Handelskonzern Aufsichtsratschef Michael Otto schließt Börsengang der Otto Group aus

Die Mehrheit an Otto soll weiterhin bei der Familienstiftung bleiben. Für das Mode-Start-up About You gilt das jedoch nicht.
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Der Aufsichtsratschef des Handelskonzerns bestätigte, dass ihm sein Sohn Benjamin einmal nachfolgen solle. Quelle: dpa
Michael Otto

Der Aufsichtsratschef des Handelskonzerns bestätigte, dass ihm sein Sohn Benjamin einmal nachfolgen solle.

(Foto: dpa)

HamburgDer Aufsichtsratschef der Otto Group, Michael Otto, hat einem Börsengang des Handelskonzerns eine Absage erteilt. „Für die gesamte Otto Group kommt das nicht infrage. Die Mehrheit liegt in meiner Familienstiftung und wird dort bleiben“, sagte Otto der „Welt am Sonntag“. „Wir stehen nicht unter dem Druck von Investoren und können die Gewinne auch einmal im Unternehmen belassen.“

Otto bestätigte aber Pläne, strategische Partner oder Investoren für einzelne Tochterunternehmen zu finden. Konkret nannte er das Mode-Start-up About You, für das er „später“ einen Börsengang nicht ausschließe.

Mit einem strategischen Partner solle About You weiter wachsen, sagte Otto der „Welt am Sonntag“. Das könne ein Unternehmen aus dem Einzelhandel oder auch ein Investor mit Finanzmarkterfahrung sein.

Früheren Angaben zufolge soll der Partner bei der internationalen Expansion helfen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sucht einen Käufer. Otto hält 94 Prozent der Anteile an About You. Zudem sind Pro Sieben Sat.1 und das Berliner Start-up German Media Pool beteiligt. Laut „Börsen-Zeitung“ kam About You in einer ersten Finanzierungsrunde auf eine Firmenbewertung von 320 Millionen Euro.

Michael Otto hatte seine Mehrheitsbeteiligung an dem Versandunternehmen Otto Group im Wert von mehreren Milliarden Euro vor drei Jahren an eine gemeinnützige Stiftung abgegeben, die kulturelle, soziale und ökologische Projekte fördert. An diesem Donnerstag; dem 12. April, wird er 75 Jahre alt.

Der Aufsichtsratschef bestätigte, dass ihm sein Sohn Benjamin (42) einmal nachfolgen solle. „Natürlich wird er irgendwann den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Einen Zeitpunkt dafür gibt es aber noch nicht“, sagte Michael Otto. „Mein Sohn ist sehr engagiert und befasst sich als gestaltender Gesellschafter mit der digitalen Strategie und dem Wandel unserer Unternehmen. Wir stimmen uns in wichtigen Fragen immer sehr eng ab.“

Das sind die reichsten Deutschen
Platz 16: August von Finck
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Der Investor und ehemalige Bankier ist unter anderem Hauptaktionär der Restaurant- und Hotelgruppe Mövenpick. 1990 verkaufte er das bis dahin in Familienbesitz befindliche Privatbankhaus Merck Finck & Co. Von Finck verfügt nach Schätzung von Forbes über ein Vermögen von 9,2 Milliarden US-Dollar, insgesamt steht der 87-Jährige damit auf Platz 167 der reichsten Menschen der Welt.

Die „Forbes“-Zahlen sind nur Schätzungen, die aber auf einem der weltweit aufwendigsten Schätzverfahren basieren und in der Branche als weitgehend zuverlässig gelten.

Platz 15: Dietmar Hopp
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Gemeinsam mit vier IBM-Kollegen baute Hopp den Softwarekonzern SAP auf. Der Unternehmer ist auch als Mäzen des Bundesligisten 1899 Hoffenheim bekannt. Sein Vermögen beträgt laut Forbes 10,2 Milliarden US-Dollar – 1,2 Milliarden mehr, als 2017. Dennoch verliert Hopp im Gesamtranking sieben Plätze und steht „nur noch“ auf Platz 147.

Platz 14: Walter Droege
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Einen deutlichen Sprung von Platz 176 auf Platz 146 im Gesamtranking macht dagegen Walter Droege – der Unternehmer steigert sein Vermögen laut Forbes von 7,6 auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Die Droege International Group mit Sitz in Düsseldorf ist in über 30 Ländern aktiv und eine der weltgrößten Beraterfirmen.

Platz 13: Michael Otto
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Die Otto Group ist heute mehr als ein Versandhändler. Das Unternehmen bietet unter anderem auch Finanzdienstleistungen an und fördert Start-ups. Michael Otto, Sohn des Firmengründers Werner Otto, verfügt laut Forbes ein Vermögen von 11 Milliarden US-Dollar. Auch er kann sein Vermögen von 7,7 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr und seinen Platz im Gesamtranking (138 statt 174) deutlich steigern.

Platz 12: Udo und Harald Tschira
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Udo und Harald Tschira sind die Erben des studierten Physiker Klaus Tschira (im Bild). Tschira wie Dietmar Hopp zu den fünf SAP-Gründern. Nach seinem Tod 2015 liegt das auf geschätzt 11,7 Milliarden US-Dollar geschätzte Vermögen in den Händen seiner Söhne.

Platz 11: Alexander Otto
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Der jüngste Sohn des Hamburger Versandhausgründers Werner Otto ist Chef des Immobilienentwicklers ECE Projektmanagement und sitzt in zahlreichen Aufsichtsräten. Der 50-Jährige ist auch als Förderer des Leistungs- und Breitensports aktiv und finanzierte den Bau des Nachwuchsleistungszentrums des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Laut Forbes verfügt Alexander Otto über ein Vermögen von 11,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 10: Hasso Plattner
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Der heute reichste SAP-Gründer ist Hasso Plattner mit geschätzten 12,7 Milliarden US-Dollar Vermögen – 1,5 Milliarden Dollar mehr als noch 2017. Seit seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft macht der 74-Jährige vor allem als Förderer der Wissenschaft Schlagzeilen.

  • dpa
  • rtr
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