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Hafner will nicht mehr Praktiker-Chef geht von Bord

Gestern nimmt Aufsichtsratschef Kersten von Schenk seinen Hut, heute will der Vorstandschef nicht mehr. Kay Hafner bittet um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages – der dritte Chefwechsel binnen anderthalb Jahren.
12.10.2012 Update: 12.10.2012 - 17:12 Uhr 3 Kommentare
Will nicht mehr weiter machen: Der Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, Kay Hafner. Quelle: dapd

Will nicht mehr weiter machen: Der Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, Kay Hafner.

(Foto: dapd)

Frankfurt Der angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker wechselt zum dritten Mal binnen anderthalb Jahren seinen Vorstandschef aus. Der amtierende Vorstandsvorsitzende Kay Hafner hat um vorzeitige Auflösung seines Vertrags zum Ablauf des 14. Oktober gebeten, teilte Praktiker am Freitag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mit. Sein Nachfolger wird der Aldi-Manager Armin Burger, der seit August dieses Jahres im Kontrollgremium des Konzerns sitzt und als Favorit galt.

Bei Aldi leitete Burger, der aus dem Schwarzwald stammt und in Wien lebt, von 1999 bis 2008 erfolgreich die österreichische Aldi-Süd-Tochter Hofer, bevor er 2009 den Großbritanien-Chef Paul Foley ablöste. Der Manager fühlt sich auch im Einzelhandel wohl, wo er mit „Avenue 18“, das sich auf koschere Nahrung spezialisiert, und „Victualia“ zwei Lebensmittelhandelsfirmen gestartet hat. Burger ist außerdem geschäftsführender Direktor des Immobilieninvestors Vienna Estate.

Der einstige Hertie-Chef Hafner war im Mai aus dem Aufsichtsrat für drei Monate befristet an die Vorstandsspitze delegiert worden, um den geschassten Konzernchef Thomas Fox zu ersetzen. Dass er den Vorstandsvorsitz abgibt, kommt nicht unerwartet. Vor allem der Großaktionär Semper Constantia, der zusammen mit dem zypriotischen Fonds Maseltov 15 Prozent der Praktiker-Anteile kontrolliert, hat seit Monaten mit Hafner gerangelt. Viele Aktionäre hatten dem Handelsexperten die Sanierung nicht zugetraut. Vor allem das von Hafner als „alternativlos“ bezeichnete Angebot von Anchorage hatte auf der Hauptversammlung am 4. Juli für Unmut gesorgt.

Der US-Finanzinvestor hatte der maladen Baumarktkette ein Darlehen über 85 Millionen Euro angeboten, dass Isabella de Krassny - Vertreterin von Semper Constania und Maseltov - für Wucher hielt. Es war kein Geheimnis, dass sie Hafner gerne durch ihren Wunschkandidaten, den früheren Obi-Manager Andreas Sandmann, ersetzen wollte.

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    Auch im Ringen um Gelder für seine Sanierung ist Praktiker am Freitag einen weiteren Schritt vorangekommen. Mit dem Abschluss eines Kredits über 15 Millionen Euro von einem Privatinvestor sei das angestrebte Darlehenspaket komplett, erklärte das Unternehmen. Der Kredit werde von der Etris-Bank des Einkaufsbüros deutscher Eisenhändler (EDE) gewährt, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Sprecher des Verbunds, in dem 1400 mittelständische Handelsunternehmen zusammengeschlossen sind, sagte dazu lediglich, die Etris-Bank habe ein Finanzgeschäft getätigt.

    Kapitalerhöhung unter Dach und Fach bringen
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    3 Kommentare zu "Hafner will nicht mehr: Praktiker-Chef geht von Bord"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 750k EUR reichen bei Weitem nicht aus, um ein Markt komplett umzubauen, es geht um mehrere Milionen / Markt
      das Problem sind nicht die Finazfuzzies (ich bin auch einer!), denn die haben zig "Manager" gewechselt in den letzten Jahren; das Problem ist, dass sie nicht wissen, was sie tun sollen

    • Es wird bei der Umrüstung laufen wie in der Vergangenheit. Ein paar flaggschiffe werden für die Investoren hübsch gemacht und dann wird abgespeckt. Ein Komplettumbau dürfte zwischen 750k€ und einer Mio kosten. Man kann sich ausrechnen, wieviele Märkte also umgebaut werden können, bis die Kasse leer ist. Ratlos ist man wohl noch bei der Verwertung der alten "Hütten", die sich nicht auf Bahr umrüsten lassen. Bei Easy-to-shop war es dasselbe.

      Man sollte vielleicht mal jemanden aus der Branche als CEO einstellen, und keine Finanzfuzzies. Was soll denn ein Aldimanager reissen? Er kennt doch nur vorwärts und Kosten sparen.

    • ob Praktiker noch zu retten ist?
      Der AR Chef & der CEO werden wohl nicht umsonst das Handtuch geworfen haben
      ...als ob die 20 mio ausreichen, um die Märkte zu renovieren!
      sind hier auch krasse Managementfehler, die vielleicht Praktiker pleite machen?
      Die riesigen verluste können nicht NUR mit der Preistrategie (20% auf alles...) zu tun haben!

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