Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Nivea kennt jeder.

Aber wie sieht der Konzern dahinter aus? Und welche Marken gehören noch dazu? (Foto: Imago)

Hautpflege Hinter diesen bekannten Marken steckt Beiersdorf

Beiersdorf sagt dir nichts? Dabei hast du dich sicher mal mit Nivea eingecremt oder Tesafilm benutzt. Hier erfährst du, wie es um den Konzern steht und welche Marken ihm gehören.
29.10.2019 - 10:40 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 29. Oktober 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Anna ist ein Clown. Immer wieder tunkt sie den Finger in die schneeweiße Creme und schmiert sie sich in kreisförmigen Bewegung um die Schnute: „Guck mal, Mama, jetzt fehlt nur die rote Nase!“ Ihre Mutter verdreht die Augen: „Du weißt aber schon, dass Nivea eigentlich gegen trockene Haut ist?“ Sie lacht. Und Beiersdorf reibt sich die Hände. So heißt der Konzern hinter der berühmten blauen Dose.

Beiersdorf-Umsatz steigt nach dem dritten Quartal 2019 auf 5,7 Milliarden Euro

2019 läuft es bislang richtig gut für das Unternehmen. Beiersdorf hat nach eigenen Angaben von Januar bis Ende September mehr Geld eingenommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Mit so viel Geld könnte jeder Haushalt in Deutschland für fast 140 Euro im Drogeriemarkt einkaufen.

Ein Teil des Wachstums kommt dadurch zustande, dass Beiersdorf neue Geschäftsbereiche zugekauft hat. Rechnet man diesen Effekt heraus, bleibt ein Plus von 4,3 Prozent. In diesem Jahr soll von einem Euro Umsatz nach Abzug der Kosten ein Gewinn von durchschnittlich 14,5 Cent übrig bleiben. Davon gehen dann noch Zinsen und Steuern ab.

Aber womit verdient der Konzern eigentlich sein Geld? Und wie ist Beiersdorf entstanden? Das erfährst du in diesem Artikel.

Beiersdorfs Ursprung: 1882 entwickelt ein Apotheker ein neues Pflaster

Hamburg am 28. März 1882. An diesem Tag bastelt ein Apotheker namens Paul C. Beiersdorf aus der Masse des Guttapercha-Baumes in seinem Laden in der Mühlenstraße ein kleines, unscheinbares Ding, das heute in jedem Haushalt zu finden ist: ein Pflaster. Dass daraus später ein weltweit erfolgreiches Unternehmen entstehen wird, kann er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.

Doch schon bald läuft das Geschäft mit den Pflastern so gut, dass er sein heimeliges Geschäft aufgibt und im Nachbarort Altona sein „Laboratorium dermatotherapeutischer Präparate“ gründet, in dem er sich einzig und allein auf die Produktion beschränkt.

Acht Jahre später übernimmt ein Mann namens Dr. Oscar Troplowitz die Produktionsfirma und ebnet den Weg zum weltweiten Erfolg. Er modernisiert die Produktionsabläufe, knüpft internationale Kontakte und feiert schon zwei Jahre später Richtfest für einen neuen Standort in Hamburg-Elmsbüttel, der bis heute Hauptsitz der Firma Beiersdorf ist.

Mit der Erfindung des Stoffes Eucerit, was so viel bedeutet wie „das schöne Wachs“, hält er eines Tages die Geheimzutat für ein späteres Weltprodukt in den Händen: die Nivea-Creme. Sie kommt 1911 auf den Markt – ist aber nicht die erste Marke, die wir noch heute kennen. Bereits 1909 bringt das Unternehmen den Labello in die Regale, der heute als Inbegriff für Lippenpflege gilt.

Nivea, Hansaplast, Tesa: So wurde Beiersdorf weltweit erfolgreich

1922 revolutioniert Beiersdorf die Wundversorgung: Mit Hansaplast verkauft die Firma ihr erstes Pflaster mit Mullauflage, mit dem auch offene Wunden einfach und schnell versorgt werden können. Genauso klebrig wie erfolgreich wird auch das Produkt, mit dem Beiersdorf 1936 auftrumpft: Tesa. Heute steht der Begriff Tesafilm stellvertretend für alle Klebestreifen.

Im Gegensatz zu vielen anderen namhaften Firmen kauft Beiersdorf die meisten seiner späteren Erfolgsmarken nicht ein, sondern entwickelt sie größtenteils selbst. Dafür steckt das Unternehmen seit Jahren mehr und mehr Geld in die Forschung. 2018 investiert Beiersdorf allein 155 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.

Aktuell hat der Konzern über 20.000 Mitarbeiter. Sie verteilen sich auf mehr als 160 Tochtergesellschaften in Nord- und Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien, sowie 17 Produktionsstandorte in zwölf Ländern.

Diese Marken gehören zu Beiersdorf

Das Unternehmen macht sein Geschäft mit insgesamt zwölf eigenen Marken:

  • 8×4 (Deo)
  • Atrix (Handcreme)
  • Coppertone (Sonnenschutz)
  • Eucerin (Hautpflege)
  • Florena (Hand- und Gesichtscreme)
  • Gammon (Parfum)
  • Hansaplast (Pflaster)
  • Hidrofugal (Deo und Duschgel)
  • Labello (Lippenpflege)
  • La Prairie (Kosmetik)
  • Nivea (Kosmetik von Kopf bis Fuß)
  • Tesa (Klebefilm und Klebstoffe)

Dabei unterscheidet Beiersdorf zwei Unternehmensbereiche: Consumer mit insgesamt elf Marken und Tesa als eigenständigen Unternehmensbereich. Insbesondere Nivea gilt als Aushängeschild von Beiersdorf. Die blaue Dose ist eine Creme-Ikone. Die Marke hat aber auch schon für einige negative Schlagzeilen gesorgt.

Mikroplastik in Nivea-Produkten bringt Beiersdorf Kritik

Beiersdorf rühmt sich selbst für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dabei enthalten insbesondere Produkte von Nivea noch immer das verpöhnte Mikroplastik. Die Umwelt-Organisation Greenpeace wirft dem Konzern vor, zur Verschmutzung der Meere beizutragen.

Auf die Frage, warum Beiersdorf weiter kleine Kunststoffpartikel in seine Produkte mischt, habe man nie eine Antwort bekommen, kritisieren die Umweltschützer. Auf seiner Internetseite verspricht der Konzern, bis 2020 kein Mikroplastik mehr einzusetzen.

Auch mit Werbung geriet Nivea schon in die Kritik. 2017 warb die Marke mit einer Frau, die in weißer Kleidung auf einem Bett saß und aus dem Fenster schaute. Darüber stand der Werbeslogan „White is purity“, was sich mit „Weiß ist Reinheit“ übersetzen lässt. Darunter der Spruch „Keep it clean, Keep it bright. Don’t let anything ruin it“ (auf deutsch: Halte sie sauber, halte sie hell. Lass sie dir von nichts ruinieren).

Auf Facebook löste die Kampagne einen Shitstorm aus. Viele User bezeichneten die Werbung als rassistisch.Der Konzern löschte die Anzeige und entschuldigte sich. „Wir bedauern den Vorfall sehr und werden künftig darauf achten, die Kommunikation zu verbessern“, sagte damals eine Sprecherin.

Mehr: Die Konsumgüterbranche steht vor einem großen Umbruch

Startseite
0 Kommentare zu "Hautpflege: Hinter diesen bekannten Marken steckt Beiersdorf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%