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Hamstern vor dem Grexit „Ein Mac behält seinen Wert“

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Angst vor leeren Läden geht um
„Ich habe noch nie den Mittelfinger gezeigt“
Yanis Varoufakis
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„Zu jedem verantwortungslosen Kreditnehmer gehört ein verantwortungsloser Kreditgeber. Vor 2010 hat das im Überfluss vorhandene Kapital in Griechenland einen Tsunami an Schmarotzer-Krediten ausgelöst.“

Varoufakis spielt hier auf die Zeit vor Hilfspaketen, Rettungsschirmen und Sparmaßnahmen an, als Griechenland auf Basis von EU-Krediten über seine Verhältnisse lebte.

(Foto: dpa)
Über die Deutschen
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„Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden sie immer zahlen.“

Kurz vor seiner Ernennung zum Finanzminister am 27. Januar 2015 stellte Varoufakis schon einmal klar, auf welche Art von Verhandlungspartner sich die Euro-Gruppe einstellen kann – speziell Deutschland. Diesen O-Ton gab er in einem Interview der französischen Zeitung „La Tribune“.

(Foto: dpa)
Über den Grexit
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„Wer auf den Grexit setzt, spielt mit dem Feuer.“

Obwohl sich der Ton in Brüssel nach 20 Wochen des zähen Verhandelns mit Athen empfindlich verschärfte, gab Yanis Varoufakis sich stets zuversichtlich. Die europäischen Regierungen werden sein Land nicht aus der Euro-Zone drängen, sagte er der BBC. Schon im April hatte er all diejenigen gewarnt, die den Euro-Austritt Griechenlands forderten: „Jeder, der darauf setzt, dass die anderen Länder überleben, wenn man ein Stück von der Euro-Zone abschneidet, spielt mit dem Feuer.“

(Foto: Reuters)
Über Vertrauen
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„Herr Schäuble hat mir gesagt, dass ich das Vertrauen der deutschen Regierung verloren habe. Ich habe ihm gesagt, dass ich es niemals genossen habe. Ich habe das Vertrauen des griechischen Volkes.“

Varoufakis sagte diesen Satz im März 2015 dem Sender Mega TV, nachdem er sich mit Finanzminister Wolfgang Schäuble getroffen hatte. Schäuble machte, wie auch andere Euro-Minister, beharrlich deutlich, dass ohne Erfüllung der griechischen Reformzusagen keine Hilfsgelder fließen können, auch keine Vorschusszahlungen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Athen warf Schäuble zudem Beleidigung seiner griechischen Kollegen vor, weswegen die Regierung offiziell interveniert habe.

(Foto: picture alliance)
Über seinen Mittelfinger
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„Dieses Video ist falsch. Es ist so montiert worden. Diesen Finger habe ich nie gezeigt. Ich habe noch nie den Mittelfinger gezeigt.“

Varoufakis behauptete in der ARD-Talk-Sendung „Günther Jauch“, er habe Deutschland nie den Stinkefinger gezeigt. Das dort gezeigte Video sei eine Fälschung. Später behauptete er dann noch, man habe ihn mit dem Video hereingelegt.

(Foto: picture alliance)
Über die Attacke
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„Sie hat mich beschützend umarmt.“

Auch wenn er das regelmäßige Bad in der Menge genießt – bisweilen missfiel Varoufakis Auftreten auch den Griechen selbst. Ende April wurde er in einer Athener Taverne im linken Stadtviertel Exarchia von Vermummten beschimpft und angegriffen. Seine Ehefrau und er wurden bei der Attacke mit Gegenständen beworfen. Die Vermummten wollten ihn schlagen, beklagte sich Varoufakis hinterher. Seine Frau habe das verhindern können, "indem sie mich beschützend umarmte".

(Foto: AFP)
Über das Referendum
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„Die Zukunft erfordert ein stolzes Griechenland innerhalb der Euro-Zone und im Herzen Europas. Diese Zukunft verlangt, dass die Griechen am Sonntag mit 'Nein' stimmen.“

Schreibt Varoufakis in seinem Blog vor dem Referendum Griechenlands. Obwohl ein „Nein“ auch ein Nein gegen die Zukunft in der Euro-Zone bedeuten würde.

(Foto: picture alliance)

Der Motorsägenhersteller Stihl berichtet, die Zahlungsmoral der Händler in Hellas sei derzeit hervorragend. „Wahrscheinlich aus Angst, dass ihre Guthaben bei der Bank im Falle einer weiteren Eskalation der Krise eingefroren werden“, sagt eine Stihl-Sprecherin. Aktuell stockten die Händler ihre Bestände eher auf, auch Landwirte kauften Maschinen, solange es noch den Euro gebe. Die Geschäfte laufen über eine Vertriebstochter vor Ort. Der Vorteil: Der Inlandszahlungsverkehr ist nicht von den Kapitalkontrollen betroffen. Online-Buchungen und Online-Banking funktionieren der Sprecherin zufolge weiter. Allerdings werde in Griechenland immer noch viel mit Schecks bezahlt. Solange die Banken geschlossen sind, können diese nicht eingelöst werden.

Die Zeitungen schreiben von der Möglichkeit einer „kourema“, einer einmaligen Zwangsabgabe für Kontoinhaber. Das hatte es 2013 auf Zypern schon einmal gegeben, um die Banken zu stützen. Betroffen waren in Zypern Konten mit mehr als 100.000 Euro an Guthaben. Die Regierung habe niemals über einen Abschlag auf die Spareinlagen gesprochen, nicht einmal als Möglichkeit, erklärte das griechische Finanzministerium.

„Ich habe Angst vor einem Einlagen-'Haircut'“, sagt der 33-jährige Immobilienmakler Konstantinos, der sich für 400 Euro eine Playstation-Konsole gekauft hat. „Ich glaube nicht, dass sie uns aus dem Euro schmeißen werden. Aber keine Sorge, was auf uns zukommt, wird schlimmer sein.“

Die Wirtschaft des Landes ist innerhalb von sechs Jahren einer fast durchgängigen Rezession um etwa 25 Prozent geschrumpft, während die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Niveau in Europa verharrt. Mehr als 50 Prozent der Jugendlichen sind arbeitslos.

Wer noch mit seiner Karte zahlen kann, macht das oft aus der Angst heraus, dass die Läden bald leer sein werden. Am ersten Wochenende nach Einführung der Kapitalverkehrskontrollen waren die Strandbars im Athener Vorort Glyfada nicht so voll wie sonst an einem heißen Sommertag. Doch in den Läden am Syntagma-Platz im Zentrum Athens brummte das Geschäft außergewöhnlich stark.

Dixons Carphone, dem die größte Elektrofachmärktekette in Griechenland gehört, verzeichnet in seinen fast 100 Läden im Lande einen anhaltend hohen Andrang. Dahinter steht auch die Angst der Griechen, dass sich Tsipras womöglich nicht mit den Gläubigern einigen wird und die Preise anziehen werden, sollte Griechenland den Euroraum verlassen, wie Charles Allen, Analyst von Bloomberg Intelligence, erklärt.

Die 44-jährige Elizabeth, die im Tourismus arbeitet und in Athen lebt, will sich jetzt einen neuen Laptop-Computer anschaffen. „Weil ich später vielleicht nicht mehr die Möglichkeit habe, mir einen zu kaufen“, sagt sie.

  • Bloomberg
  • dpa
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Mehr zu: Hamstern vor dem Grexit - „Ein Mac behält seinen Wert“

4 Kommentare zu "Hamstern vor dem Grexit: „Ein Mac behält seinen Wert“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "wenn der Grexit kommt, kommt das Chaos. Da kauft denen keiner ihren Apple oder sonstigen unnützen Kram ab."
    ---

    Es geht darum, den Kreditrahmen für Konsum voll auszuschöpfen, wenn die stattdessen Geld bekommen würden, dann würden die das natürlich lieber nehmen. Tja, wer sich einmal daran gewöhnt hat, auf anderer Leute Rechnung zu leben...

    Ich würde den Griechen empfehlen, anstatt Alkohol besser Zigaretten zu horten, damit macht man mehr Gewinn, leichter zu transportieren und effizienter zu lagern sind die obendrein. Dummerweise gibt es Kippen nicht stangenweise auf Pump.

  • bescheuert!

    wenn der Grexit kommt, kommt das Chaos. Da kauft denen keiner ihren Apple oder sonstgen unnützen Kram ab. Besser Alkohol kaufen, das kriegt man später zum doppelten Preis wieder los oder kann es gegen Lebensmittel tauschen.

  • Also, Geld scheint ja ausreichend vorhanden zu sein. Die seit Anfang des Jahres gewährten ELA Kredite iHv ca. 100 Mrd. scheinen unter die Kopfkissen der Griechen gewandert zu sein. Derweil wird in den deutschen Medien massiv auf die Gefühlsduselei gesetzt, oder anders gesagt manipuliert, um die Deutschen für weitere "Kredite" (die nie zurückfliessen werden) weich zu klopfen. Was für ein würdeloses Spiel hat dieser EUR doch in Europa entfacht.

  • " bleibende Werte stecken – wie Apple-Computer oder Playstations"
    Bleibende Werte, wie 'ne Tuete Pommes oder ein frittiertes Haehnchen. Na ja, andere Laender andere "bleibende Werte".

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