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Großhändler Milliardär Kretinsky greift nach der Macht bei Metro – Aktie legt deutlich zu

Überraschend startet der Tscheche einen zweiten Anlauf für eine Komplettübernahme des Großhändlers. Der Metro-Vorstand hält das neue Angebot für zu niedrig.
13.09.2020 Update: 14.09.2020 - 09:00 Uhr Kommentieren
Metro-Übernahme: Großaktionär EP Global Commerce startet 2. Anlauf Quelle: dpa
Metro

Metro-Großaktionär Kretinsky möchte den Einzelhändler von der Börse nehmen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Paukenschlag kam am Sonntagabend um 21.16 Uhr. Ohne jede Vorwarnung legte der Großaktionär EP Global Commerce ein freiwilliges Übernahmeangebot für alle Aktien des Großhandelskonzerns Metro vor. Der Investor, hinter dem der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky und sein Geschäftspartner Patrik Tkac stehen, bietet 8,48 Euro je Stammaktie und 8,87 Euro je Vorzugsaktie.

Kretinsky rechnet jedoch selber nicht damit, kurzfristig die Mehrheit an Metro zu bekommen. „EP Global Commerce geht nicht davon aus, nach dem Vollzug des Übernahmeangebots mehr als 50 Prozent der Stimmrechte zu halten“, heißt es in der Mitteilung. Der Investor kann jedoch auf diese Weise anschließend seinen Anteil durch Zukäufe weiter ausbauen.

Kretinsky hatte bereits im vergangenen Jahr vergeblich versucht, die Metro zu übernehmen. Er hatte damals noch 16 Euro je Stammaktie geboten. Er erreichte jedoch nicht die von ihm selbst gesetzte Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent. Danach erhöhte er seinen Anteil auf 29,99 Prozent. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent hätte er ein Pflichtangebot vorlegen müssen.

Gescheitert war Kretinsky letztlich daran, dass er sich nicht mit den beiden anderen Großaktionären Beisheim und Meridian über einen Verkauf ihrer Anteile einigen konnte. Sie hatten das Angebot damals als zu niedrig abgelehnt, ihre Anteile gepoolt und ebenfalls Aktien zugekauft. Sie halten heute zusammen gut 23 Prozent.

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    Mittlerweile hat sich die Situation jedoch grundlegend geändert. Der Aktienkurs ist seit Mitte letzten Jahres von 16 Euro auf zeitweise unter acht Euro abgestürzt – obwohl Metro zwischenzeitlich durch Verkauf von Beteiligungen mehr als eine Milliarde Euro eingenommen hat.

    Kurs der Aktie springt nach oben

    Obwohl das erneute Übernahmeangebot nur geringfügig über dem letzten Kurs lag, reagierte die Metro-Aktie deutlich auf das erneute Übernahmeangebot. Der Kurs sprang zur Eröffnung um sieben Prozent auf fast neun Euro. Am Freitag hatte das Papier bei 8,32 Euro geschlossen.

    Der Metro-Vorstand teilte in einer erste Reaktion mit, dass er davon überzeugt ist, dass das Angebot das Unternehmen erheblich unterbewertet. Aufsichtsrat und Vorstand würden aber das unaufgeforderte Angebot in einer begründeten Stellungnahme umfassend kommentieren, sobald die vollständige Angebotsunterlage verfügbar ist. Bis dahin rät Metro den Aktionären, keine Maßnahmen zu ergreifen.

    Die ablehnende Haltung der Metro überrascht nicht. Schon das erste Angebot über 16 Euro vor einem Jahr hatten Aufsichtsrat und Vorstand zurückgewiesen mit der Begründung, es liege unter dem tatsächlichen Wert des Unternehmens.

    Auch die Großaktionäre Meridian und Beisheim reagierten negativ. „Der Pool ist überrascht über das Angebot und wird darauf nicht eingehen“, teilten sie über einen Sprecher auf Nachfrage mit. Nach der Konzentration des Geschäfts auf den Großhandel gehe es jetzt darum, „die Aufbruchstimmung zu nutzen und keine Unruhe zu schüren.“

    Kretinsky ändert mit dem Vorstoß erneut seine Strategie. Zuletzt hatte er betont, dass er nur dann einen neuen Übernahmeversuch starten werde, wenn er sich mit den anderen beiden Großaktionären über einen Verkauf der Aktien geeinigt habe.

    Doch jetzt sieht der Milliardär, der auch Anteile an der französischen Supermarktkette Casino und dem tschechischen Onlinehändler Mall hält, offenbar eine gute Gelegenheit, zu einem günstigen Preis seine Machtposition bei Metro auszubauen. Alle restlichen Aktien zu übernehmen würde den Investor rund 2,2 Milliarden Euro kosten. Die finanzierenden Banken für die Transaktion sind BNP Paribas und Société Générale.

    Für Metro steht damit ein kompletter Umbruch an. Denn vor drei Wochen erst hatte Metro-CEO Olaf Koch, der den Konzern neun Jahre lang geführt hatte, seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Kretinsky hatte diesen Rücktritt nie gefordert, aber mehrfach bemängelt, dass der Umbau bei Metro zu langsam gehe.

    Kretinsky hat immer klargemacht, dass er bei Metro langfristige Ziele verfolgt. Marco Arcelli, der als Vorstandschef von EP Global Commerce auch im Aufsichtsrat von Metro sitzt, hatte noch im März betont: „Als langfristig orientierter Investor glauben wir fest an die Attraktivität des Handelsgeschäfts in Europa und an das Potenzial unserer derzeitigen Beteiligungen an Metro, Casino und der Mall Group.“

    Mehr: Metro-Aufsichtsrat: Neuer Konzernchef soll Kochs Strategie fortführen

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