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Handelskonzern Otto Group verfehlt Wachstumsziel – Hitzesommer drückt Gewinn

Vor allem das Textil- und Möbelgeschäft des Konzerns hat unter dem heißen Sommer gelitten. An den langfristigen Zielen hält das Unternehmen aber fest.
Update: 28.03.2019 - 12:22 Uhr Kommentieren
Das Hamburger Unternehmen hält an seinen ehrgeizigen Wachstumszielen fest. Quelle: dpa
Otto Group

Das Hamburger Unternehmen hält an seinen ehrgeizigen Wachstumszielen fest.

(Foto: dpa)

Hamburg Die Otto-Gruppe hält trotz enttäuschender Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr an ihrem Ziel fest, den Umsatz bis 2022 auf 17 Milliarden Euro zu steigern. Das teilte die Hamburger Handelsgruppe am Donnerstag mit. 2017/18 habe die Gruppe jedoch die „eigenen, ambitionierten Planungen nicht vollumfänglich umsetzen“ können, erklärte Gruppen-Chef Alexander Birken. In der Konsequenz sei der Gewinn gesunken.

Konkrete Gewinnzahlen legt die Gruppe erst im Mai vor. Die Gruppe sei aber nicht in die roten Zahlen gerutscht. Eigentlich hatte Birken sich einen stabilen Gewinn und ein bereinigtes Umsatzwachstum von fünf Prozent vorgenommen – geschafft hat er nur 3,5 Prozent.

Relevant sind die Zahlen auch, weil Otto am Donnerstag angekündigt hatte, eine weitere Anleihe begeben zu wollen. Erstmals soll die neue Anleihe explizit Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und somit neue Anlegergruppen ansprechen. Zu Höhe der Emission, Verzinsung und Zeitrahmen machte die Gruppe bisher keine Angaben. Offen stehen soll das Finanzierungsinstrument sowohl privaten als auch institutionellen Anlegern.

Erst im vergangenen Sommer hatte Otto eine mit vier Prozent recht hoch verzinste Hybrid-Anleihe begeben mit einem Volumen von 300 Millionen Euro. Insgesamt hat die Gruppe derzeit Anleihen im Nominalwert von 1,21 Milliarden Euro platziert. Ein Rating hat die Gruppe nicht.

Nominal ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr sogar leicht gesunken – um 0,1 Milliarden Euro auf 13,5 Milliarden Euro. Bereinigt etwa um die Herausnahme des Online-Shops About You und die Umstellung von Geschäftsjahren sei die Kennzahl allerdings um 3,5 Prozent gestiegen, rechnet die Gruppe vor. Im Vorjahr hatte sie noch ein Plus von 6,7 Prozent erreicht.

Das Wachstum beim eCommerce halbierte sich sogar auf 4,5 Prozent. Als einen Grund für die Wachstumsschwäche nennen die Hamburger den „ungewöhnlich langen und heißen Sommer“, der die Textil- und Möbelumsätze gedrückt habe. Tatsächlich meldete der BTE Handelsverband Textil für 2018 ein Minus von zwei Prozent im gesamten deutschen Modehandel.

Die Otto-Gruppe hat zudem die wachstumsstarke Tochter About You aus den Zahlen herausgenommen, weil inzwischen externe Anteileigner wie die Bestseller-Group eingestiegen sind. Damit verliert die Bilanz einen Wachstumstreiber. About You legte im Geschäftsjahr 63 Prozent auf 461 Millionen Euro Umsatz zu – und liegt damit in etwa in der Mitte der eigenen Prognose.

Bereits vor wenigen Wochen hatte das Familienunternehmen angekündigt, die Kernmarke Otto.de werde in den kommenden Jahren nichts zum Gruppengewinn beitragen, weil das operativ erwirtschaftete Geld in den Aufbau eines eigenen Marktplatzes reinvestiert werden solle. Damit will Otto.de mehr externe Händler auf die eigene Plattform locken. Gruppenweit solle eine „fokussierte Wachstumsstrategie“ umgesetzt werden.

Einen Verlust musste die Gruppe zuletzt für 2015/16 mit 190 Millionen Euro ausweisen. 2016/17 stand hingegen ein Gewinn von 519 Millionen Euro unter dem Strich – getrieben durch Verkäufe von Beteiligungen. Bereinigt um diese Effekte verdiente die Gruppe damals 64 Millionen Euro – eine Umsatzrendite von knapp 0,5 Prozent.

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