Hamburger Hafen Einbruch im Warenverkehr nahezu gestoppt

In den vergangenen Jahren hat der Hamburger Hafen an Boden zur Konkurrenz verloren. Der Rückgang im Warenverkehr wurde eingedämmt – der Tiefpunkt, von dem es wieder aufwärts gehen soll, lässt jedoch noch auf sich warten.
Deutschlands größter Hafen hatte wegen des rückläufigen Containerumschlags in den vergangenen Jahren Marktanteile eingebüßt. Quelle: dpa
Hamburger Hafen

Deutschlands größter Hafen hatte wegen des rückläufigen Containerumschlags in den vergangenen Jahren Marktanteile eingebüßt.

(Foto: dpa)

HamburgDer Hamburger Hafen hat den Rückgang im wichtigen Containerumschlag eingedämmt. Der im Vorjahr verbuchte Einbruch im Warenverkehr mit China und Russland sei inzwischen nahezu gestoppt, teilte der Verein Hafen Hamburg Marketing am Dienstag mit.

Im ersten Halbjahr seien 4,5 Millionen Standardcontainer (TEU) an den Kaimauern der Hansestadt bewegt worden, 1,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zu Jahresbeginn war der Containerumschlag noch um 3,4 Prozent geschrumpft. Der erhoffte Tiefpunkt, von dem es wieder aufwärts gehen soll, lässt jedoch noch auf sich warten.

Deutschlands größter Hafen hatte wegen des rückläufigen Containerumschlags in den vergangenen Jahren Marktanteile eingebüßt und an Boden zur Konkurrenz verloren. Größter Hafen an der Nordsee ist Rotterdam, gefolgt nun von Antwerpen. Der Hamburger Hafen fiel einen Platz auf Rang drei zurück. In Hamburg wurden im vergangenen Jahr 8,8 Millionen Stahlboxen bewegt, minus 9,3 Prozent. Im laufenden Jahr sollen es rund neun Millionen TEU werden.

Seine Hoffnungen begründet der Marketingverein mit einer Stabilisierung in einigen Ländern. So seien in den ersten sechs Monaten zwischen dem Hamburger Hafen und Russland trotz der bestehenden Handelssanktionen 216.000 Container transportiert worden, plus 2,3 Prozent.

Das sind die größten Häfen der Welt
Platz 19: Hamburg
1 von 13

In Deutschland ist der Hamburger Hafen ganz klar die Nummer eins. Doch das Geschäft ist rückläufig: 2015 wurden hier rund 8,8 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen, knapp eine Million weniger als im Vorjahr. Häfen vor allem in Asien stoßen da in ganz andere Dimensionen vor.

Quelle: Alphaliner

Platz 12: Rotterdam
2 von 13

Die Stadt an der niederländischen Nordseeküste hat den größten Hafen Europas. Auch hier geht das Geschäft zurück: 2015 wurden in Rotterdam 12,2 Millionen TEU umgeschlagen, knapp 70.000 weniger als noch im Vorjahr.

Platz 11: Tianjin
3 von 13

Der Hafen Tianjin ist der größte künstliche Hafen auf dem chinesischen Festland und der wichtigste Knotenpunkt der chinesischen Küste. Er liegt 170 Kilometer südöstlich von Peking und 60 Kilometer östlich der Stadt Tianjin. Die Kapazität des Hafens ist von Jahr zu Jahr gestiegen. 2015 wurden 14,1 Millionen Standardcontainer abgefertigt, genauso viel wie im Vorjahr.

Platz 10: Los Angeles/Long Beach
4 von 13

In die Reihe der asiatischen Häfen hat es im vergangenen Jahr der Hafen von Los Angeles und Long Beach geschafft. Der größte Containerhafen Nordamerikas verzeichnete 2015 einen Umschlag von 15,4 Millionen TEU.

Platz 9: Dubai
5 von 13

Der größte von Menschenhand geschaffene Tiefseehafen liegt in Dubai, rund 40 Kilometer von der Stadt entfernt und wurde in der 1970er-Jahren zur Freihandelszone ausgebaut. Am Rande der Wüste wurden 2015 15,6 Millionen Standardcontainer abgefertigt. 2013 waren es weniger: 15,2 Millionen.

Platz 8: Qingdao
6 von 13

Abgerutscht auf Platz acht: Als Tiefseehafen ist Qingdao bedeutend für die ölverarbeitende Industrie und den Güterverkehr der gesamten Halbinsel Shandong. 2015 betrug der Containerumschlag 17,5 Millionen TEU, etwas mehr als im Vorjahr (16,6 Millionen TEU). Der Hafen wird bis 2020 für 4,7 Milliarden Euro erweitert, danach soll Qingdao der größte Hafen der Welt werden.

Platz 7: Guangzhou
7 von 13

Der Außenhandel Chinas entwickelt sich seit Jahren in großen Schritten. Dabei erfolgt ein Großteil des Warentransfers auf dem Schiffsweg über die Küsten-Häfen Chinas. Als Containerterminal im heutigen Überseehandel dient dabei unter anderem der Tiefseehafen Guangzhou. Der Hafen ist mit 17,6 Millionen abgefertigten Standardcontainern 2014 (2014: 16,2 Millionen) der siebtgrößte Hafen weltweit.

Der Containerverkehr mit China – Hamburgs größtem Handelspartner – sei im ersten Halbjahr um ein Prozent auf 1,3 Millionen Einheiten geschrumpft. Erfreulich sei auch die wachsende Bedeutung Indiens, das mit 128.000 Standardcontainern inzwischen auf Rang acht unter den Handelspartnern liege.

Dass der Containerumschlag insgesamt sank, erklärte Hafen Hamburg Marketing damit, dass der Zubringerverkehr mit Häfen in Polen und Schweden zurückging. Das liegt daran, dass Linienreedereien Container immer öfter direkt dorthin transportieren anstatt dies von Feederschiffen erledigen zu lassen, die für den Weitertransport und die Verteilung der Container auf die kleineren Häfen zuständig sind.

Im ersten Halbjahr verringerte sich der Umschlag von Massengütern im Hamburger Hafen, das sind vor allem Kohle und Erz, um 1,4 Prozent auf gut 23 Millionen Tonnen. Bei Stückgütern, zu denen auch Container zählen, belief sich das Minus auf 0,7 Prozent auf rund 47 Millionen Tonnen. Insgesamt sank die über den Seeweg von und nach Hamburg transportierte Gütermenge um knapp ein Prozent auf 70,2 Millionen Tonnen.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Hamburger Hafen - Einbruch im Warenverkehr nahezu gestoppt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%