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Halbjahresbilanz Deutsche Bahn fährt Rekordverlust von 3,7 Milliarden Euro ein

Die Coronakrise und Abschreibungen auf die Auslandstochter Arriva stürzen den Staatskonzern in tiefrote Zahlen. Zum Jahresende könnte es noch schlimmer kommen.
28.07.2020 Update: 28.07.2020 - 17:31 Uhr Kommentieren
Der Umsatz des Unternehmens sackte den Angaben zufolge auf 19,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr ab und lag damit etwa 2,5 Milliarden Euro unter dem Vorjahreszeitraum. Quelle: dpa
Deutsche Bahn

Der Umsatz des Unternehmens sackte den Angaben zufolge auf 19,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr ab und lag damit etwa 2,5 Milliarden Euro unter dem Vorjahreszeitraum.

(Foto: dpa)

Berlin, Düsseldorf Am Donnerstag will Konzernchef Richard Lutz die Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn präsentieren. Bereits jetzt ist klar: So dramatisch sahen die Zahlen noch nie aus. Doch nicht nur die Coronakrise treibt den Staatskonzern tief in die Verlustzone. Auch die einst hochgelobte Auslandstochter Arriva erweist sich als schwere Last. Die Bahn muss Wertberichtigungen über 1,4 Milliarden Euro vornehmen, weil die Geschäfte schlechter laufen als erwartet. Dazu kommen 1,8 Milliarden Euro Betriebsverlust in Deutschland, Steuern und weitere Sonderbelastungen.

Unterm Strich wird der Staatskonzern nach Informationen des Handelsblatts aus Aufsichtsratskreisen 3,7 Milliarden Euro Halbjahresverlust ausweisen. Zum Jahresende könnte das Defizit noch größer werden. Denn auch bei der Güterverkehrstochter DB Cargo drohen neben Verlusten aus dem operativen Geschäft zusätzlich Abschreibungen. Deren Umfang werde aber gerade noch geprüft, heißt es.

Erst vor wenigen Wochen hatte Bahnchef Lutz mit der Bundesregierung ein Hilfspaket ausgehandelt. Begründet wurde das mit dem Einbruch im Zuge der Pandemie. Der Bund will die Folgen der Coronakrise ausgleichen und ist bereit, zwischen 5,5 und 6,7 Milliarden Euro Kapitalhilfe an die Bahn zu überweisen, wenn der Bahnvorstand im selben Umfang Mittel beisteuert. Zum einen sollen vier Milliarden Euro Kosten eingespart werden. Zum anderen ist aber auch eine höhere Verschuldung von bis zu 30 Milliarden Euro geplant. Ende 2019 waren es 24 Milliarden Euro.

Der Umsatz des gesamten Bahnkonzerns sackte den Kreisen zufolge in den ersten sechs Monaten auf 19,4 Milliarden Euro und lag damit etwa 2,5 Milliarden Euro unter dem des Vorjahreszeitraums. Angesichts der Krise vor allem im Deutschland-Geschäft stiegen die Schulden an. Ende Juni hätten sie bei 27,5 Milliarden Euro gelegen, hieß es. Die Bahn wollte sich nicht äußern und verwies auf die Halbjahrespressekonferenz am Donnerstag.

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    Überschattet wird das Corona-Desaster von den offensichtlichen Problemen mit der Auslandstochter Arriva. Die britische Firma bündelt den Personenverkehr der Deutschen Bahn im Ausland. Arriva sollte eigentlich für bis zu drei bis vier Milliarden Euro verkauft werden, was aber an unterschiedlichen Preisvorstellungen von Investoren und Bahn scheiterte.

    Das Unternehmen mit Sitz in Großbritannien war 2010 von der Bahn für rund 2,7 Milliarden Euro inklusive Schulden gekauft worden. Lange galt es als Ertragsperle mit 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als fünf Milliarden Euro. Nun erweist sich die Tochter als zusätzliche Last.

    Umsatz bricht wegen leerer Züge ein

    Tief in die Krise sind nach Aussage von Insidern auch praktisch alle Töchter im Inland gerutscht: Der lange erfolgreiche Fernverkehr büßte im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum rund eine Milliarde Euro an Umsatz ein und fuhr in die Verlustzone. Der Regionalverkehr verzeichnete ein Minus von fast 600 Millionen Euro.

    Die Güterbahn DB Cargo schnitt mit einem Fehlbetrag von 350 Millionen Euro noch relativ glimpflich ab. Allerdings hatten Wirtschaftsprüfer schon in den vergangenen Jahren wiederholt gewarnt, der Sparte drohten Abschreibungen auf den Unternehmenswert, wenn die Lage sich dort nicht bessere.

    Konzernvertreter sprachen angesichts der Sonderprüfung von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass wie bei Arriva Wertberichtigungen unvermeidlich seien. Schon 2015 hatte eine Abschreibung über 1,3 Milliarden Euro bei DB Cargo dem gesamten Konzern einen Verlust von über einer Milliarde Euro eingebrockt.

    Mehr: Beteiligungen der Bahn sorgen für Streit – besonders die im Ausland

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