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Großhandel Milliardär Kretinsky scheitert bei Metro-Übernahme – vorerst

Der Milliardär Kretinsky erreicht die angepeilte Schwelle für den Übernahmeversuch nicht. Einen höheren Preis hält der Tscheche aber nicht für gerechtfertigt.
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Die Metro-Großaktionäre Beisheim Group und Meridian Stiftung konnte der tschechische Milliardär nicht überzeugen. Quelle: AFP
Daniel Kretinsky

Die Metro-Großaktionäre Beisheim Group und Meridian Stiftung konnte der tschechische Milliardär nicht überzeugen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Das offizielle Ergebnis, wie viele Metro-Aktionäre sein Übernahmeangebot angenommen haben, wird zwar erst am Freitagnachmittag veröffentlicht. Doch der tschechische Investor redet nicht lange drum herum. „Wir haben die Schwelle verfehlt, deshalb erlischt unser Angebot“, sagte Daniel Kretinsky. Damit ist sein Versuch, den Großhandelskonzern komplett zu übernehmen, gescheitert.

Dabei hatte er das Projekt akribisch vorbereitet. Im August 2018 hatte er zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac die ersten Metro-Anteile von Haniel übernommen. Nach „detaillierter Prüfung des Unternehmens“, wie er jetzt noch mal betonte, machte Kretinsky zehn Monate später über die Gesellschaft EP Global Commerce das freiwillige Übernahmeangebot über 16 Euro pro Stammakte und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie. Als Bedingung hatte er gesetzt, dass er 67 Prozent der Aktien bekommt.

Dass er das nicht erreichte, lag in erster Linie daran, dass er die Großaktionäre Beisheim Group und Meridian Stiftung nicht überzeugen konnte. „Ich respektiere ihre Entscheidung, die Aktien nicht zu verkaufen“, sagte Kretinsky.

Die Großaktionäre waren offenbar etwas überrascht von Kretinskys Verhandlungsstrategie. Obwohl eine Metro-Übernahme ohne deren Zustimmung nicht möglich ist, gab es im Vorfeld des Angebots keine Abstimmungen mit ihnen über einen Preis, zu dem sie bereit gewesen wären zu verkaufen.

Wie Kretinsky jetzt verriet, waren ihm aus rechtlichen Gründen die Hände gebunden. Er hatte auch Optionen auf Metro-Aktien, die von Ceconomy gehalten wurden. Und bei Ceconomy sind sowohl Beisheim wie Meridian Aktionäre und im Aufsichtsrat vertreten. Deshalb hätte er ihnen Insiderwissen gegeben, wenn er mit ihnen vorab über seine Metro-Strategie gesprochen hätte.

„Nicht allein der Preis entscheidet“

Experten wissen, wie wichtig in einem solchen Fall frühzeitige Sondierungsgespräche insbesondere mit langjährigen Familienaktionären sind. „Nicht immer ist der Preis für die Entscheidung allein verantwortlich“, sagt Oliver Schmitt, Partner und Leiter Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht am Standort München der Kanzlei Rödl & Partner. „Wichtig ist auch, ob zwischen Käufer und Verkäufer die Chemie stimmt“, so Schmitt.

Doch im Grunde ging es den Großaktionären trotz aller öffentlichen Bekenntnisse zur Zukunft der Metro hauptsächlich darum, für ihren Metro-Anteil den bestmöglichen Preis zu erzielen. Anders als Haniel waren sie auf keinen Fall bereit, das Angebot von 16 Euro pro Stammaktie anzunehmen.

In den folgenden Verhandlungen war Kretinsky jedoch nicht bereit, sein Angebot zu modifizieren. Aus seiner Sicht mit gutem Grund: „Wir haben den aktuellen Zustand von Metro und ihr Potenzial sehr tief analysiert und haben festgestellt, dass ein höheres Angebot nicht gerechtfertigt ist.“

Wie er jetzt weiter vorgeht, ließ er offen. „Wir haben alle Optionen – und das ist ein Vorteil, den man nicht zu früh aufgeben sollte“, sagte er. Doch er deutete an, dass er langfristiges Interesse an Metro hat – und jetzt auch einen Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden möchte. Zurzeit hält Kretinskys EP Global Commerce 17,5 Prozent der Anteile. Wenn sie die Optionen von Haniel zieht, könnte sie über 30 Prozent kommen.

Aus Sicht von Kretinsky sind jetzt Management und Aufsichtsrat in der Verantwortung zu zeigen, dass Metro mehr wert ist als die von ihm gebotenen 16 Euro pro Aktie. Immerhin hatten sie diese Offerte als zu niedrig abgelehnt. „Jetzt müssen sie liefern“, sagte er. Sie müssten nun beweisen, dass Metro in der Lage ist, mehr Wert für die Aktionäre zu liefern.

Der Aktienkurs von Metro reagierte kaum noch auf die Bestätigung, dass der Übernahmeversuch gescheitert ist. Dass die Schwelle nicht erreicht wird, hatte sich schon seit Tagen abgezeichnet. Deswegen war der Kurs von den 16 Euro auf zeitweise unter 14 Euro abgerutscht. Am Donnerstag pendelte er sich knapp über 14 Euro ein.

Mehr: Zuschauer statt Gestalter: Warum der Metro-Chef machtlos ist.

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