Gucci, Chanel, Hermès Junge Chinesen heizen das Wachstum der Luxusmarken an

Die Branche rechnet in diesem Jahr wieder mit einem deutlichen Wachstum. Doch nicht alle Firmen profitieren von dem Luxus-Boom.
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Gucci, Chanel, Hermès: Junge Chinesen heizen das Wachstum an Quelle: Bloomberg
Junge Shopperin in Hongkong

Die jungen Chinesen sorgen dafür, dass der weltweite Luxusmarkt in diesem Jahr erstmals wieder deutlich wächst.

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfGucci, Chanel, Louis Vuitton – die berühmten Luxusmarken können froh sein, dass es immer mehr junge Chinesen gibt, die gerne Teures kaufen. „Chinesische Kunden treiben das Wachstum im eigenen Land dramatisch an ebenso wie in Europa und den USA“, sagt Serge Hoffmann, Branchenexperte der Unternehmensberatung Bain & Company.

Die jungen Chinesen sorgen dafür, dass der weltweite Luxusmarkt in diesem Jahr erstmals wieder deutlich wächst. Bain und der italienische Luxusgüterverband Fondazione Altagamma rechnen in ihrer neuen Studie, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, dieses Jahr mit einem Umsatzplus zwischen sechs und acht Prozent. Der Umsatz dürfte demnach auf 276 bis 281 Milliarden Euro steigen.

Das ist viel. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz nur um vier Prozent auf 260 Milliarden Euro. Und im Jahr zuvor war er erstmals seit vielen Jahren leicht gesunken. Das lag auch daran, dass mancher Kunde aus China nicht mehr gerne Luxuskleidung im Heimatland kaufte, sondern allenfalls auf seine Reisen nach Europa.

Viele Luxuskonzerne hatte die Preise in China zu stark heraufgesetzt, so dass der Abstand zwischen den Preisen in Europa und China immer größer wurde. Da wollten die chinesischen Kunden immer weniger mitspielen. Daraus haben die Luxuskonzern gelernt und ihre Preise international angepasst.

Von den konsumfreudigen Chinesen profitieren viele große Marken – vor allem Gucci. Die Marke, die zum französischen Kering-Konzern gehört, hat ihren Umsatz alleine im ersten Quartal um knapp 49 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro gesteigert. Damit konnte Gucci im fünften Quartal hintereinander um mehr als 30 Prozent wachsen. Der Boom wird vor allem von der Region Asien-Pazifik und dem US-Markt getrieben.

Der Chanel-Konzern, für den Karl Lagerfeld arbeitet, hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um elf Prozent auf umgerechnet rund 8,4 Milliarden Euro gesteigert. Diese Zahlen teilte der sonst sehr verschwiegene Konzern vor kurzem mit.

Markt dürfte sich stärker polarisieren

Aber nicht bei allen Luxuskonzernen läuft es derzeit so gut. Wie Burberry in dieser Woche bekanntgab, konnte die britische Modefirma ihren Umsatz im ersten Quartal nur um rund drei Prozent erhöhen. Vorstandschef Marco Gobbetti wertete das als Fortschritt: „Wir freuen uns über den Fortschritt im letzten Quartal“, sagte er in einer Pressemitteilung. Denn im vergangenen Geschäftsjahr war der Umsatz sogar leicht auf 2,7 Milliarden britische Pfund (rund drei Milliarden Euro) gesunken.

Aus Sicht des Bain-Experten Serge Hoffmann wird sich der Markt in den nächsten Jahren noch stärker polarisieren. „In der Luxusbranche wird der Abstand zwischen Gewinnern und Verlierern größer“, sagt er. Zu den Gewinnern gehört der französische Konzern Hermès. Der hat innerhalb von zehn Jahren seinen Umsatz auf zuletzt 5,5 Milliarden Euro verdreifacht und das Nettoergebnis mehr als vervierfacht.

„Es sind die Luxusmarken erfolgreich, die auf die Generation Y und Z setzen und deshalb stärker in das Online- und Accessoire-Geschäft investieren“, analysiert Bain-Experte Hoffmann. Er sieht Accessoires als Einstiegsprodukte für junge Käufer, die sich noch kein größeres Luxusteil leisten können.

Doch Europa profitiert von dem neuen Luxusboom weniger als andere Weltregionen. So bremst der starke Euro die Konsumlust ausländischer Kunden. Das bekommt auch Deutschland zu spüren. Hier wächst der Markt zwar noch leicht. Doch in Deutschland kaufen weniger chinesische Touristen als zum Beispiel in Frankreich ein, sagt Hoffmann.

Auch in Großbritannien läuft es schlechter als zuvor, wo die Unsicherheiten wegen des Brexits die Kauflaune dämpfen. Insgesamt dürfte der Umsatz in Europa dieses Jahr um zwei bis vier Prozent wachsen, heißt es in der Studie.

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