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Gründer der „Berliner Berg“-Brauerei Warum zwei Rocket-Manager jetzt Bier brauen

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Rezepte ausdenken und losbrauen
Noch machen die Gründer ihr Bier in den Kesseln befreundeter Brauereien. Quelle: Jannis Keil
Brauerei Berliner Berg

Noch machen die Gründer ihr Bier in den Kesseln befreundeter Brauereien.

Erxleben erzählte, dass sie in den USA sogar Berliner Weiße brauen. Anders als in Berlin, der Stadt, nach der das Getränk benannt ist, pflegt man hier die Tradition des Sauerbiers, ein erfrischendes und leichtes Bier, das durch die Gärung mit Milchsäurebakterien entsteht. Es schmackhaft zu machen, erfordert viel Aufwand. Die meisten Hersteller sparen sich den und fügen süßen Sirup hinzu, Waldmeister oder Himbeere, das was man hierzulande als Berliner Weiße kennt.  

Bei den meisten Kneipenbesuchen hätte ein solches Gespräch mit einem versonnenen „Eigentlich müsste man ...“ geendet. Drei Start-up-Menschen, zwei davon Rocket-gestählt und mit ein paar Ersparnissen und alle frustriert von ihrem Job, legen sofort los. Sie holten Richie Hodges dazu, einen bekannten Braumeister aus der Craft-Beer-Szene. Er ist das, was in normalen Start-ups der Programmierer ist, er denkt sich die Rezepte aus, experimentiert und braut das Bier. Robin Weber ist der Geschäftsführer. Er sagt, er habe „zum ersten Mal einen Job, um den mich meine Freunde beneiden“.

Online und in 20 Kneipen

Drei Sorten „Berliner Berg“, so heißen die Brauerei und das Bier, benannt nach der Lage im Neuköllner Rollberg-Viertel, soll es geben. Die Berliner Weiße, ein Lager und ein Pale Ale. Dazu kommen saisonal verschiedene kleinere Rezepturen, wie das Stout-Beer im letzten Sommer, das aussah wie ein Guiness, aber ganz leicht und frisch schmeckte. Noch brauen sie in den Kesseln befreundeter Brauereien. Um sich selbst eine Abfüllanlage leisten zu können, starteten sie eine Crowdfunding-Kampagne bei Starnext. Ihr Ziel, 50.000 Euro, erreichten sie vor Ablauf der Frist. Jetzt haben sie es auf 65.000 Euro erhöht, die Frist läuft noch bis Ende Oktober. Die Anleger bekommen übrigens keine klassische Rendite, sondern Bier. „Wir verkaufen quasi Bier vor“, sagt Hänsel.

Das sind die größten Bierbrauer der Welt
Platz 10: Groupe Castel
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Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß: 29,8 Millionen Hektoliter

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2014

(Foto: www.groupe-castel.com)
Platz 9: Kirin
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Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß: 43,1 Millionen Hektoliter

(Foto: Reuters)
Platz 8: Yanjing
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Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß: 48,3 Millionen Hektoliter

(Foto: Imago)
Platz 7: Molson Coors
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Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß: 58,1 Millionen Hektoliter

(Foto: ap)
Platz 6: Tsingtao Brewery Group
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Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß: 70,5 Millionen Hektoliter

(Foto: ap)
Platz 5: China Resources Brewery
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Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß: 117,4 Millionen Hektoliter

(Foto: Imago)
Platz 4: Carlsberg
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Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß: 120,3 Millionen Hektoliter

(Foto: dpa)

Berliner-Berg-Bier wird bislang in zwanzig Kneipen serviert. Online kann man es bei Emmas Enkel kaufen und ab Dezember auch im Shop der Brauerei. 1000 Hektoliter wollen sie im nächsten Jahr brauen. Die Brauerei sei bewusst mit einem überschaubaren Kapitaleinsatz geplant und solle sich aus dem Cashflow finanzieren, erklärt Erxleben. 

Es ist unwahrscheinlich, dass sie für den Rest ihres Lebens Brauer sein werden. Erxleben baut nebenbei schon wieder an einer Software, Hänsel konzentriert sich derzeit voll auf Berliner Berg, rechnet aber damit, dass er irgendwann in die digitale Welt zurückkehrt. Kein Ausstieg also, eher ein Sabbatical. Früher sind die Leute da verreist. Heute gründen sie eine Firma. Hauptsache, mal wieder etwas mit den eigenen Händen machen. 

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