschaffen. Der Mann sei Heiligabend in Würzburg verhaftet worden. Als Motiv gab sein Anwalt gegenüber dem WDR chronischen Geldmangel an. Seine Forderungen habe er zunächst per Einschreiben geschickt, später soll er per E-Mail nachgelegt haben.

„Ob und wann wir Anklage erheben, ist noch unklar“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mann sei nach einer Haftbeschwerde vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.

Was sich hinter deutschen Firmennamen verbirgt
Metro AG und Ceconomy
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Die Großhandels-Märkte unter dem Namen Metro (eigentlich: Metro Cash & Carry) und die Supermarktkette Real sind allgemein ein Begriff, die Elektronikhändler Saturn und Media Markt sowieso. All das war bisher ein Konzern: Metro. 2017 spaltet der Handelsriese sich nun auf: Supermarktkette und Großhandelsgeschäft werden weiter als Metro AG an der Börse geführt. Der bisherige Geschäftszweig Media-Saturn bekommt hingegen eine neue Dachgesellschaft namens Ceconomy. Die Aufteilung wird Metro nach Unternehmensangaben rund 100 Millionen Euro kosten.

Metro
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Unter dem Namen „Metro“ eröffnete der „Spar“-Kaufmann Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck Ende 1963 seinen ersten Großhandelsmarkt, und zwar im Essener Ortsteil Vogelheim. Schmidt-Ruthenbeck habe sich den Namen ausgedacht, erinnerte sich ein Manager der ersten Stunde, weil er damit den Begriff „Metropole“ assoziierte. Sogar den Hollywood-Riesen Metro-Goldwyn-Mayer funkt der Duisburger an, um sich auf die Nutzung der Namensrechte zu verständigen. Doch die Amerikaner interessiert der Lebensmittelhändler im Ruhrgebiet nicht die Bohne. Generös verzichtet die Filmgesellschaft auf eine Entschädigung.

Rimowa
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Das Kölner Familienunternehmen ist bekannt für seine hochpreisigen Rollkoffer aus Aluminium. Das Unternehmen mit rund 3.000 Beschäftigten machte im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro und damit rund 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Nun hat die französische Luxusgruppe LVMH für 640 Millionen Euro 80 Prozent des Unternehmens übernommen. Rimowa bedeutet „Richard Morszeck Warenzeichen“.

Tui
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Derzeit verhandeln die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin und der Reisekonzern Tui über eine Fusion. Stimmt der Aufsichtsrat des Reisekonzerns Tui AG am 26. Oktober zu, wird die Flotte mit 41 Maschinen – immerhin Deutschlands drittgrößte Fluggesellschaft – mehrheitlich an einen neuen Firmenverbund abgegeben, an dem Tui nur noch 25 Prozent der Anteile hält. Die Abkürzung TUI steht übrigens für „Touristik Union International“.

Innogy (Energiekonzern, Essen)
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Innogy ist ein Produkt der Aufspaltung von RWE. Das Unternehmen umfasst das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und den Vertrieb des Energieriesen. Der Name kombiniert die Begriffe „Innovation“, „Energy“ und „Technology“ und wird bereits seit längerem im RWE-Konzern verwendet. 2002 übernahm der Energieversorger das britische Unternehmen Innogy, das daraufhin in RWE npower umbenannt wurde.

RWE
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Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen. Der Name des Unternehmens steht für Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk.

Haribo (Süßigkeitenhersteller, Bonn)
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1920 gegründete Johann „Hans“ Riegel in Bonn der Süßwarenkonzern Haribo. Die Unternehmensbezeichnung leitet sich aus den beiden ersten Buchstaben des Vor- und Nachnamens von Hans Riegel sowie den beiden ersten Buchstaben des Standortes (Bonn) ab.

„Haribo hat zu jeder Zeit mit den zuständigen Ermittlungsbehörden kooperiert“, teilte ein Sprecher von Haribo in Bonn mit. „Wie uns auch die Polizei bestätigt hat, bestand zu keiner Zeit Gefahr für unsere Verbraucher.“ Das bestätigte auch der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft: Die Ermittler gingen davon aus, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Kunden oder Öffentlichkeit bestanden habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Kaufland-Mutterkonzern erpresst wird. Im vergangenen April brachten mehrere Täter in einer Lidl-Filiale in Herten einen Sprengsatz zur Explosion. Auch sie forderten eine Million Euro, wurden aber später festgenommen. Lidl gehört wie Kaufland zur Schwarz-Gruppe.

  • opl
  • dpa
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