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Hallhuber-Mutter Gerry Weber kann Umsatzschwund nicht stoppen

Der Modekonzern Gerry Weber verliert weiter an Umsatz und macht weniger Gewinn. Auch die noch junge Tochter Hallhuber kann der Konzernmutter nur bedingt helfen. Doch an den Jahreszielen hält Chef Ralf Weber fest.
14.06.2017 - 12:55 Uhr Kommentieren
„Das Marktumfeld ist anhaltend schwierig, aber wir haben rechtzeitig darauf reagiert“, sagte Chef Ralf Weber. Quelle: dpa
Modekonzern Gerry Weber

„Das Marktumfeld ist anhaltend schwierig, aber wir haben rechtzeitig darauf reagiert“, sagte Chef Ralf Weber.

(Foto: dpa)

Es sind schwierige Zeiten für die deutsche Modebranche: Es kommen immer weniger Kunden in die Innenstädte. Es gibt immer mehr Rabattaktionen. Und außerdem greifen Billiganbieter wie die irische Kette Primark und neue Premium-Outlets wie Saks Off 5th die etablierten Modeunternehmen an.

Das bekommt auch Gerry Weber zu spüren. Sie kommen zu den hausgemachten Probleme hinzu. Im ersten Halbjahr, das am 30. April endete, hat das Unternehmen aus Halle/Westfalen 3,6 Prozent weniger verkauft als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres. Der Umsatz sank auf knapp 428 Millionen Euro. Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging von 8,4 auf 6,0 Millionen Euro zurück. 

Vorstandschef Ralf Weber sieht sich dennoch auf einem guten Weg. „Das Marktumfeld ist anhaltend schwierig, aber wir haben rechtzeitig darauf reagiert“, kommentierte er die Halbjahreszahlen. Er sieht erste Erfolge auf der Kostenseite. Wenn er auch bereits im Februar dem Handelsblatt sagte, dass das von ihm im vergangenen Jahr gestartete Spar- und Effizienzprogramm „Fit4Growth“ erst im nächsten Geschäftsjahr zur vollen Kostensenkung von 20 bis 25 Millionen Euro führen werde.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
1 von 10

Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

(Foto: Imago)
Platz 9: Giorgio Armani
2 von 10

1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

(Foto: AFP)
Platz 8: Esprit
3 von 10

Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

(Foto: Reuters)
Platz 7: Kering
4 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

(Foto: Reuters)
Platz 6: Hugo Boss
5 von 10

damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

(Foto: dpa)
Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

(Foto: dpa)

Mit dem Programm will der Sohn des Firmengründers Gerhard Weber nicht nur die Kosten drücken, sondern auch die Abläufe im Unternehmen beschleunigen und das Vertriebsnetz ausdünnen. Sein Vater hat das Filialnetz in den Erfolgsjahren kräftig ausgedehnt. Als es für Gerry Weber nicht mehr gut lief, fiel auf, dass viele Filialen nicht profitabel sind. Der Junior musste deshalb bereits gut 100 von 662 eigenen Läden schließen. Außerdem kündigte er schon Anfang des Jahres an, dass „nach wie vor zirka 50 Stores auf einer Beobachtungsliste“ stehen.

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    Modernisieren muss Ralf Weber auch die Kollektion, damit er seine Kunden gegenüber erfolgreichen Textilketten wie Zara verteidigen kann. Er hat dazu im vergangenen Jahr die neue Kollektion „talkabout“ auf den Markt gebracht, die jüngere Kundinnen erreichen soll. Bis Ende dieses Jahres wollte er 120 bis 150 Shop-in-Shop-Läden bei Handelspartnern eröffnen. Bislang sind es jedoch erst 83. Er sei jedoch „optimistisch“, das Ziel noch zu erreichen, teilte Weber in einer Pressemitteilung mit. 

    Die neue Kollektion alleine bringt bei Gerry Weber noch keine Trendwende. Dem Mittelständler muss es gelingen, auch seine übrigen Marken von Gerry Weber – über Samoon bis Taifun – zu verjüngen, damit ihm nicht die bisherigen Kundinnen weglaufen und er jüngere hinzugewinnen kann. Bei der Verjüngung des Modeunternehmens spielt Hallhuber eine wichtige Rolle.

    Diese Geschäfte werden Sie bald häufiger sehen
    CCC
    1 von 10

    Insgesamt gibt es 475 Einkaufszentren in Deutschland – und es werden immer mehr. Zu den Shooting Stars in den zwölf Shopping Centern, die im vergangenen Jahr neu in Deutschland eröffneten, gehört CCC. Das polnische Unternehmen ist mit gleich vier Läden vertreten. Das Unternehmen, das in Polen mit hunderten Läden unter verschiedenen Marken erfolgreich ist, bietet Schuhe im Discountstil wie Deichmann an, zum Beispiel in Aquis-Plaza in Aachen und im Werk-Statt Limburg.

    Quelle: EHI-Shopping-Center-Report

    (Foto: imago)
    Reserved
    2 von 10

    Mit insgesamt drei Läden startete „Reserved“ in den neuen deutschen Shopping Malls. Das polnische Unternehmen verkauft junge Mode für junge Frauen, unter anderem die Kollektion von Model und Mick-Jagger-Tochter Georgia May Jagger, und ist in etwa vergleichbar mit dem viel größeren Konzern H&M aus Schweden. Im Einkaufszentrum „Minto“ in Mönchengladbach, das mit einem hochwertigeren Angebot punkten will, belegt „Reserved“ gleich zwei Etagen.

    (Foto: picture-alliance)
    Fynch-Hatton
    3 von 10

    Die Marke hört sich very british an, kommt aber aus Mönchengladbach. Das Label ist nach dem britischen Abenteurer Denys Finch-Hatton benannt. Bisher verkaufte das Unternehmen seine hochwertige Herrenkleidung für junge Männer ab etwa 30 Jahren vor allem in sogenannten Shop-in-shops bei seinen Handelspartnern. Jetzt wagt sich „Fynch-Hatton“ mit zwei eigenen Läden in große Einkaufsmeilen wie in das „Minto“ in Mönchengladbach.

    Quelle: Minto.de

    (Foto: Screenshot)
    Chisu
    4 von 10

    Der Textilhändler aus Ransbach-Baumbach in Rheinland-Pfalz importiert Designermode aus Italien und Frankreich. Er will sich mit wöchentlich wechselnden Kollektionen von der Masse im Modemarkt abheben. Das erst 2006 gegründete deutsche Unternehmen setzt auf ein Franchise-Konzept und hat ehrgeizige Ziele: Es will bis 2021 mit etwa 450 Chisu-Boutiquen mehr als 110 Millionen Euro umsetzen, zum Beispiel im Forum Hanau.

    (Foto: Screenshot)
    Sergent Major
    5 von 10

    Die französische Kindermodemarke „Sergent Major“ ist im vergangenen Jahr in zwei neuen Einkaufsmeilen gestartet – unter anderem im Einkaufszentrum Neuer Markt in Neumarkt/Oberpfalz. Sie wirbt mit detailreicher und fantasievoller Mode für ganz junge Kunden. Das Unternehmen setzte 2014 nach Angaben des Fachmagazins Textilwirtschaft 2014 mit 550 Verkaufspunkten rund 215 Millionen Euro um.

    (Foto: Screenshot)
    Superdry
    6 von 10

    Die britische Marke mit dem japanischen Touch hat große Expansionsziele. CEO Euan Sutherland will vor allem in Deutschland stark wachsen – der zweitwichtigste Markt nach dem Heimatmarkt Großbritannien. Superdry ist eine junge Marke, erst zwölf Jahre alt, und setzt auf ein schnörkelloses Design für Freizeitmode, das stark an den japanischen Purismus erinnert. Sie ist gleich in drei der neuen Shoppingcenter vertreten, zum Beispiel im „Minto“ in Mönchengladbach. Und folgende bekannten Label wachsen weiter...

    (Foto: Reuters)
    Orsay
    7 von 10

    Das Unternehmen, vor 40 Jahren in Baden-Württemberg gegründet, gehört zur französischen Mulliez-Gruppe. Es verkauft Mode für junge Frauen in 26 Ländern Europas und expandiert weiter. Es hat in sechs der neuen Shopping-Center neue Läden eröffnet, wie in der Holsten-Galerie in Neumünster.

    (Foto: imago)

    Diese Kette hatte Ralf Weber vor zwei Jahren gekauft. Sie steuert schon mehr als ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Das soll noch mehr werden, denn Weber will das Filialnetz von Hallhuber weiter ausbauen. Der Vorstandschef hält aber trotz der vielen Schwierigkeiten beim Umbau des Unternehmens und des insgesamt schrumpfenden deutschen Modemarktes an seiner Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2016/17 fest. Er rechnet damit, dass der Umsatz (Vorjahr: rund 901 Millionen Euro) um zwei bis vier Prozent sinkt.

    Und er erwartet ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 60 bis 70 Millionen Euro (Vorjahr: rund 77 Millionen Euro). Um das zu erreichen gibt es für Weber in den nächsten Monaten noch viel zu tun. Denn im ersten Halbjahr schaffte er erst ein Ebitda von rund 29 Millionen Euro.

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