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Handel Lidl und Aldi sahnen im Gourmet-Land ab

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Kräftigen Anschub bekamen die Discounter vom Euro, der auch in Frankreich als "Teuro" empfunden wird: Jetzt schauen die Franzosen viel genauer auf die Preise. Außerdem ist das Leben schneller geworden. Junge Berufstätige wollen nicht mehr mit stundenlangen Diners "leben wie Gott in Frankreich". Statt jede Frucht beim Händler einzeln zu betasten und beschnuppern, kaufen sie Tiefgekühltes und eingepackte Ware aus dem Regal. Aldi bietet eine geringe Produktauswahl in jeweils einer Verpackungsgröße. Der Kunde hat damit keine Qual der Wahl, kein "Einkaufserlebnis", aber er bezahlt weniger und ist schneller mit dem Einkauf fertig.

Kritik an den deutschen Billigheimers üben vor allem Zulieferer und Gewerkschafter. So verwüsteten französische Gemüsebauern jüngst Auslagen in Lidl-Läden, weil dort statt französischer Produkte ausländisches Gemüse angeboten wurde. Ein Edelbäcker klagte: "Bei denen isst man nicht, man ernährt sich." Für die Gewerkschaften gilt Aldi als "Vorhof der Hölle": Keine überregionale Arbeitervertretung, unbezahlte Überstunden und sozialer Druck seien die Regel.

Doch die Kunden denken anders. Seit 2000 gewannen die Discounter drei Millionen Haushalte hinzu. Zwei von drei Franzosen kaufen zumindest gelegentlich beim Discounter ein. 12,4 Prozent der Lebensmittelumsätze im Handel gehen nach einer Marktstudie des Instituts TNS Secodip bereits bei Aldi, Ed und Konsorten über die Kassentheke. In fünf Jahren dürften es 18 bis 20 Prozent sein. Und über Lidl treten neben Frankfurter Würstchen auch deutsche Weihnachtskalender und Stollen den Siegeszug im Westen an.

Die Discounter seien auf einem dauerhaften Wachstumspfad, weil sie von immer breiteren Bevölkerungskreisen akzeptiert werden, analysiert TNS Secodip. Zudem lockert sich die Markenbindung: Die Franzosen beginnen zu bezweifeln, dass teure Marken bessere Qualität bedeuten.

Allerdings bremst der Staat im Interesse der kleinen Händler den Ausbau der Ketten in den Städten. So wird jetzt die Verkaufsfläche, ab der Lebensmittelgeschäfte besonders genehmigt werden müssen, von 1000 auf 300 Quadratmeter gesenkt. Lidl-Läden haben im Schnitt 639 Quadratmeter, Aldi-Filialen 591. Solche Geschäfte lassen sich künftig nur an den Stadträndern leicht eröffnen - dort, wo die Hypermarchés sind, die leicht auf 10 000 Quadratmeter und mehr kommen. TNS Secodip hält daher ein "deutsches Szenario" mit 35 Prozent Marktanteil der Discounter für "wenig wahrscheinlich

".

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