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Hauptstadtflughafen Am BER klafft eine neue Finanzlücke

Der Berliner Flughafengesellschaft FBB fehlen 300 Millionen Euro, weil die Pandemie das Geschäft belastet. Nun muss gespart werden, auch im Management.
13.07.2020 - 15:37 Uhr Kommentieren
2012, das Jahr, in dem der Airport eigentlich in Betrieb gehen sollte, wurden Gesamtkosten von 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Beim nun geplanten Starttermin wird diese Summe wohl auf 7,3 Milliarden Euro angeschwollen sein. Quelle: dpa
Berliner Flughafen BER

2012, das Jahr, in dem der Airport eigentlich in Betrieb gehen sollte, wurden Gesamtkosten von 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Beim nun geplanten Starttermin wird diese Summe wohl auf 7,3 Milliarden Euro angeschwollen sein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Kurz vor der geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin hat sich am BER eine neue Finanzlücke aufgetan. Weil die Corona-Pandemie den Luftverkehr über Wochen zum Erliegen gebracht hat und die Erholung nur langsam beginnt, sind die finanziellen Reserven der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) aufgezehrt. Nun fehlen 300 Millionen Euro.

Doch es ist wohl nicht allein das Virus, das die Finanzplanung beim BER durcheinanderbringt. Jetzt zeigt sich, dass bei dem wohl peinlichsten Großprojekt Deutschlands über Jahre finanziell am Rande der Möglichkeiten gearbeitet wurde. Der Flughafen soll im Oktober in Betrieb gehen – wegen erheblicher baulicher Mängel gut acht Jahre später als geplant Damit fehlen aber auch die operativen Einnahmen von acht Jahren, mit denen zu Beginn des Baus gerechnet worden war.

Hinzu kommt, dass der Airport auch wesentlich teurer geworden ist als gedacht. 2012, das Jahr, in dem der Airport eigentlich in Betrieb gehen sollte, wurden Gesamtkosten von 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Beim nun geplanten Starttermin des BER wird diese Summe wohl auf 7,3 Milliarden Euro angeschwollen sein.

Selbst das dürfte kaum reichen, wie sich nun abzeichnet. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup und Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider haben am vergangenen Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung der FBB bereits deutlich gemacht, dass die Gesellschafter neues Geld zuschießen müssen. Die FBB als Betreibergesellschaft der Flughäfen Tegel, Schönefeld und künftig auch des BER gehört zu je 37 Prozent den beiden Ländern Berlin und Brandenburg und zu 26 Prozent dem Bund.

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    Die Finanzsituation beim FBB hat mittlerweile auch den Bundesrechnungshof auf den Plan gerufen. Der will sich die Planung der Betreibergesellschaft nun genauer anschauen. Bei der FBB werden Zweifel an der eigenen Finanzplanung vehement zurückgewiesen. Eine Prüfung des Bundesrechnungshofs hat keine unmittelbaren Folgen für staatliche Unternehmen. Allerdings sorgen die Berichte der Institution in der Regel für eine gewisse Aufmerksamkeit.

    Tests mit Komparsen haben begonnen

    Die ist dem BER wenige Monate vor der lange ersehnten Eröffnung aber sowieso sicher. Nach zig Verschiebungen bleiben Zweifel, ob der geplante Termin Ende Oktober Bestand haben wird. Bisher sieht es aber wohl recht gut aus.

    So ist das Hauptterminal fertig, und die Testläufe mit den Komparsen laufen seit einigen Tagen. Dabei sollen vor allem die Prozesse etwa beim Check-in und der Sicherheitskontrolle geprobt werden. Unsicher ist dagegen, ob die geplante Inbetriebnahme des Terminals 2 klappen wird. Bisher geht das Management davon aus, dass das Terminal bis Ende Oktober fertig sein wird. Aber Ende August, nach den entsprechenden Prüfungen des Tüv, könne man wirklich sagen, „ob der Termin steht“, so Lütke Daldrup.

    Bis dahin heißt es nun erst einmal sparen, um die Finanzlücke nicht noch größer werden zu lassen. Nachdem ein großer Teil der Belegschaft wie an fast allen deutschen Flughäfen bereits in Kurzarbeit ist, soll es nun vorerst auch keine Neueinstellungen mehr geben.

    Das gilt auch für eigentlich wichtige Posten wie etwa den des Technikchefs. „Aufgrund des Sparprogramms im Bereich von Investitionen und Personal stehen alle Neueinstellungen auf dem Prüfstand“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Flughafengesellschaft. Deshalb werde auch die vakante Leitung von Bau und Technik nicht neu besetzt.

    Mehr: In Berlin wird wieder mehr geflogen

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