Handelskonzern Metro geht mit Gewinnrückgang in die Aufspaltung

Die Metro steuert mit einem Gewinnrückgang in die anstehende Aufspaltung des Handelskonzerns. Im Weihnachtsquartal verdiente der Konzern weniger als noch im Vorjahr. Konzernchef Koch bleibt dennoch zuversichtlich.
Update: 03.02.2017 - 11:49 Uhr Kommentieren

DüsseldorfDer vor der Aufspaltung stehende Handelsriese Metro blickt auf eine durchwachsenes Weihnachtsgeschäft zurück. Zwischen Oktober und Dezember verdiente der Düsseldorfer Konzern bei stagnierenden Umsätzen weniger als noch vor Jahresfrist.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 lag der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren bei 821 (Vorjahr: 828) Millionen Euro, wie Metro am Freitag mitteilte. Vor allem die Großmärkte mussten Federn lassen. Metro blieb damit leicht unter den Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Durchschnitt ein Ebit vor Sonderfaktoren von 829 Millionen Euro prognostiziert. Auch beim Umsatz trat der Konzern auf der Stelle.

Metro-Aktien gaben deutlich nach, sie notierten am Vormittag mit einem Minus von knapp drei Prozent bei 30,97 Euro. Das Weihnachtsgeschäft ist für Händler zentral – sie fahren dann den Löwenanteil ihrer Gewinne ein.

So will die Metro Ihre Kundendaten verkaufen

„Das erste Quartal war sicherlich ein Transformationsquartal für uns“, räumte Vorstandschef Olaf Koch mit Blick auf die anstehende Aufspaltung des Handelsriesen in eine Lebensmittel- und eine Elektroniksparte ein. Am Montag sollen die Aktionäre die Pläne absegnen. Er gehe mit Zuversicht in die Hauptversammlung, versicherte Koch. Dazu hat der Metro-Chef auch Anlass: Die Großaktionäre der Metro haben sich hinter seine Pläne gestellt.

Kommt es so wie geplant, wird der Lebensmittelhandel rund um die Großmärkte und die Supermarkt-Kette Real im Sommer abgetrennt. So entsteht ein Unternehmen mit rund 37 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern. Die Anteilseigner der „alten“ Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis beträgt 1:1 – für jede Metro-Stammaktie gibt es also eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers.

Bei der bisherigen Metro verbleibt der Elektronikhändler Media-Saturn. Diese Holding firmiert künftig unter dem Namen Ceconomy und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro mit 65.000 Mitarbeitern. Koch will beide Teile mit der Aufspaltung schlagkräftiger machen und auf Wachstumskurs schicken. Die Großmärkte sollen dabei nach langer Zeit wieder den Sprung in ein neues Land wagen. In Myanmar soll Anfang 2018 eine neue Niederlassung die Pforten öffnen, Gastronomen und Händler sollen beliefert werden. Zuletzt hatte sich Metro 2010 in ein neues Land getraut.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

Im abgelaufenen Quartal konnte Media-Saturn anders als die Großmärkte und Real beim operativen Gewinn zulegen. Europas größte Elektronikhandelskette setzte zudem deutlich mehr Waren über das Internet ab: Der Online-Umsatz schnellte um über 25 Prozent auf 700 Millionen Euro in die Höhe.

Den Großmärkten machte dagegen unter anderem ein Preiskampf in Russland zu schaffen. Koch erwartet aber für das Land eine wirtschaftliche Erholung. Das könnte ihm in die Karten spielen. Denn die Großmärkte fahren einen Großteil ihrer Gewinne in Russland ein.

  • rtr
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