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Hans Van Bylen

Der 57-jährige Belgier ist seit 2016 Vorstandschef von Henkel.

(Foto: Daniel Pilar/laif)

Hans Van Bylen im Interview „Wir sind ab nächstem Jahr schuldenfrei“ – Das ist der Zukunftsplan des Henkel-Chefs

Der Henkel-Chef über die Probleme der Beauty-Sparte, neue Zukäufe und die höhere Dividende – und warum er schwächelnde Sparten nicht verkaufen will.
1 Kommentar

DüsseldorfDer Konsumgüterriese Henkel steuert wegen Währungsturbulenzen, steigender Rohstoffkosten und hausgemachter Probleme nicht mehr auf Rekordkurs. Die über Jahre erfolgsverwöhnten Düsseldorfer mussten im vergangenen Jahr ein Umsatzminus hinnehmen, wie der Hersteller von Persil, Schwarzkopf und Loctite am Montag mitteilte. Vor allem das Geschäft mit Kosmetika lief nicht rund.

Mit zusätzlichen Investitionen will Konzernchef Hans Van Bylen das Wachstum nun wieder ankurbeln. Rund 300 Millionen Euro will der Konzern pro Jahr mehr ausgeben, der über Jahre auf einem strikten Sparkurs steuerte.

Herr Van Bylen, Sie wollen ab diesem Jahr 300 Millionen Euro zusätzlich jährlich investieren. Wie viel erhält davon die Beauty-Sparte, das Sorgenkind von Henkel?
Es geht dabei um unsere Ambitionen, mit Henkel insgesamt nachhaltig profitabel zu wachsen. Da wollen wir für die Zukunft die richtigen Prioritäten setzen. Mit einem Schwerpunkt bei unseren Konsumgütergeschäften.

Also wie viele der Investitionen entfallen auf die Beauty-Sparte?
Dazu möchte ich keine konkrete Zahl nennen. Aber so viel ist klar: Den Großteil der 300 Millionen Euro jährlich investieren wir in das Konsumgütergeschäft. Das heißt in unserem Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft und der Beauty-Care-Sparte. Hier sehen wir noch weiteres Wachstumspotenzial.

Obwohl der Umsatz im Geschäft mit Schauma, Syoss und Gliss 2018 gesunken ist?
Ja, wir wollen vor allem bei unseren Konsumgütern das Wachstum in den kommenden Jahren stärken. Sie sollen mit dazu beitragen, dass wir für den Konzern unsere Umsatzprognose von zwei bis vier Prozent organischem Wachstum im laufenden Jahr erreichen.

Wie wollen Sie diese Ziele mit der bislang schwachen Beauty-Care-Sparte erreichen?
In diesem Unternehmensbereich gibt es zwei große Felder: das Friseur- und das Konsumgeschäft. Beim Geschäft mit Friseuren sind wir in den letzten beiden Jahren sehr stark gewachsen. Damit erreichen wir inzwischen einen Umsatz von einer Milliarde Euro. Das wollen wir weiter ausbauen.

Wie wollen Sie die Probleme im Massenmarkt lösen?
Da sehe ich vor allem zwei Hebel: Das Geschäft mit Haarfärbe- und Styling-Produkten ist sehr erfolgreich, und wir gewinnen Marktanteile. Das wollen wir weiter ausbauen. Aber bei der Haarpflege müssen wir nachlegen. Das Geschäft steht stark unter Preisdruck. Wir planen deshalb für unsere drei Marken Schauma, Syoss und Gliss gleichzeitig einen umfassenden Relaunch.

Warum verkaufen Sie nicht das schwierige Massengeschäft der Beauty-Sparte, wie es Analysten mehrfach gefordert haben?
Das Geschäft ist sehr profitabel, und wir sehen gute Chancen, das Wachstum zu beschleunigen. Wir wollen deshalb auch unser Budget für das Marketing erhöhen.

Wie hoch ist das denn?
Dazu nennen wir wie unsere Wettbewerber keine konkreten Budgets. Aber ich kann Ihnen so viel sagen: Wir werden unseren Etat mit zweistelligem Wachstum steigern.

Herr Van Bylen, Sie wollen im Konzern mehr investieren und gleichzeitig die Kostendisziplin beibehalten. Wie passt das zusammen?
Das gehört sogar zusammen. Zu unserer Strategie für 2020 und darüber hinaus gehören auch Initiativen, um Wachstum zu finanzieren. Damit wollen wir ab 2020 Effizienzgewinne von rund 500 Millionen Euro pro Jahr erzielen. Mit der Umsetzung sind wir bereits auf einem guten Weg.

Und diese Summe reicht aus, um das Wachstum zu finanzieren?
Natürlich müssen wir unsere Effizienz permanent verbessern. Nehmen Sie zum Beispiel China. Da macht E-Commerce schon mehr als die Hälfte unseres Geschäfts aus. Da passen wir unsere Vertriebsstrukturen entsprechend an. So bauen wir unsere sogenannten Shared-Service-Center aus, die zentrale Aufgaben wie zum Beispiel standardisierte Finanzprozesse steuern.

Einige Marktbeobachter kritisieren, dass Henkel jahrelang zu wenig investiert habe. Hat Henkel bei seiner Renditejagd zu viel gespart?
Nein, wir haben bei unseren Marken immer angemessen investiert. Und wir haben vor zwei Jahren entschieden, unsere Sachinvestitionen deutlich zu steigern: um 50 Prozent innerhalb von vier Jahren. Auch dieses Jahr stehen wieder mehr als 800 Millionen Euro Sachinvestitionen an. Zum Beispiel 130 Millionen Euro für das neue globale Innovationszentrum unserer Klebstoffsparte in Düsseldorf.

Herr Van Bylen, Sie wollen die Ausschüttungsquote von 25 bis 35 auf 30 bis 40 Prozent erhöhen. Sind damit die Zeiten größerer Zukäufe vorbei?
Nein. Um es klar zu sagen: Zukäufe bleiben ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Wir haben einen hohen Cashflow. Außerdem haben wir sehr gute Finanzierungsmöglichkeiten, weil Henkel ab nächstem Jahr praktisch schuldenfrei sein wird.

Wie viel Geld haben Sie tatsächlich für Zukäufe?
Da nennen wir keine konkrete Zahl. Es ist aber eine angemessene Summe, um auch zukünftig Übernahmen zu finanzieren.

Wo wollen Sie denn zukaufen?
In der Klebstoff-Sparte suchen wir als Marktführer nach neuen Technologien, die wir dann global ausrollen können. Im Beauty- und Waschmittelgeschäft wollen wir uns in bestimmten Ländern und Kategorien verstärken.

Herr Van Bylen, vielen Dank für das Interview.

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1 Kommentar zu "Hans Van Bylen im Interview: „Wir sind ab nächstem Jahr schuldenfrei“ – Das ist der Zukunftsplan des Henkel-Chefs"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist zwar ein 'nettes' Interview mit dem Herrn aus Düsseldorf, auf den rasanten Kursverfall der Henkel Aktie (€97,60 am 18.1 zu 86,40 heute Vormittag) wurde damit nicht andeutungsweise eingegangen. Steht da noch ein weiterer Kursrückgang ins Haus?

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