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Hapag-Lloyd Container-Reederei versinkt im Meer der roten Zahlen

Hapag-Lloyd, die fünftgrößte Container-Reederei der Welt und die Nummer eins in Deutschland, fährt mit Volldampf in die Verlustzone. Bei Rickmers sieht es kaum besser aus. Das Hapag-Minus trifft auch den Steuerzahler.
10.08.2016 - 13:30 Uhr 6 Kommentare
„Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, gestand Vorstandschef Habben Jansen. Quelle: dpa
Hapag-Lloyd

„Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, gestand Vorstandschef Habben Jansen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In die Unternehmensgrafik, die Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen heute Anlegern und Analysten präsentiert, hat er vorsorglich nur aufwärts zeigende Pfeile malen lassen. „Erfolgreiche Umsetzung“, steht an dem einen, „Stärkung des profitablen Wachstums“ an dem anderen. „Unser Weg nach vorne“, hat der Niederländer seine Präsentation überschrieben.

Allein: Mit der Wirklichkeit hat sie wenig gemein. Im ersten Halbjahr 2016 sackte das Konzernergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gewaltige 300 Millionen Euro ab – auf einen Verlust von 142 Millionen Euro. Das Kapital, dass die weltweit fünfgrößte Container-Reederei in den Betrieb von insgesamt 170 Frachtschiffen investiert hat, kam so auf eine Minusrendite von 1,3 Prozent.

„Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend“, gestand Habben Jansen ein. Zwar liefen die Kostensenkungsprogramme weiterhin erfolgreich, und auch die Synergien aus dem vor anderthalb Jahren erfolgten Zusammenschluss mit dem chilenischen Wettbewerber CSAV würden „planmäßig geliefert“. Dies reiche jedoch nicht aus, um den deutlichen Rückgang der Frachtraten zu kompensieren. Aktuell liegt der durchschnittliche Transportpreis für einen Standardcontainer (TEU) mit 1.042 Dollar fast ein Fünftel unter dem Vorjahr.

Für den Preisschwund macht Deutschlands größte Container-Linienreederei das verhaltene Wirtschaftswachstum in vielen Teilen der Welt verantwortlich. Analysten der NordLB glauben, dass vor allem die britische Entscheidung für den Ausstieg aus der EU das Geschäft derzeit lähmt.

Hinzu kommt ein anhaltend scharfer Wettbewerb in der Linienschifffahrt. Den allerdings hat sich die Branche selbst eingebrockt, indem sie mit einer überbordenden Zahl neuer Mega-Schiffe für erhebliche Überkapazitäten auf den Weltmeeren sorgt.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

(Foto: dpa)
„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

(Foto: dpa)
Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

(Foto: AP)
COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

(Foto: AP)
Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

(Foto: dpa)
UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

(Foto: ap)

Mit einem Minus von 2,8 Prozent zum Mittag hielt sich der Kursverlust der erst im vergangenen November gestarteten Aktie in Grenzen. Mitte Juli schon hatte die Reederei gewarnt, das Ertragsniveau des Vorjahres nicht mehr erreichen zu können. Stattdessen gehe der Vorstand nun verglichen mit dem Vorjahr von einem deutlich sinkenden Betriebsgewinn aus.

Die meisten Analysten, darunter die von Berenberg, Warburg und Kepler Cheuvreux, beließen es dennoch bei ihrer Kaufempfehlung. Allein Warbung reduzierte das Kursziel leicht auf 30 Euro. Davon aber ist Hapag-Lloyd weit entfernt. Aktuell werden die Papiere nur bei rund 15,90 Euro gehandelt – ein Fünftel unter dem Ausgabepreis.

Auch Rickmers Maritime spürt die volle Wucht der Krise
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6 Kommentare zu "Hapag-Lloyd: Container-Reederei versinkt im Meer der roten Zahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Tanker-Aktien muss man haben....
    EBITDA for the quarter of $63.7 million and net income of $35.6 million ($0.38 per basic share).
    The Company's VLCCs operating in the spot market achieved time charter equivalent earnings of $53,340 per day in the second quarter of 2016.
    The Company will pay a dividend of $0.23 per common share for the quarter payable on August 31, 2016 for shareholders of record as of August 24, 2016 which equates to 60% of net income.

  • Seit Jahren sind die EU-Räte mit Schiffen beschäftigt. Bevorzugt Fonds natürlich
    um die Pleite leichter zu gestalten. Ca. 260 schwimmen irgendwo auf Staatskosten herum. Da lacht der amerikanische Aktionär aus dem Land der Freiheit in die Räte-EU mit seinen Aktien auf Bermuda. Man streicht die Dividenden ein und denkt an den jämmerlichen Euro-Stoxx und den halb toten Dax. Reich werden wie die Finken, das geht halt nur im Kapitalismus.

  • Prof. Dr. Spiegel10.08.2016, 15:11 Uhr

    Du kannst doch Eberts Toni nicht im Stich lassen
    ------------------------------

    ja echt, der DAX ist echt eingefroren.
    Warte die ganze Zeit auf einen Ausbruch, aber der DAX schläft fest.

  • Delli ------- ?????

    WO IST DELLI ???????????????

    ----

    Du kannst doch Eberts Toni nicht im Stich lassen

    :-(((((((((((



  • Oh schlimm, keiner interessiert sich für die Container-Schiffe.

    Ob es daran liegt, dass man bisher alle Investoren hierbei über den Tisch gezogen hat? Oder liegt es daran, dass die Medien als Info-Quelle für Wirtschafts--Daten ausgedient haben? Liegt es vielleicht daran, dass kein Investor mehr dem glaubt, was ihm die bezahlten Medien vorsetzen?






  • Der erfahrene Investor hält natürlich Tanker-Aktien, bevorzugt LNG aber selbst
    die Öl-Tankern zeigen gute Ergebnisse. Z.B. heute, DHT mit einem Q2 EPS von 0,38USD und einer Dividende von 0,23USD das sind 19% netto steuerfrei pro Aktie. Das lässt es sich gut leben in den Oasen dieser Welt. Daher mein Tipp, Tanker-Aktien und niemals in Aktien einsteigen, mit denen die sozialistischen EU-Räte etwas zu tun haben.

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