Hapag-Lloyd Erst die Gewinne, dann der Börsengang

Die deutsche Linienreederei Hapag-Lloyd hält sich mit einem Börsengang noch zurück. Dieser sei zwar erwünscht, doch die Reederei möchte erst in die schwarzen Zahlen. Dabei soll ein Sparprogramm helfen.
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Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd. Konzernchef Rolf Habben möchte erst aus den roten Zahlen heraus, bevor er das Unternehmen an die Börse führt. Quelle: dpa

Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd. Konzernchef Rolf Habben möchte erst aus den roten Zahlen heraus, bevor er das Unternehmen an die Börse führt.

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HamburgHapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen will vor einem Börsengang der deutschen Linienreederei zunächst solidere Zahlen vorlegen und ein möglichst günstiges Marktumfeld abwarten. „Natürlich denken wir immer an einen Börsengang“, sagte er am Donnerstagabend in Hamburg. „Aber das ist abhängig von den Ergebnissen des Unternehmens und von der Verfassung des Kapitalmarktes.“

Die Hapag-Lloyd-Eigentümer würden am liebsten noch in diesem Jahr an die Börse gehen, doch noch schreibt die Reederei rote Zahlen. Folglich müssen die Ergebnisse möglichst schnell besser werden. Und da sieht sich der Niederländer auf einem guten Weg: „Wir haben eine sehr gute Chance, das Unternehmen zu drehen“, sagte Habben Jansen.

Der erste Baustein ist die Fusion mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV, die im Dezember unter Dach und Fach gebracht wurde. „Bis Mitte des Jahres sind wir eine Organisation, ein Netzwerk“, meinte der Hapag-Lloyd-Chef. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die angestrebten Einsparungen von 300 Millionen US-Dollar jährlich erreichen - und noch ein bisschen mehr.“

Die größten Reedereien der Welt
SCHIFFE
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Platz 10 - Hanjin - 115 Schiffe

Die südkoreanische Reederei ist seit 1969 im Containergeschäft aktiv und steuert heute über 80 Häfen in mehr als 35 Ländern an. In Deutschland wurden die Koreaner durch ihre Beteiligung an der Bremer Reederei Senator Lines bekannt, die mittlerweile den Betrieb eingestellt hat.

Singapore shipper NOL sinks into the red, warns of full-year loss
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Platz 9 - APL - 123 Schiffe

Die American President Lines blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Mittlerweile gehört die Reederei vollständig der Neptun Orient Lines in Singapur und hat sich aus dem Passagiergeschäft verabschiedet. Die Containerschiffe von APL steuern heute 140 Länder an.

Containerriese in Hamburg
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Platz 8 - CSCL - 138 Schiffe

Die China Shipping Container Lines gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv - und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Deutsche Schifffahrt im Auge des Sturms
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Platz 7 - Hapag-Lloyd - 152 Schiffe

Durch die Fusion der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) und Norddeutscher Lloyd entstand 1970 einer der größten deutsche Logistik- und Transportunternehmen. Im Laufe der Unternehmensgeschichte, ging auch das Containergeschäft im Tui-Konzern auf. Mittlerweile gehört nur noch das Touristikgeschäft dem einstigen Mutterkonzern.

Containerschiff auf der Elbe
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Platz 6 - Cosco - 164 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

A Container ship crosses the Suez Canal at Port Said
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Platz 5 - PIL - 175 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

To match Analysis USA-RETAIL/SHIPPING
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Platz 6 - Evergreen - 204 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt kommt auch die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zur Reedereien gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Die genauen Folgen der Fusion für die Belegschaft ließ Habben Jansen noch offen. Einerseits sei klar, dass bei einer Zusammenführung auf Dauer auch das Personal angepasst werden müsse. Andererseits sei das nicht der Schwerpunkt 2015. Wichtiger sei ein zweiter Baustein: Mit einem zusätzlichen Sparprogramm will Habben Jansen nochmals einen dreistelligen Millionenbetrag bei den Kosten einsparen. Die Maßnahmen reichen von Optimierungen bei den Inlandsverkehren über günstigeren Treibstoffeinkauf bis zu einer höheren Auslastung der Schiffe.

Mit 200 Schiffen und einem Umsatz von rund neun Milliarden Euro ist Hapag-Lloyd die viertgrößte Containerreederei der Welt - mit großem Abstand zu den Top drei. Die Branche ist seit sieben Jahren in der Krise, viele Unternehmen erwirtschaften nicht ihre Kapitalkosten.

Hapag-Lloyd schreibt seit Jahren Verluste, und auch für dieses Jahr sieht es noch nicht nach schwarzen Zahlen aus. Dennoch ist Habben Jansen um die Zukunft seiner Branche nicht bange: „Die Schifffahrt wächst nicht mehr zweistellig, aber immer noch mit vier bis sechs Prozent pro Jahr. Darüber würden sich manche Branchen freuen.“

Schwierig werden für Habben Jansen die Entscheidungen über den Kauf neuer Schiffe, die in den nächsten Monaten wieder anstehen. Wegen der hohen Ölpreise in den vorigen Jahren haben die Unternehmen Schiffe angeschafft, die langsam fahren und wenig Treibstoff verbrauchen. Nun haben sich die Ölpreise halbiert - es könnte wirtschaftlich sinnvoll sein, wieder schneller zu fahren und weniger Schiffe einzusetzen.

  • dpa
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