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Großhandel Einkaufsplattform Ankorstore hilft kleinen Händlern durch die Krise

Der digitale Marktplatz bietet geringen Mindestbestellwert – und späte Zahlung. Mit frischem Kapital beschleunigt er nun die Expansion in Deutschland.
01.12.2020 - 08:00 Uhr Kommentieren
Die Ankorstore-Gründer wollen den Großhandel revolutionieren. Investoren ermöglichen nun auch die Deutschland-Expansion. Quelle: WelcomeToTheJungle
Nicolas Cohen, Pierre-Louis Lacoste, Nicolas d'Audiffret und Mathieu Alengrin

Die Ankorstore-Gründer wollen den Großhandel revolutionieren. Investoren ermöglichen nun auch die Deutschland-Expansion.

(Foto: WelcomeToTheJungle)

Düsseldorf In Deutschland hat Ankorstore erst einen Mitarbeiter. Deutschlandchef Mateusz Witjes sitzt seit vier Wochen in seinem neuen Büro in Düsseldorf, um näher an den Kunden zu sein. Den hiesigen Marktstart des französischen Großhändlers hatte er zuvor von Paris aus koordiniert. Inzwischen zählt er bereits 3000 deutsche Händler auf der Plattform, jeden Tag kommen Dutzende hinzu.

Ankorstore betreibt Großhandel mit einem anderen Ansatz. Kleine Händler können auf der Plattform online bei Markenherstellern einkaufen. Neu sind die Konditionen: Der Mindesteinkaufswert liegt bei nur 100 Euro, die Einkäufer zahlen keine Versandkosten, und das Zahlungsziel liegt auf Wunsch bei bis zu 60 Tagen. Das schont in diesen schwierigen Zeiten die Liquidität.

„Wir bieten kleinen Händlern einen disruptiven Ansatz“, sagt Witjes. Sie könnten ohne Risiko und mit kleinem Investment neue Marken und Lieferanten ausprobieren. Das scheint gerade in Coronazeiten einen Nerv zu treffen. „Der Kern unserer Kunden sind stationäre Händler“, berichtet Witjes.

Dass dieser Weg Potenzial hat, haben Ankorstore jetzt vier namhafte Investoren bestätigt. In einer Series-A-Runde haben sie 25 Millionen Euro in das Start-up investiert. Angeführt wird die Runde vom Risikokapitalgeber Index Ventures, der bereits Plattformen wie Facebook, Etsy und Deliveroo finanziert hat. Erneut dabei sind auch Global Founders Capital, Alven sowie Aglaé Ventures, die als Seed-Investoren bereits sechs Millionen Euro in Ankorstore investiert hatten.

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    „Wir glauben seit langem an Plattformen, die unabhängigen Marken und Einzelhändlern helfen, unter gleichen Bedingungen mit Handelsgiganten zu konkurrieren“, begründet Martin Mignot, Partner bei Index Ventures, das Engagement des Investors. Er lobt an Ankorstore, dass es Einzelhändlern „radikal einfacher und erschwinglicher macht, bei unabhängigen Marken Ware zu beziehen“.

    Gegründet haben Ankorstore vier Unternehmer, die langjährige Erfahrung im E-Commerce und speziell mit Plattformen haben. Nicolas Cohen, 43, und Nicolas d’Audiffret, 41, hatten vor einigen Jahren ihr Start-up „A Little Market“ für 100 Millionen Euro an Etsy verkauft. Darüber lernten sie deren Frankreich-Chef Pierre-Louis Lacoste, 38, kennen. Gemeinsam mit dem IT-Experten Mathieu Alengrin, 35, entwickelten sie die Idee zum neuen Großhandelsmodell.

    Plattform bietet Preisvorteile für die Kunden

    „Wir freuen uns, dass unsere Investoren dieses positive Signal vor dem Hintergrund der vermutlich bisher größten Krise für den europäischen Einzelhandel gesendet haben“, freut sich Mitgründer Lacoste. Dass sie auch Index Ventures von ihrer Vision überzeugen konnten, zeige, dass dem stationären Einzelhandel weiterhin die Zukunft gehört. „Zur Gestaltung dieser Zukunft möchten wir aktiv beitragen“, betont Lacoste. Mit dem frischen Kapital soll insbesondere die Expansion in Deutschland beschleunigt werden.

    Bisher müssen Einzelhändler häufig den direkten Kontakt zu vielen einzelnen Herstellern suchen und dort eine hohe Mindestmenge abnehmen, die in der Regel auch vorfinanziert werden muss. Wenn dann noch in Coronazeiten Kunden wegbleiben und sogar immer wieder Ladenschließungen oder Beschränkungen im Verkauf drohen, bedeutet das ein hohes finanzielles Risiko, das für kleinere Händler kaum zu stemmen ist.

    Über die Plattform von Ankorstore können sie mit einem Kontakt aus dem Angebot von zurzeit 2000 Marken auswählen. Der Marktplatz, der auf die Kategorien Lebensmittel, Schönheitspflege, Haushaltswaren und Mode spezialisiert ist, bündelt ihre Bestellungen – wie eine Art Amazon für den Großhandel.

    Ankorstore ist eine kuratierte Plattform, das heißt, das Unternehmen wählt aktiv aus, welche Marken angeboten werden. „Wir wollen das Angebot an deutschen Marken jetzt massiv ausbauen“, sagt Deutschlandchef Witjes, der zuvor für die Heimwerker-Plattform Manomano gearbeitet hat. Es gebe für Händler auch die Möglichkeit, das Sortiment auf der Plattform nach Marken „made in Germany“ zu filtern.

    Das Unternehmen ist in Frankreich gegründet worden und ist mittlerweile auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Belgien, Spanien und den Niederlanden aktiv. Mehr als 15.000 Händler kaufen dort insgesamt schon ein. Bisher hat Ankorstore rund 30 Mitarbeiter, fünf davon arbeiten für den deutschen Markt. Doch mit dem frischen Kapital soll diese Zahl bis Jahresende verdreifacht werden.
    Noch liegt der Fokus auf dem Wachstum, nicht auf schwarzen Zahlen. „Ziel ist es natürlich, langfristig profitabel zu sein“, sagt Witjes, aber er betont: „Kurzfristig müssen wir jedoch viel investieren, um neue Marktanteile dazuzugewinnen.“

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