Gute Online-Verkäufe Amazon überrascht die Anleger

Das Cloud-Geschäft und gute Online-Verkäufe haben Amazons Gewinn und Umsatz im ersten Quartal gesteigert - stärker als von Experten erwartet. Es ist das achte Quartal in Folge, in dem der Online-Handelsriese Gewinne präsentiert.
Update: 28.04.2017 - 04:55 Uhr Kommentieren
Die Geschäfte des Online-Versandhändlers laufen gut - die Quartalszahlen sind besser als erwartet. Quelle: dpa
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Die Geschäfte des Online-Versandhändlers laufen gut - die Quartalszahlen sind besser als erwartet.

(Foto: dpa)

BangaloreAmazon hat seinen Gewinn zu Jahresbeginn trotz hoher Ausgaben überraschend kräftig gesteigert. Angetrieben vom florierenden Cloud-Geschäft kletterte der Überschuss im ersten Quartal im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 724 Millionen Dollar (666 Mio. Euro), wie der Online-Handelsriese am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der lange Zeit defizitäre Konzern übertraf die Prognosen der Analysten damit deutlich und schaffte bereits das achte Vierteljahr mit schwarzen Zahlen in Folge.

Vor allem die boomende Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS) bleibt mit einem Erlösplus von 43 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar eine Ertragsperle. Das hochprofitable Geschäft mit IT-Diensten und Rechenleistung aus dem Netz ist für den Online-Riesen schon länger ein Erfolgsgarant - doch Rivalen wie Microsofts Cloud-Service Azure machen Druck. Insgesamt steigerte Amazon den Umsatz um 23 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar und toppte damit die Markterwartungen.

Amazons Handelsgeschäft profitierte erneut vom Prime-Dienst, der Kunden häufigere und umfangreichere Einkäufen schmackhaft machen soll. Allein der Umsatz mit Mitgliedern legte um 49 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar zu.

Amazon scheut traditionell keine Ausgaben und investiert etwa kräftig in exklusive Filmproduktionen, mit denen gegen Streaming-Rivalen wie Netflix oder Hulu gepunktet werden soll. Außerdem baut der Konzern in großem Stil an seiner Service- und Lieferinfrastruktur - Amazon-Chef Jeff Bezos will bis Mitte 2018 allein in den USA mehr als 100 000 neue Vollzeitarbeiter einstellen und das ganze Land mit Logistikzentren überziehen.

Für das laufende zweite Quartal stellte der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 16 und 24 Prozent in Aussicht. Trotz des hohen Aufwands, der weiterhin betrieben werden soll, peilt Amazon einen operativen Gewinn in einer Spanne zwischen 425 Millionen und 1,08 Milliarden Dollar an. Bei Anlegern sorgte der Quartalsbericht für gute Laune - die Aktie legte nachbörslich zeitweise um über vier Prozent zu. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um 22 Prozent gestiegen.

An seinem Investitionskurs hält Bezos fest. Neben dem Ausbau schnellerer und eigener Lieferdienste sowie eines Angebots an frischen Lebensmitteln will Amazon auch die Lagerkapazitäten verstärken. Bis Mitte nächsten Jahres sollen so mehr als 130.000 neue Stellen geschaffen werden. Doch das dürfte erneut am Gewinn nagen. Denn Amazon stellte für das zweite Quartal ein Betriebsergebnis unter den Analystenschätzungen in Aussicht

  • dpa
  • rtr
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