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Hauptversammlung Henkel zahlt Rekord-Dividende – Van Bylen kämpft um Vertrauen der Aktionäre

Der Henkel-Chef verteidigt seine Strategie trotz sinkenden Aktienkurses. Bereits in diesem Jahr sollen Investitionen ins Marketing Früchte tragen.
Update: 08.04.2019 - 13:19 Uhr Kommentieren
Der Henkel-Chef verteidigt seine Strategie. Quelle: dpa
Hans van Bylen auf der Hauptversammlung

Der Henkel-Chef verteidigt seine Strategie.

(Foto: dpa)

DüsseldorfHenkel-Chef Hans Van Bylen verteidigt seine neue Wachstumsstrategie. „Wir sind überzeugt: Wir haben die richtige Entscheidung getroffen“, sagte er am Montag auf der Hauptversammlung des Konsumgüterkonzerns in Düsseldorf. Das sei gut für Henkel und „für den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens“.

Er bezog sich damit auf seine Ankündigung des Klebstoff-, Waschmittel- und Körperpflegemittel-Konzerns im Januar, dass Henkel im laufenden Jahr mit einer sinkenden Rendite rechnet. Statt der 17,6 Prozent im vergangenen Jahr erwartet er nur noch 16 bis 17 Prozent. Er begründete dies zwar mit jährlich zusätzlichen Investitionen vor allem ins Marketing von 300 Millionen Euro. Doch die Aktie stürzte um zehn Prozent ab. Bis heute hat sie sich davon noch nicht richtig erholt.

„Für die Aktionäre war 2018 ein Jahr der Enttäuschung“, sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW in Düsseldorf – „wenn auch auf hohem Niveau“. Die Aktionärsschützerin kritisierte den „Sand im Getriebe des Henkel-Motors“. Sie verwies auf die Probleme bei der Umstellung der Logistik in Nordamerika Anfang vergangenen Jahres und die Gewinnwarnung im August vergangenen Jahres.

Benner-Heinacher macht sich Sorgen, dass die Vorzeigesparte Klebstoffe im laufenden Jahr auf Erfolgskurs bleiben wird. Sie sieht „erste Schwächen in der Konjunktur der Autoindustrie“ und einen „Rückgang im Smartphone-Geschäft“. Für den Henkel-Konzern ist das Klebstoff-Geschäft sehr wichtig. Es macht rund 47 Prozent des Konzernumsatzes aus. Außerdem ist es mit einer operativen Rendite von 18,7 Prozent bislang die profitabelste Sparte des Klebstoff-, Waschmittel- und Körperpflegemitte-Konzerns aus.

Van Bylen hält an seinem Kurs in der Klebstoff-Sparte fest. „Wir sehen uns mit unserem Portfolio im Klebstoff-Geschäft breit aufgestellt“, sagte der Henkel-Chef. Aber klar sei, dass der sogenannte Industrial Production Index 2018 noch um 3,5 Prozent gestiegen sei. Für 2019 erwarte er jedoch nur ein Plus von zwei Prozent. Dennoch rechnet er in der Sparte mit einem organischen Wachstum von zwei bis vier Prozent.

Van Bylen stimmte die 1.400 Aktionäre in der Düsseldorfer Stadthalle aber auf ein schwierigeres Jahr ein. „Wir bewegen uns in einem schwierigen Umfeld. Für das Jahr 2019 erwarten wir eine gute, aber insgesamt niedrigere Wachstumsdynamik“. Der Wettbewerb bleibe intensiv, und der „hohe Preisdruck“ halte unvermindert an.

Die Aktionärsschützer kritisierten vor allem die Aktienkursentwicklung seit der Strategieänderung im Januar. „Sie haben zehn Prozent unseres Aktienkapitals vernichtet“, warf Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutionelle Privatanleger dem Henkel-Chef vor. Jetzt versuche der Henkel-Chef mit der Investition von zusätzlichen 300 Millionen Euro wieder für neues Wachstum zu sorgen. „Wir wissen, dass sie uns als Aktionäre 300 Millionen Euro nehmen, ohne, dass klar ist, was wir dafür als zusätzlichem Geschäft gewinnen.“

Auch Benner-Heinacher von der DSW kritisierte, dass sich Henkel schlechter als der Dax entwickelt habe. „Zielmarke für die Aktie muss die Marke 100 Euro plus x sein“, forderte sie. Die Aktie notierte vor einem Jahr noch bei 107 Euro. Gestern lag der Kurs zeitweise bei 90 Euro.

Für Irritationen bei den Aktionären im Düsseldorfer Kongresszentrum sorgte die Ankündigung, die Schaffung genehmigten Kapitals für die Zeit ab 2020 zu verschieben. Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah erklärte dies damit, „dass es im Vorfeld bei Aktionären einen zusätzlichen Beratungsbedarf gegeben hat“.

Deshalb habe der Aufsichtsrat die Abstimmung auf die nächste Hauptversammlung im kommenden Jahr verschoben. „Aber das ist kein Problem, denn wir haben ja einen Beschluss über die Schaffung eines genehmigten Kapitals, der bis nächste Jahr April reicht.“

Im vergangenen Jahr musste sich Van Bylen zum ersten Mal als Krisenmanager bewähren. In Nordamerika gab es Probleme bei der Umstellung der Lieferkette auf ein neues System. Das führte zu Einbrüchen im Konsumgütergeschäft in Nordamerika. „Die Probleme konnten wir im Laufe des zweiten Quartals lösen“, sagte Van Bylen. „Inzwischen ist unsere Servicequalität in Nordamerika höher als zuvor.“

Für das laufende Jahr bekräftigte Van Bylen seinen Ausblick: Für das organische Wachstum erwartet er ein Plus von zwei bis vier Prozent – nach 2,4 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Den Aktionären stellt er eine höhere Dividende für 2019 in Aussicht. Denn der Konzern erhöht den Zielkorridor für die Ausschüttungsquote von bisher 25 bis 35 auf 30 bis 40 Prozent.

Aktionärsschützerin Benner-Heinacher wertet die neue Dividenden-Politik als „den richtigen Schritt in die richtige Richtung“. Allerdings liege die gewünschte Ausschüttungsquote aus Sicht der DSW bei 50 Prozent. „Das wäre dann eine Dividende auf heutiger Basis von 3 Euro“, sagte sie unter dem Beifall der Aktionäre.

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