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Großmärkte Metro will Erlös aus dem Verkauf des China-Geschäfts für Übernahmen nutzen

Metro gibt sein China-Geschäft an Wumei ab und beteiligt sich dafür an dem chinesischen Einzelhändler. Der Deal wird mit 1,9 Milliarden Euro bewertet.
Update: 11.10.2019 - 17:24 Uhr Kommentieren
Aktuell betreibt Metro in der Volksrepublik über 90 Märkte – fast so viele wie im deutschen Heimatmarkt. Quelle: dpa
Metro-Markt in Dortmund

Aktuell betreibt Metro in der Volksrepublik über 90 Märkte – fast so viele wie im deutschen Heimatmarkt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Handelsriese Metro verkauft einen Mehrheitsanteil an seinem China-Geschäft an einen Einzelhändler aus der Volksrepublik. Das China-Geschäft gehe an eine Tochter von Wumei – der englische Firmenname lautet Wumart –, teilte der Handelskonzern am Freitag mit. Als Gegenleistung fließt Metro rund Milliarde Euro zu, zudem erhalten die Düsseldorfer eine Beteiligung von etwa 20 Prozent an dem künftigen Joint-Venture mit Wumei.

„Das ist ein wirklich wichtiger Tag für uns. Das ist ein großer Schritt in der Umsetzung unserer Strategie, uns ganz auf den Großhandel zu konzentrieren“, sagte Metro-Chef Olaf Koch bei einer Telefonkonferenz am Freitag nach Bekanntgabe des Verkaufs. „Die zusätzlichen Mittel werden uns in die Lage versetzen, die Wachstumsdynamik in unserem Unternehmen deutlich zu beschleunigen.“

Da der Cash-Zufluss über dem Buchwert des China-Geschäfts liegt, werde der Deal zunächst einmal die Bilanz stärken und das Kreditrating verbessern. Mittelfristig will Metro das Kapital für Übernahmen im Großhandels-Liefergeschäft nutzen und damit zur Konsolidierung der zersplitterten Branche beitragen. „Es gibt in Europa einen Überhang an Möglichkeiten, mit kleineren Akquisitionen unser Portfolio abzurunden“, sagte Koch.

Die Abgabe der Mehrheit am China-Geschäft ist Teil des strategischen Konzernumbaus von Metro-Chef Olaf Koch. Er will den Düsseldorfer Handelsriesen auf das Geschäft rund um die Großmärkte konzentrieren - Gastronomen, Hoteliers und Caterer stehen im Fokus. In China ist kommt der Großteil den Kunden aber nicht aus dieser Gruppe, es sind vor allem kleinere Unternehmer aus dem Dienstleistungssektor und Verbraucher, die in den Metro-Märkten einkaufen.

Metro ist seit 1996 in China vertreten. Aktuell betreibt der Konzern in der Volksrepublik 97 Märkte – fast so viele wie im deutschen Heimatmarkt. 47 der Märkte sind im Eigentum von Metro, diese Immobilien sind Teil des Deals. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren Umsatzzuwächse in der Volksrepublik verbucht. Im vergangenen Geschäftsjahr machte er dort bei einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 153 Millionen Euro.

Metro hat sich die Möglichkeit zusichern lassen, im Rahmen einer Put-Optionen die 20 Prozent am Joint-Venture mit Wumei in frühestens zwei Jahren zu verkaufen. Koch betonte aber, er sehe für diese Zusammenarbeit eine langfristige Perspektive. Er sehe gute Möglichkeiten von der Kooperation mit Wumei zu profitieren, die mit rund 1100 Standorten einer der größten Einzelhändler Chinas sind.

Kartellamt genehmigt Real-Verkauf an Redos

Fortschritte erzielte Metro auch beim geplanten Verkauf der Supermarktkette Real, was ebenfalls Teil der Strategie ist, sich auf den Großhandel zu konzentrieren. Über den Verkauf vor Real mit seinen rund 34.000 Mitarbeitern verhandelt Koch mit einem Konsortium rund um den Immobilien-Investor Redos. Der Investor hat seine Übernahmepläne beim Kartellamt angemeldet. Die Behörde gab die Transaktion einem Sprecher zufolge nun ohne Auflagen frei.

Redos will Real im Kern erhalten, einen Teil der Filialen sollen aber an Wettbewerber verkauft werden. Einzelhändler wie Edeka, Rewe oder auch Kaufland könnten hier zugreifen. Über diese weiteren Schritte muss das Kartellamt jedoch ebenfalls entscheiden.

Koch räumt ein, dass der Verkaufsprozess bei Real länger gedauert habe, als ursprünglich angenommen. In Kürze würden jetzt jedoch Gebote von Wettbewerbern für einzelne Märkte erwartet. „Der Fortschritt ist ermutigend“, sagte der Metro-Chef.

Die Verkaufspläne könnten auch mit über die künftige Aktionärsstruktur von Metro entscheiden. Denn der tschechische Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky hatte erklärt, er wolle wissen, wie es mit dem Verkauf in China und von Real weitergehe. Dann werde er entscheiden, ob er seinen Metro-Anteil weiter aufstocke. Eine Reaktion von Kretinsky war am Freitag nicht zu bekommen.

Kretinsky hat über Optionen Zugriff auf ein Aktienpaket des Duisburger Familienkonzerns Haniel in einer Höhe von 15,2 Prozent. Greift Kretinsky zu, käme er voraussichtlich auf einen Anteil von über 30 Prozent an dem Großhandelskonzern und müsste erneut ein Übernahme-Angebot vorlegen. Eine erste Übernahme-Offerte des Milliardärs war gescheitert.

Mehr: Karl Andersson verkauft Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden. Zusammen mit Metro startet seine Firma Matsmart jetzt auch in Deutschland.

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