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Gute Ernährung im Trend Amerika hat das ungesunde Essen satt

Die Amerikaner verändern ihren Lebensstil und achten mehr auf Gesundheit. Lebensmittelkonzerne sind davon wenig begeistert. Doch auch wenn der Trend für sie unangenehm ist, ist er letztlich zu begrüßen. Ein Kommentar.
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Das Land des TV-Dinners und der Cornflakes isst immer gesünder, frische und weniger haltbare Lebensmittel gewinnen an Beliebtheit. Quelle: dpa
Gesunde Ernährung

Das Land des TV-Dinners und der Cornflakes isst immer gesünder, frische und weniger haltbare Lebensmittel gewinnen an Beliebtheit.

(Foto: dpa)

Jell-O Pudding, Oscar Mayer Wurst oder natürlich Ketchup Heinz: Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz vereinigt viele bekannte Marken unter einem Dach. Doch hilft dass dem Unternehmen wenig, es meldete vor wenigen Tagen schlechte Ergebnisse.

Kein Einzelfall. Mondelez verzeichnete rückgängige Erlöse in Nordamerika, dabei sind seine Oreo-Kekse aus Amerika genauso wenig weg zu denken wie die Ritz-Cracker. Die amerikanische Schokoladenmarke Hershey leidet wie die europäischen Anbieter Unilever und Nestlé.

Es verändert sich etwas in Amerika. Das Land des TV-Dinners und der Cornflakes isst immer gesünder, frische und weniger haltbare Lebensmittel gewinnen an Beliebtheit. Im ersten Quartal 2017 ging der Verkauf von verpackten Verbrauchsgütern in Nordamerika um 2,5 Prozent zurück.

So sieht der McDonald's der Zukunft aus
Neues Konzept
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In 72 Filialen testet McDonald’s seit dem 4. Juli das neue Konzept „Restaurant der Zukunft“. Ob McDonald’s so die Gunst der Kunden, die lieber zum Edelburger-Brater gehen, zurückgewinnen kann, ist fraglich. Die Änderungen im Überblick.

Mehr Individualität
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McDonald’s will künftig stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingehen, sagt Deutschland-Chef Holger Beeck. Deswegen können Kunden in den neuen Filialen die Burger so zusammenstellen, wie es ihnen beliebt: Keine Gurken, dafür extra Tomaten und doppelt Fleisch? „Mach deinen Mäc“ heißt das Programm.

Am automatisierten Terminal
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Den Burger nach eigenem Gusto erstellt der Kunde am automatisierten Terminal oder via Smartphone-App. Auch die Bezahlung erfolgt so.

Mehr Fleisch
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Wer verlorene Kunden zurückgewinnen will, muss von der Konkurrenz lernen. So bieten die Amerikaner in den neuen Filialen „Gourmetburger“ mit höherem Fleischanteil an, die Teil der sogenannten „Signature Collection“ sind und pro Burger zwei Euro mehr kosten.

Tischservice
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Die „Gourmetburger“ werden wie in einem à-la-Carte-Restaurant direkt an den Platz geliefert.

Überarbeitetes Küchensystem
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Ebenfalls neu: Die Burger sollen erst nach der Bestellung zubereitet werden – dafür wird das System in der Küche komplett umgestellt.

Neues Design
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Neben all diesen Neuerungen sollen die Filialen auch optisch deutlich verändert werden. Wie das aussieht, konnte man bisher nur in der Filiale am Frankfurter Flughafen (im Bild) in Augenschein nehmen – hier hatte McDonald’s die „Filiale der Zukunft“ im vergangenen Jahr vorgestellt.

Dazu gesellt sich der Trend zu lokalem Essen. Amerikaner misstrauen den bekannten Marken. Das machen sich kleinere Firmen und Startups zu nutzte, die in den USA wie Pilze aus dem Boden sprießen. Die 20 größten Konsumkonzerne verzeichneten laut Marktforschung Nielen 2016 stagnierende Umsätze, während die kleineren Anbieter einen Zuwachs von 2,4 Prozent hatten.

Einzelhändlern ist der Umschwung nicht entgangen. Supermärkte wie Shop Rite oder Mariano’s kürzen die Verkaufsfläche für Kelloggs & Co, räumen stattdessen Fruchtständen, Salatbars oder Verkaufstheken für vor Ort zubereitete Mahlzeiten mehr Raum ein.

Es entsteht eine verhängnisvolle Dynamik für die Lebensmittelkonzerne. Weniger Regalfläche führt zu sinkendem Umsatz, was wiederum zu weniger Regalfläche führt. Große Einzelhändler wie Walmart verlangen bereits Preissenkungen von den Anbietern, wenn sie im gleichen Maß präsent bleiben wollen.

Das Phänomen ist kein statistischer Ausreißer. Amerikaner verändern ihren Lebensstil, achten mehr auf Gesundheit. So fällt seit elf Jahren der Konsum von Brauselimonade und Cola, Amerikaner trinken pro Jahr nur noch 150 Liter. Das hört sich zugegebener Weise immer noch sehr viel an, ist aber für die USA so wenig wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr.

Diese Fast-Food-Läden stürmen die Deutschen
31. Hans im Glück
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Hans im Glück konnte seinen Umsatz fast verdoppeln auf 86,8 Millionen Euro. Einen Dämpfer gibt der Abschied vom größten Franchisenehmer Patrick Junge, der seine eigenen Kette „Peter Pane“ aufzieht und ein Drittel des Umsatzes mitnimmt. Erfolg bringt das Konzept, edle Burger und Cocktails zu verkaufen. Denn das lockt vor allem weibliche Gäste zwischen 20 und 40 Jahren, für die Hamburger ganz selbstverständlich auf der Speisekarte stehen. Die aktuellen Wachstumspläne sind ambitioniert.

Quelle für alle Zahlen: Fachzeitschrift „Food Service“

30. L’Osteria
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L’Osteria arbeitet sich von Rang 45 auf Rang 30 vor. Bei 13 Eröffnungen wuchs der Umsatz 2015 auf 87,8 Millionen Euro – ein Plus von 57 Prozent. Pizza zieht in angenehmen Ambiente.

15. Joey’s
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Joey’s wächst als größter deutscher Lieferdienst auf 143,5 Millionen Euro. Dennoch verliert das Unternehmen seine Unabhängigkeit: Die Inhaber konnten einem Angebot der US-Kette Domino’s Pizza nicht widerstehen. Die Filialen sollen auf die neue Marke umgeflaggt werden.

11. Vapiano
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Vapiano wächst um gut 15 Millionen Euro auf 190,8 Millionen Euro. Doch Berichte über Probleme bei Zeiterfassung und Frische bremsten das Tempo. Das italienisch inspirierte Konzept arbeitet zudem daran, Schlangen zu verkleinern – etwa durch Bestell-Apps.

10. Edeka
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Dass Edeka Zentrale im Ranking auftaucht, zeigt: Auch bei Bäckern und in Supermärkten wird das Gastronomie- und Snack-Geschäft wichtiger. In die Umsatzzahl von 198 Millionen Euro sind dabei viele Angebote der Kaufleute nicht mal eingerechnet.

9. Ikea
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Ikea wächst ebenfalls bei der Gastronomie – auch dank neuer Angebote wie vegetarischer Bällchen um 13 Millionen auf 204 Millionen Euro. In der ersten City-Filiale in Hamburg-Altona ist die Gastronomie sogar so erfolgreich, dass Ikea bereits am dortigen Bahnhof wirbt. „Bei uns gibt es neben Coffee auch Tische to go“.

8. Aral
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Aral wächst mit Petit Bistro in den Filialen seiner 1137 Franchisenehmer und bringt es auf 212,1 Millionen Euro Umsatz. Der Ölkonzern sorgte für Aufsehen, weil die konzerneigenen Filialen schrittweise auf Rewe to Go umgestellt werden. Das Kölner Handelsunternehmen weitet so die Präsenz seiner Convenience-Linie deutlich aus.

Die Entwicklung mag für die Anbieter unangenehm sein, doch ist der Trend zu begrüßen. Kaum ein Volk ernährt sich so ungesund wie Amerika, mehr als ein Drittel der Erwachsenen sind fettleibig. Die Behandlung von durch Übergewicht ausgelösten Krankheiten kostet geschätzte 150 Milliarden Dollar im Jahr. Dazu kommt die menschliche Tragödie.

Amerika ist ein Land des Ausprobierens. Jeder ist seines Schicksals eigener Herr, auch wenn er oder sie dabei fett werden. Die Verbrauchstrends zeigen, dass Amerikaner es endlich begriffen haben und mehr auf ihre Ernährung achten. Eine erfreuliche Sache.

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