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Hans im Glück

Die deutsche Burgerkette ist Anfang 2020 verkauft worden – die Unternehmensgeschichte in der chronologischen Zusammenfassung.

(Foto: dpa)

Hans im Glück-Verkauf Die Unternehmensgeschichte in der Chronologie

Die Hans im Glück Franchise GmbH existiert in Deutschland seit 2010. Zehn Jahre später gehört das Unternehmen den Gründern der Bäckereikette Backwerk – die Unternehmensgeschichte von Hans im Glück in der Chronologie.
23.01.2020 - 10:04 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Die Zukunft der Burgerkette Hans im Glück (HiG) ist fürs Erste gesichert. Anfang Januar 2020 gab das Unternehmen seinen Verkauf an die Gründer der Bäckereikette Backwerk, Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer, bekannt. Damit endeten wochenlange, unter hohem Druck geführte Verkaufsgespräche für die Burgerkette Hans im Glück mit den typischen Birkenstämmen in ihren Filialen – aber auch eine zehnjährige Unternehmensgeschichte unter Gründer Thomas Hirschberger. Er gibt durch den Verkauf seinen Anteil von 90 Prozent an der größten deutschen Burgerkette ab.

2010 gegründet, in den Folgejahren weiter gewachsen und expandiert, gilt der Burgergrill als vielversprechender Konkurrent zu McDonald's und Burger King – die Geschichte von Hans im Glück in der Chronologie.

Hans im Glück 2010 bis 2020 – Geschichte des Burgergrills in der Zusammenfassung

2010 – Gründung der Burgerkette

Im Jahr 2010 eröffnet Gründer Thomas Hirschberger mit dem „Hans im Glück Burgergrill“ das erste Restaurant der Kette in der Nymphenburger Straße im Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg.

Hirschberger ist in der Gründerszene und Systemgastronomie kein Unbekannter, brachte er doch bereits im Jahr 1994 die bekannte Restaurantkette Sausalitos an den Start. Im Gegensatz zu Sausalitos stehen bei Hans im Glück allerdings nicht mexikanisches Essen oder Cocktails im Fokus, sondern Burgergerichte in einem bis dahin unbekannten Ambiente. Er legt seine neue Burgergrill-Kette als Franchise-Konzept an. Doch hemdsärmlige Vereinbarungen mit den selbstständigen Gastronomen werden später für Probleme sorgen.

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    Das deutsche Burger-Unternehmen setzt in seinen Filialen auf ein unverwechselbares, charakteristisches Birken-Design, das an einen Ausflug in den Wald erinnern soll. Das Design sollte allerdings im Jahr 2016 noch zum Streitobjekt werden.

    2014 – Vier Jahre Expansion

    Das Burgerunternehmen ist erfolgreich und expandiert in den ersten Unternehmensjahren rasant. So kann Hans im Glück innerhalb von vier Jahren sowohl das Restaurantnetz, als auch die Beschäftigtenzahlen in Deutschland deutlich erweitern. 2014 umfasst Hans im Glück bereits 30 Restaurants in ganz Deutschland und beschäftigt circa 1.200 Mitarbeiter.

    Gründer Thomas Hirschberger verkauft in diesem Jahr die Cocktailbars Sausalitos an einen Finanzinvestor – seine erste selbst aufgebaute Gastro-Kette.

    2015 – Die Popularität der Burgerkette steigt

    Die Expansion von Hans im Glück schreitet auch im Folgejahr weiter voran. So kommen 2015 erneut zehn Filialen dazu. Hans im Glück gilt zu diesem Zeitpunkt als die deutsche Alternative zu den großen, amerikanischen Fast-Food-Ketten McDonald's und Burger King, die mit stetigen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen haben.

    2015 hat die Burgerkette bereits 40 Filialen in zahlreichen Metropolen eröffnet. Auch das Handelsblatt sieht in Hans im Glück eine wachsende Konkurrenz zu den amerikanischen Burgerläden.

    Doch das Jahr 2015 bringt noch weitere positive Nachrichten für Hans im Glück. In einem 2015 veröffentlichten Ranking liegt die Burgerkette sogar unter den Top drei der wachstumsstärksten Systemgastronomen in Deutschland.

    2016 – Bruch mit Paniceus

    Durch den Bruch mit dem Franchise-Nehmer Paniceus, der zwölf Standorte der Burgerkette betrieben hat, verringert sich die Anzahl der Hans-im-Glück-Filialen im April 2016 auf einen Schlag um zwölf Niederlassungen – und ist durch diesen Bruch nur noch an 31 Standorten hierzulande vertreten. Die Standorte, die von dieser Entwicklung betroffen waren, sind die Hans-im-Glück-Filialen in Berlin, Binz, Bremen, Flensburg, Hamburg, Lübeck, Oldenburg, Osnabrück und Potsdam.

    Ein herber Rückschlag für das Unternehmen, sind davon auch zahlreiche prestigeträchtige Standorte betroffen. Dazu zählen beispielsweise Restaurants in einer ehemaligen Turnhalle im Hamburger Szene-Stadtteil St. Georg, sowie die Filiale auf der Berliner Friedrichstraße.

    Durch den Bruch mit Paniceus ist der Burgergrill insbesondere im Norden Deutschlands nicht mehr vertreten. Noch im selben Jahr reagiert Hans im Glück auf diesen Umstand und versucht dieser Problematik durch die Eröffnung einiger neue Filialen in Berlin entgegenzuwirken. Auch hinsichtlich des bekannten Hans im Glück Birkendesigns der einzelnen Filialen steht der Burgerkette 2016 Ärger bevor. Die Raumdesignerin Stefanie Rack, die Schöpferin des Birken-Designs, erhält nach einer Einigung 120.000 Euro.

    Hans im Glück hatte das Birken-Design nicht nur für die Erstfiliale genutzt, sondern dieses auch in weiteren Standorten als Markenzeichen eingesetzt.

    2017 – Hans im Glück eröffnet erste Filiale in Singapur

    Gerade in Norddeutschland versucht Hans im Glück nach dem Bruch mit Franchise-Nehmer Paniceus wieder Fuß zu fassen und eröffnet 2017 eine Filiale in Hamburg. Zu diesem Zeitpunkt ist die Burgerkette bereits an 50 Standorten vertreten, die mittlerweile nicht mehr nur auf den deutschen Markt beschränkt sind. Ende 2017 eröffnet Hans im Glück sein 50. Restaurant – auf der Orchard Road in Singapur.

    Gründer Hirschberger will offenbar bei potenziellen Investoren Fantasien zur internationalen Expansion wecken. Auch wirtschaftlich geht es für das Unternehmen scheinbar weiter aufwärts: 2017 verzeichnet Hans im Glück einem Umsatz von 102 Millionen Euro. Tatsächlich aber drücken intern Konflikte mit Franchise-Nehmern auf die Stimmung – und wohl auch auf die Rendite.

    2018 – Druck auf Burgerkette steigt langsam

    Im Jahr 2018 steigt der Druck auf Hans im Glück trotz oder gerade wegen des schnellen Wachstums. Das Controlling scheint zu schwächeln, die Konflikte mit Geschäftspartnern schwelen weiter. Zudem streiten die neuen Sausalitos-Eigentümer mit Hirschberger. Sie werfen ihm vor, wichtige Führungskräfte abgeworben zu haben.

    Im Juli 2018 steigt der Unternehmer Gerd Bühler für 6,5 Millionen Euro ein und verschafft dem Haupteigner Hirschberger zunächst Luft. Doch Bühler ist der Vater einer der Geschäftsführer, was die Gemengelage nicht unbedingt vereinfacht. Trotz dieser Entwicklung wächst das Filialnetz von Hans im Glück weiter. Im Vergleich zum Vorjahr kommen erneut 14 Niederlassungen hinzu, insgesamt gibt es nun 64 Hans-im-Glück-Filialen.

    Diese Expansion hat ihren Preis und verursacht beim Unternehmen offenbar erhebliche Wachstumsschmerzen. Das geht aus einer Präsentation hervor, die Berater Gisbert Grasses – ein selbstständiger Berater des Unternehmens – vor seinem Rauswurf verfasst hat. Darin mahnt er eine „Reorganisation“ an und bemängelt die Arbeit der Finanzabteilung.

    2019 – Hans im Glück fährt Gewinn ein

    Hirschberger kündigt im Spätsommer 2019 bei einer internen Besprechung an, Finanzinvestoren für die Kette suchen zu wollen. Zunächst geht er davon aus, dass er womöglich selbst die Sanierung mit dem frischen Geld leiten will. Doch der Minderheitsgesellschafter Bühler stellt sich quer. Er zeigt sich enttäuscht von seinem Investment.

    Weil er beim Einstieg 2018 erhebliche Rechte ausgehandelt hat, kann er selbst auf Käufersuche gehen – und findet die Gründer der Billigbäcker-Kette „Backwerk“, Dirk Schneider und Hans-Christian Limmer. Er erhöht den Druck auf Hirschberger, indem er ein Konstrukt zur Finanzierung zum Jahresende kündigt. Zusätzlich kritisiert eine Bank den „katastrophalen Zustand“ der kaufmännischen Abteilung und zieht auch aufgrund dessen in Erwägung, die Kreditlinien zurückfahren. Das zeigen interne Unterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen.

    Offiziell zeichnen die Münchener ein rosiges Bild: Die Burgerkette stellt demnach 2019 ein Rekordergebnis auf. Hans im Glück wächst erneut um zehn Filialen an und steigert den Außenumsatz 2019 um 24 Prozent auf 147 Millionen Euro. Innerhalb von drei Jahren, von 2016 bis 2019, kann die Kette somit ihren Umsatz von 102 Millionen Euro auf 147 Millionen Euro steigern.

    2020 – Hans im Glück wird nach langen Verhandlungen verkauft

    Hans im Glück gibt am 17. Januar 2020 seinen Verkauf an die „Backwerk“-Gründer Schneider und Limmer bekannt. Mit dem Deal gibt Hans-im-Glück-Gründer Thomas Hirschberger seinen Anteil von 90 Prozent an der größten deutschen Burgerkette ab. Damit enden wochenlange, unter hohem Druck geführte Verkaufsgespräche für die Kette mit den typischen Birkenstämmen in ihren Filialen.

    Die neuen Eigentümer des deutschen Burgergrills können Hans im Glück nun weitgehend frei von Altlasten sanieren. Der Kaufvertrag, der dem Handelsblatt vorliegt, zeigt, dass sie sich von den Risiken aus den zahlreichen Streits freistellen lassen wollen.

    Doch Hirschbergers ursprüngliche Erwartung, mit der auf 81 Filialen gewachsenen Kette einen lukrativen Exit hinlegen zu können, ist damit geplatzt. Der Vertrag legt den „Basis-Kaufpreis“ auf 30 Millionen Euro fest. Abzüglich von Belastungen ergibt sich laut früheren Berechnungen ein „finaler Kaufpreis“ von gut 26,1 Millionen Euro – viel weniger als die dreistellige Millionensumme, auf die Hirschberger ursprünglich gehofft haben soll. Immerhin gelingt es ihm in den Vertrag hineinzuverhandeln, dass er unter bestimmten Bedingungen einen Nachschlag erhält.

    Die Fortführung des Geschäfts sei allerdings gesichert – für Franchisenehmer, Mitarbeiter und Geschäftspartner würden sich keine Veränderungen ergeben. So heißt es in der Pressemitteilung außerdem, dass die Kette 2020 etwa 15 neue Filialen eröffnen und das Wachstum des Unternehmens so weiter vorantreiben wolle.

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