Günter Herz wird 75 Der unbekannte Tchibo-Milliardär

Über Jahrzehnte führte Günter Herz den mittelständischen Kaffeeröster Tchibo und formte ihn zu einem großen Handelskonzern. Dann wurde er von den Brüdern entmachtet. Die Milliardärsfamilie ist bis heute tief zerstritten.
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Günter Herz 2011 bei der Hauptversammlung des Sportartikelherstellers Puma: Der Milliardär lebt zurückgezogen. Quelle: dpa
Der unbekannte Milliardär

Günter Herz 2011 bei der Hauptversammlung des Sportartikelherstellers Puma: Der Milliardär lebt zurückgezogen.

(Foto: dpa)

HamburgGünter Herz ist einer der reichsten Deutschen. Er baute das väterliche Erbe, den eher mittelständischen Kaffeeröster Tchibo, zu einem Milliardenkonzern aus. Mehr als 35 Jahre stand Herz an der Spitze des Unternehmens. Anfang 2001 musste er gehen und wurde später gemeinsam mit seiner Schwester Daniela mit mehr als vier Milliarden Euro abgefunden.

Die Hamburger Milliardärsfamilie Herz – die Mutter und fünf Kinder, von denen eines nicht mehr lebt – ist tief zerstritten. Günter Herz, der älteste Sohn von Ingeburg und Max Herz, feiert am Mittwoch, den 22. Juli, seinen 75. Geburtstag.

Wenn er denn überhaupt feiert. Günter Herz lebt mitten in Hamburg und das Büro seiner Vermögensverwaltung Mayfair ist nur einen Steinwurf von der Binnenalster entfernt. Doch nimmt er keinen sichtbaren Anteil am gesellschaftlichen Leben in der Hansestadt, ist nicht auf Partys oder Events, bei Festveranstaltungen oder im Theater zu sehen, hält keine Vorträge und macht nicht als Mäzen auf sich aufmerksam.

Günter Herz verbringt seine freie Zeit auf seinem Gestüt Lasbek bei Hamburg. Dort züchtet er Traberpferde, seit 50 Jahren schon. „Ich kann die Wochenenden meiner Ehe zählen, an denen wir nicht hier waren“, hat seine Frau Uta vor Jahren einmal einer Reporterin anvertraut. Und diese Ehe dauert schon mehrere Jahrzehnte.

Als Tchibo-Chef entwickelte Herz den Handel mit Textilien und Gebrauchsartikeln zum zweiten Standbein von Tchibo. Er war auch verantwortlich für den Einstieg beim Nivea-Hersteller Beiersdorf und die Übernahme des Zigarettenkonzerns Reemtsma - alles äußerst erfolgreiche Deals. 1997 übernahm Tchibo schließlich den Hauptkonkurrenten Eduscho und stieg damit zum Marktführer im Kaffeegeschäft in Deutschland auf. Als Tchibo-Chef kann Herz eine starke Erfolgsbilanz vorlegen.

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