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Hauptversammlung Ryanair will ohne Pressevertreter diskutieren

Zur bevorstehenden Hauptversammlung hat Ryanair Pressevertreter ausgeladen. Ryanair steht wegen seiner gewerkschaftsunfreundlichen Politik in Kritik.
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Ryanair-Mitarbeiter streiken seit rund einem Jahr. Am Mittwoch kommt es zum bisher größten Streik in Deutschland. Quelle: dpa
Streik bei Ryanair

Ryanair-Mitarbeiter streiken seit rund einem Jahr. Am Mittwoch kommt es zum bisher größten Streik in Deutschland.

(Foto: dpa)

Bei Ryanair ist man schlechte Publicity zweifelsohne gewöhnt – nicht zuletzt, weil Ryanair-Chef Michael O’Leary selbst mit deutlichen Worten häufig gegen vermeintlich überbezahlte Mitarbeiter, unfähige Kunden oder weltfremde Umweltschützer wetterte.

Doch bei der bevorstehenden Hauptversammlung könnte es selbst für hartgesottene Ryanair-Manager wie ihn ungemütlich werden. Und das führte bei Ryanair offenbar zu der ungewöhnlichen Entscheidung, Vertreter der Presse explizit von der Versammlung auszuladen.

Üblicherweise dürfen Journalisten an Hauptversammlungen von börsennotierten Unternehmen teilnehmen. Am 20. September soll der Presse in Dublin aber der Zutritt verwehrt werden und davor oder danach auch keine Pressekonferenz abgehalten werden.

„Wir wollen unseren Aktionären die Möglichkeit geben, all ihre Anliegen offen mit dem Board zu diskutieren, ohne dass diese Diskussionen für PR-Zwecke verfälscht werden“, erklärte Ryanair auf Nachfrage.

Und tatsächlich sind offene Diskussionen zu erwarten: Denn selbst in den Reihen der Investoren, die sich lange an dem stetig steigenden Aktienkurs erfreuen konnten, scheint es zu rumoren. Nicht zuletzt, weil die Aktie seit gut einem Jahr, als der Streit mit den Ryanair-Mitarbeitern begann, deutlich an Wert verloren hat.

Im Zentrum der Kritik steht aber nicht Firmenchef O’Leary, sondern vor allem der Vorsitzende des Verwaltungsrats, David Bonderman. In einem Brief an die Investoren hat die Organisation ITF, die nach eigenen Angaben Ryanair-Mitarbeiter in Dutzenden Ländern vertritt, gefordert, den US-Milliardär nicht wiederzuwählen.

In der Kritik steht Verwaltungsratschef David Bonderman

Der 75-Jährige, der als Gründer der Private-Equity-Gesellschaft TPG ein Vermögen machte und im vergangenen Jahr nach abfälligen Äußerungen über Frauen von seinem Posten als Verwaltungsratsmitglied bei Uber zurücktrat, ist seit 1996 Vorsitzender des Verwaltungsrats der Airline – genauso lange, wie O’Leary das Unternehmen führt.

Bonderman sei, kritisierte die Arbeitnehmergruppe ITF, Teil einer „stark gewerkschaftsfeindlichen Unternehmenskultur“. Wenn Ryanair ernsthaft mit Arbeitern und Gewerkschaften kooperiern wolle, sei „die Zeit für eine neue Führung gekommen“.

Das Unternehmen könne die Herausforderungen, vor denen es derzeit stehe, nicht überwinden, indem man so weitermacht wie bisher. Ryanair sei nicht länger eine kleine Airline, die die Branche herausfordere, sondern eine Gesellschaft, die moderne Corporate-Governance-Regeln einhalten müsse.

Eine Einschätzung, die man bei Glass Lewis offenbar teilt. Auch der einflussreiche Stimmrechtsberater empfahl, Bonderman sowie zwei weitere Vertreter, den Berater Kyran McLaughlin und den früheren Ryanair-Manager Howard Millar, nicht mehr zu wählen. Die Vergütung für das Management wird ebenfalls kritisiert. Deren Struktur sei unklar und nicht einem Unternehmen dieser Größe angemessen, heißt es in der Empfehlung an die Aktionäre.

Dabei hatte Ryanair-Chef O’Leary im Zuge der Probleme in den vergangenen Monaten bereits auf seinen letzten Bonus verzichtet. Dem aktuellen Geschäftsbericht zufolge erhält er für das vergangene Jahr insgesamt 2,3 Millionen Euro, nach 3,3 Millionen ein Jahr zuvor.

Zur Begründung wird im Geschäftsbericht auf das Chaos im vergangenen Herbst verwiesen, als Ryanair Tausende Flüge absagen musste, weil nicht genügend Mitarbeiter eingesetzt werden konnten. Sehr viel besser ist die Lage seitdem nicht geworden.

Aber aller Kritik zum Trotz ist Ryanair die Zustimmung eines Großinvestors auf der Hauptversammlung sicher: O’Leary selbst ist mit einem Aktienpaket in Höhe von 3,85 Prozent fünftgrößter Einzelaktionär der Airline.

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