Großes Umsatzplus Einzelhandel freut sich über „grandiosen Ausblick“

Der deutsche Einzelhandel hat seinen Umsatz zum Jahresauftakt so stark gesteigert wie seit Juni 2010 nicht mehr. Laut Ökonomen spielen günstige Energiepreise und der Mindestlohn dem Handel in die Karten.
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Die Kauflaune in Deutschland steigt. „Die Stimmung der Verbraucher ist angesichts der niedrigen Inflation, des günstigen Arbeitsmarktes und steigender Löhne recht gut“, sagt Ökonom Thomas Amend. „Sie sind offenbar bereit, das Geld auch auszugeben.“ Quelle: dpa
Einzelhandel.

Die Kauflaune in Deutschland steigt. „Die Stimmung der Verbraucher ist angesichts der niedrigen Inflation, des günstigen Arbeitsmarktes und steigender Löhne recht gut“, sagt Ökonom Thomas Amend. „Sie sind offenbar bereit, das Geld auch auszugeben.“

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BerlinRückenwind durch günstige Energie und den neuen Mindestlohn: Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz zum Jahresauftakt so stark gesteigert wie seit Juni 2010 nicht mehr. Die Erlöse kletterten im Januar inflationsbereinigt um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Dies war doppelt so stark wie von Ökonomen erwartet. „Die niedrigen Energiepreise und der Mindestlohn zeigen Wirkung“, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar. „Beides hat die Kaufkraft der Konsumenten zum Jahreswechsel deutlich gesteigert, und die Taschen der Verbraucher sind tiefer geworden.“

Der Branchenverband HDE peilt für das laufende Jahr ein Umsatzplus von nominal 1,5 Prozent an, nach einem Anstieg von 1,8 Prozent 2014. Die Aussichten sind günstig. Denn die Kauflaune der Verbraucher ist nach Angaben der GfK-Marktforscher derzeit so gut wie seit Oktober 2001 nicht mehr. Zudem müssen die Konsumenten momentan weniger fürs Tanken und Heizen bezahlen und können deshalb mehr Geld in andere Einkäufe oder

Dienstleistungen stecken. „Die Stimmung der Verbraucher ist angesichts der niedrigen Inflation, des günstigen Arbeitsmarktes und steigender Löhne recht gut“, sagte HSBC-Ökonom Thomas Amend. „Sie sind offenbar bereit, das Geld auch auszugeben.“

Weit überdurchschnittlich profitierten die Internet- und Versandhändler von der Kauflaune der Deutschen. Hier stiegen die Umsätze binnen Jahresfrist um 14 Prozent.

Dies dürfte auch eine Art Nachklapp des Weihnachtsgeschäfts sein, denn viele Konsumenten lösen im Januar Gutscheine und Geldgeschenke ein. Einzig die Umsätze im Handel mit Kleidung und Schuhen fiel. Nicht zuletzt das vergleichsweise warme Wetter sorgte für ein Minus von gut zwei Prozent.

Von Dezember auf Januar kletterten die Umsätze insgesamt um 2,9 Prozent. Dies war rund sieben Mal stärker als von Ökonomen erwartet und das größte Plus seit sieben Jahren. „Der Konsum bleibt eine der Wachstumsstützen der deutschen Konjunktur in diesem Jahr“, sagte Amend.

BayernLB-Fachmann Kipar sprach von einem „grandiosen Ausblick – man tut sich schwer, hier noch ein Haar in der Suppe zu finden“.

  • rtr
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