Handelskonzern Metro verliert im Weihnachtsgeschäft Umsatz

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat der Handelskonzern Metro keine Fortschritte erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz leicht. Dabei entwickelten sich die Sparten des Konzerns sehr unterschiedlich.
Update: 10.01.2017 - 09:28 Uhr Kommentieren
Die Cash&Carry-Großmärkte entwickelten sich trotz des Verkaufs des Vietnam-Geschäfts stabil. Quelle: dpa
Metro

Die Cash&Carry-Großmärkte entwickelten sich trotz des Verkaufs des Vietnam-Geschäfts stabil.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Handelskonzern Metro hat im wichtigen Weihnachtsgeschäft etwas weniger Umsatz gemacht. Der Konzern verbuchte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 mit seinen Großmärkten, der Supermarkt-Kette Real und dem Elektronikhändler Media-Saturn einen Umsatz von 17 (Vorjahr: 17,1) Milliarden Euro, wie er am Dienstag mitteilte.

„Insgesamt haben wir uns in einem anspruchsvollen Marktumfeld im Weihnachtsquartal solide behauptet“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Anleger zeigten sich hingegen enttäuscht: Mit einem Minus von bis zu 3,7 Prozent zählte die Metro-Aktie zu den schwächsten Wert im Nebenwerteindex MDax. Die Zahlen lagen nach Ansicht der Analysten von Baader Helvea unter den Erwartungen.

Federn lassen musste Real, der Umsatz sank auch durch die Schließung von Märkten um rund vier Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Die Cash&Carry-Großmärkte entwickelten sich dagegen trotz des Verkaufs des Vietnam-Geschäfts stabil. Bei Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn stagnierten die Umsätze bei 6,9 Milliarden Euro.

Punkten konnte Media-Saturn indes mit Reparaturdienstleistungen und Garantieverlängerungen – hier habe es zweistellige Wachstumsraten gegeben, erklärte der Konzern. Auch der über die Online-Shops von Media-Saturn erzielte Umsatz legte um mehr als 25 Prozent zu, obwohl sich die kriselnde Internet-Tochter Redcoon aus mehreren Ländern zurückgezogen hatte.

An seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 hält Konzernchef Koch fest. Er erwartet auf Basis der aktuellen Konzernstruktur leichte Steigerungen beim Umsatz und beim operativen Ertrag (Ebit vor Sonderfaktoren). Koch hat Metro eine Aufspaltung verordnet. Dabei soll voraussichtlich Mitte des Jahres das Lebensmittelgeschäft um die Großmärkte und die Supermarktkette Real aus dem Metro-Verbund ausgegliedert werden.

Metro-Nachfolger soll die Holding Ceconomy werden, unter deren Dach das Elektronikhandelsgeschäft um Media Markt, Saturn und Redcoon gebündelt wird. Koch will mit dem Schritt beide Teile schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen.

Wo die Deutschen am liebsten einkaufen
Platz 10: Globus
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Die im Saarland ansässige Warenhauskette ist mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Euro der zehntgrößte Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands. Im Ausland ist Globus in Tschechien und Russland aktiv.

Quelle: Nielsen Company

Platz 9: Rossmann
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Mit einem Umsatz von 5,75 Milliarden Euro kann sich die Drogeriemarktkette Rossmann auch als Lebensmitteleinzelhändler behaupten. Allerdings ist sie nicht der erfolgreichste Drogeriemarkt im Ranking.

Platz 8: dm Drogeriemarkt
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Die Drogeriemarktkette dm ist mit Abstand die größte Deutschlands, eine der Top-Marken im Land – und auch als Lebensmittelhändler erfolgreich. Ein Umsatz von 7,02 Milliarden Euro in 2015 bedeutet Platz acht. Genauso wie Rossmann setzte dm 2015 erfolgreich auf internationale Expansion – das Umsatzplus von 9,8 Prozent ist das größte im Ranking.

Platz 7: Tengelmann-Gruppe
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Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG ist eine Dachgesellschaft für mehrere Einzelhändler. Zu ihr gehören aus dem Bereich des Lebensmittelgeschäfts der Discounter Netto und die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Als Lebensmitteleinzelhändler liegt Tengelmann mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro auf Platz sieben. Seit zwei Jahren versucht Edeka, die Filialen von Kaiser's Tengelmann zu übernehmen.

Platz 6: Lekkerland
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Mit einem Umsatz von 9,07 Milliarden Euro ist Lekkerland die Nummer sechs im Ranking. Das Großhandelsunternehmen bedient vor allem Kioske und Tankstellen, neben Lebensmitteln und Getränken vertreibt es auch Tabakwaren, Telekommunikation und Non-Food.

Platz 5: Aldi
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Mit 27,8 Milliarden Euro Umsatz liegt Aldi auf Platz fünf des Händler-Rankings.

Platz 4: Metro
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Die Handelskette Metro betreibt unter anderem die gleichnamigen Großhandelsmärkte, als auch die Supermarktkette Real. Im Ranking ist die Metro-Gruppe dennoch der einzige Händler, der verliert: Ein Umsatz von 29,6 Milliarden Euro bedeuten ein Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zu 2014 und Platz 4.

Aufschlüsse über den Verlauf des Weihnachtsgeschäfts im deutschen Heimatmarkt ließen die Metro-Zahlen noch nicht zu – der Konzern schlüsselte sie nicht nach Regionen auf. Die Handelsbranche in der Bundesrepublik hatte angesichts steigender Beschäftigung, geringer Inflation und niedriger Zinsen optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft geblickt.

Der Handelsverband HDE peilte für 2016 ein Umsatzplus von rund 2,5 Prozent an und setzte dabei auch auf ein Rekord-Geschäft um die Feiertage. Für den Dezember erwartete der HDE erstmals einen Monatsumsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Aber nicht nur die Erlöse sind zentral für die Branche: Die Händler fahren zum Jahresende traditionell auch den Löwenanteil ihrer Gewinne ein.

  • rtr
  • dpa
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