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Halbjahresbilanz Die Bahn verabschiedet sich von der Pünktlichkeit

Im derzeitigen Luftverkehrs-Chaos hält sich die Bahn als Alternative vornehm zurück. Ärger mit Verspätungen hat sie selbst zur Genüge.
25.07.2018 Update: 25.07.2018 - 17:16 Uhr Kommentieren
Im Fernverkehr war in den ersten sechs Monaten nicht einmal jeder achte Zug mit weniger als sechs Minuten Verspätung unterwegs. Quelle: dpa
Deutsche Bahn

Im Fernverkehr war in den ersten sechs Monaten nicht einmal jeder achte Zug mit weniger als sechs Minuten Verspätung unterwegs.

(Foto: dpa)

Berlin An den deutschen Airports herrscht derzeit Chaos, Flüge sind verspätet, werden komplett gestrichen. Die Deutsche Bahn allerdings will daraus kein Geschäft machen. Es seien keine speziellen Werbemaßnahmen geplant, um genervte Flugkundschaft in die Fernzüge zu locken, versicherte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber am Mittwoch in Berlin. „Wir müssen so attraktiv sein, dass die Kunden selber kommen.“ Der Staatskonzern will sich bei den Airlines nicht unbeliebt machen.

Mit der Attraktivität ist es allerdings so ein Problem. Die Fernzüge der Bahn sind verspätet wie lange nicht mehr. Nimmt man die ungewöhnlich niedrige Verspätungsquote im Januar heraus, fuhren in den zurückliegenden Monaten 22,6 Prozent der Züge hinter dem Fahrplan her. Was bei der Bahn heißt: Sie haben mehr als sechs Minuten Verspätung.

Schlimmer noch: Bahn-Chef Richard Lutz macht wenig Hoffnung darauf, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird. „Das Grunddilemma, dass auf einem durch Baumaßnahmen zunehmend belasteten Netz immer mehr Züge fahren, wird uns bei der Pünktlichkeit daher noch Jahre begleiten.“ Die Bahn baue auf Rekordniveau mit bis zu 800 Baustellen pro Tag. „Mit steigender Tendenz in den kommenden Jahren.“

Ausgerechnet jetzt aber beschäftigt sich der Verantwortliche für das Schienennetz, Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, noch mit einem ganz anderen Problem. Der ehemalige Kanzleramtsminister wird im Auftrag der Bundesregierung die sogenannte Kohlekommission mitleiten. Das sind allein in den kommenden Monaten 17 Arbeitstage. Freigestellt, so Pofalla, werde er dafür nicht. „Meine Bahn-Tätigkeit geht vor“, versichert er.

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    Das für 2018 angepeilte Ziel von 82 Prozent pünktlichen Fernzügen aber gibt Lutz jetzt schon auf. Dass trotz der Verspätungen im ersten Halbjahr 71 Millionen Fahrgäste und damit 3,8 Prozent mehr mit ICE oder IC fuhren, verdankte er zahlreichen Schnäppchenpreis-Aktionen. Mehr Gewinn machte der Bahn-Chef damit nicht. Der Ertrag stagnierte gemessen am Vorjahr.

    Ganz schlecht läuft es zudem wieder im Güterverkehr auf der Schiene. DB Cargo machte im ersten Halbjahr 127 Millionen Euro Verlust. Der neue Logistikvorstand Alexander Doll kritisierte, zu viele Güterzüge stünden herum, und der Einsatz der Lokführer müsse effizienter werden. An dieser Aufgabe waren schon mehrere Manager gescheitert.

    Im Gesamtkonzern sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 205 Millionen Euro oder 17 Prozent auf 974 Millionen Euro. 2018 werde man die ursprüngliche Prognose von 2,1 Milliarden wohl um 100 Millionen Euro unterschreiten, kündigte Lutz an.

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