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Hauptversammlung Zalando will Dienstleister für die Modewelt werden

Zalando zahlt seinen Aktionären erneut keine Dividende, verspricht aber neues Wachstum – auch abseits des klassischen Versands. Allerdings wird es schwieriger für den Online-Händler, den Marktanteil weiter zu steigern.
31.05.2017 Update: 31.05.2017 - 15:32 Uhr Kommentieren
Der Modehändler plant erneut ein Umsatzplus von 20 bis 25 Prozent und eine Verdopplung des Marktanteils in Europa in den nächsten drei Jahren. Quelle: dpa
Zalando-Vorstände auf der Hauptversammlung

Der Modehändler plant erneut ein Umsatzplus von 20 bis 25 Prozent und eine Verdopplung des Marktanteils in Europa in den nächsten drei Jahren.

(Foto: dpa)

Berlin Der Berliner Versandhändler Zalando will sein Standbein als Internet-Dienstleister für Modefirmen ausbauen. „Es ist letztlich das Ziel, die Zalando-Plattform als eine Art Betriebssystem der gesamten Modewelt zu etablieren“, sagte Vorstandsmitglied Robert Gentz am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Unternehmens.

Neben dem eigenen Handelsgeschäft bietet Zalando etwa Kundenanalytik- oder Logistik-Leistungen an. Damit können Firmen den eigenen Vertrieb optimieren und das Verhalten von Käufern besser einschätzen. Modemarken können die Zalando-Seite zudem als Plattform für eigene Shops nutzen.

Unter den mittlerweile 12.000 Zalando-Mitarbeitern sind auch rund 1600 digitale Entwickler. „Damit sind wir eines der größten Technologieunternehmen in Europa und diese Position wollen wir auch weiter ausbauen“, erklärte Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Eigene Einzelhandelsstandorte wie etwa Flagship Stores sind bei dem Online-Händler dagegen weiter nicht geplant.

Die Aktionäre müssen auch in diesem Jahr auf eine Dividende verzichten. Stattdessen will das Unternehmen weiter in den Ausbau investieren. Rund 200 Millionen Euro sollen 2017 fließen, sagte Ritter. „Dass dieser Ansatz funktioniert, hat sich, glaube ich, in den letzten Jahren gezeigt.“

Auch in diesem Jahr zielt der im MDax notierte Konzern auf ein Umsatzplus von 20 bis 25 Prozent. 2016 hatte Zalando den Erlös um 23 Prozent auf 3,64 Milliarden Euro gesteigert. Mit neuen Logistikzentren in Polen und Schweden habe der Händler genug Kapazitäten für 7 Milliarden Euro Umsatz, erklärte Ritter.

Von Z wie Zalando bis Z wie Zalando
Platz 10: Zalando Lounge
1 von 10

Zalando Lounge ist der Rabattwarenladen des Online-Versandhändlers. Nutzer dieses Portals müssen sich registrieren. Danach bekommen sie Angebote mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Die Mitgliedschaft in der Zalando Lounge ist kostenlos.

Umsatz (2014)*: 71,8 Millionen Euro**

*Quelle: Statista, EHI Retail Institute

**umfasst Einnahmen der Online-Shops in Deutschland im Segment Bekleidung, Schuhe und Textilien

(Foto: Zalando Lounge Screenshot)
Platz 9: Walbusch
2 von 10

Bis in die 1960er-Jahre verkaufte Walbusch neben Herrenkleidung auch Elektrorasierer und Haushaltswaren. Später konzentrierte sich der Konzern auf den Verkauf von Herrenmode. Bekannt ist das Unternehmen für sein Hemd mit dem Walbusch-Kragen ohne Knopf. Zunächst war Walbusch nur als Versandhändler tätig. Erst 2009 wurde die erste Filiale eröffnet. Im Handelsblatt-Interview erklärte Firmenchef Christian Busch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“.

Umsatz: 72,2 Millionen Euro

(Foto: Walbusch.de)
Platz 8: C&A Online
3 von 10

Einst hatte C&A die Konfektionsgrößen eingeführt. Seitdem avancierte der Modekonzern zu den größten Bekleidungsherstellern Deutschlands. C&A beschäftigt mehr als 36.000 Menschen. Seit 2008 bietet der Konzern seine Kleidung auch im Internet an. Allerdings ist der Anteil des Internetgeschäfts gemessen am Gesamtumsatz in Deutschland (über drei Milliarden Euro) noch gering.

Umsatz: 79,3 Millionen Euro

(Foto: canda.com)
Platz 7: s.Oliver
4 von 10

s.Oliver kommt nicht wirklich in Fahrt. Seit Jahren kämpft der Modekonzern mit wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert werden, doch das Online-Geschäft weist entgegen des Trends rückläufige Zahlen vor. 2013 lag der Online-Umsatz bei 127 Millionen Euro. Im Jahr darauf sanken die Einnahmen um mehr als 16 Millionen Euro.

Umsatz: 110,8 Millionen Euro

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 6: Brands-4-Friends
5 von 10

Im Umsatzranking auf Platz sechs ist die Private Sale GmbH aufgelistet. Hinter dem Unternehmen steckt brands4friends.de. Das ist eine kommerzielle Online-Community, die im Internet eine spezielle Sortimentsausrichtung anbietet. Zugang zum Angebot erhalten Interessenten nach einer Registrierung. brands4friends.de bot im September 2007 in Deutschland als erste Mode-Online-Community ihren Dienst an. Seitdem konnten die Erlöse kontinuierlich gesteigert werden.

Umsatz: 114,6 Millionen Euro

(Foto: brands4friends.de)
Platz 5: Esprit
6 von 10

Der Online-Handel hat dem Moderiesen Esprit stark zugesetzt. Erst nach und nach erholt sich der Konzern – auch dank eines eigenen Online-Angebots. Mit einem Umsatz von mehr als 162 Millionen Euro positioniert sich Esprit in Deutschland auf dem fünften Platz.

Umsatz: 162,5 Millionen Euro

(Foto: Reuters)
Platz 4: Heine
7 von 10

Die Heinrich Heine GmbH gehört zu den ersten Modeversandhändlern in Deutschland mit eigenem Online-Shop. Bereits 1996 konnten Kunden ihre Ware im Internet bestellen. Seit 2009 wird der Fokus auf das E-Commerce zunehmend verstärkt.

Umsatz: 204 Millionen Euro

(Foto: heine.de)

Im vergangenen Jahr war der Gewinn indes gefallen. Zalando hatte 2016 einen Überschuss von 120,5 Millionen Euro eingefahren, eine Million Euro weniger als im Jahr zuvor. 69,2 Millionen Bestellungen gingen ein, ein Viertel mehr als 2015.

Dem Unternehmen zufolge beträgt der Anteil am europäischen Mode-Einzelhandel aktuell zwar erst rund ein Prozent, das ist aber doppelt so viel wie vor drei Jahren. Ritter räumte ein, dass solche Wachstumsraten in steigenden Größenordnungen schwieriger werden. Trotzdem solle sich der Marktanteil in den nächsten drei Jahren verdoppeln.

  • dpa
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