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Henkel Keine Feierlaune trotz Rekordergebnis

Dax-Champion dank Rekordergebnis: Der Konsumgüterhersteller Henkel kann in allen Sparten zulegen und verzeichnet ein kräftiges Plus. Doch die Prognose des neuen Chefs fällt verhalten aus. Probleme macht die US-Tochter.
08.11.2016 Update: 08.11.2016 - 12:11 Uhr
Der Konsumgüterhersteller kann im dritten Quartal ein Rekordergebnis vermelden. Quelle: dpa
Henkel

Der Konsumgüterhersteller kann im dritten Quartal ein Rekordergebnis vermelden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der neue Henkel-Chef Hans Van Bylen segelt mit dem Konsumgüterkonzern auf Rekordkurs – auch dank eines Zukaufs in den USA. Der seit Mai an der Konzernspitze stehende Manager verkündete am Dienstag für das dritte Quartal Bestmarken und bekräftigte seine bereits angehobenen Jahresziele. „Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte betriebliche Ergebnis und das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie erreichten neue Höchstwerte“, sagte er. Alle drei Unternehmensbereiche – Waschmittel, Kosmetika und Klebstoffe – hätten zum Wachstum beigetragen.

Der milliardenschwere Kauf des US-Waschmittelherstellers Sun ist nur teilweise in die Zahlen eingeflossen: Nur im September war die Übernahme bereits abgeschlossen. Der Zukauf bringt noch nicht die Marge wie das Henkel-Stammgeschäft: Im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel sank die Rendite daher leicht auf 17,9 Prozent – ohne Sun wäre sie auf 18,7 Prozent gestiegen, rechnete Finanzchef Carsten Knobel vor. Künftig wollen die Manager Synergien in den USA erreichen, wo Henkel kürzlich auch Persil als Premium-Marke eingeführt hat. So sollen die US-Mitarbeiterin einer neuen Zentrale zusammenziehen. Sun werde daher zunächst die Marge noch trüben, sagte Knobel.

Das Rekordquartal ermunterte Anleger zwar vorbörslich zum Kauf, bis zum Vormittag spielte sie sich jedoch auf dem zögerlichen Dax-Niveau ein.

Von Juli bis September stieg der Umsatz des Herstellers von Pritt, Schwarzkopf und Persil um 3,4 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. Organisch – also bereinigt um Wechselkurseffekte und Zukäufe – kletterten die Erlöse um 2,8 Prozent. Dazu trugen insbesondere gute Geschäfte in asiatischen Ländern wie Indien, Südkorea und China bei. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) legte um 7,6 Prozent auf 837 Millionen Euro zu und lag damit über den Analystenschätzungen.

Waschen, pflegen, kleben - die Henkel-Welt
Henkel
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Von Düsseldorf aus in die ganze Welt: die Konzenzentrale von oben. Persil kennt in Deutscher praktisch jeder. Doch zu dem Dax-Konzern gehört noch viel mehr ...

Drei Henkel-Welten
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Der Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie Klebstoff-Technologien. Während die Wasch- und Reinigungssparte Henkels Traditionsfeld ist, macht der Konzern den Löwenanteil seines Umsatzes mittlerweile mit seinen Klebstoffen.

Waschen
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Die bekanntesten Waschmittel von Henkel: Persil, Perwoll, Weißer Riese und Spee. Die Traditionsmarke Persil ist eines der Aushängeschilder des Unternehmens und landet bei Verbraucher- und Markenauszeichnungen der Konsumgüterbranche regelmäßig auf Spitzenplätzen.

Spülen
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Die Spülmittel aus dem Hause Henkel heißen Pril und Somat.

(Foto: PR)
Putzen
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Auch die Putzmittel-Klassiker Ata, Biff, Der General, Sidolin, WC Frisch und WC Ente stammen vom Düsseldorfer Konzern.

Haarpflege
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Der zweite Geschäftsbereich umfasst Kosmetik und Körperpflegeprodukte. Die Dauerbrenner in diesem Bereich: Haarpflegeprodukte von Schwarzkopf, mit den Submarken Gliss Kur, Poly Kur und Taft sowie Schauma.

Körperpflege
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Was den Bereich Körper- und Hautpflege angeht, ist Henkel in den Drogerieregalen mit dem Deo Bac, dem Duschgel Fa, den Hautpflegeserien Aok und Diadermine sowie der Zahncreme Theramed gut vertreten.

Vor allem die Waschmittelsparte rund um Persil schraubte die Gewinne in die Höhe. So stieg das bereinigte Ebit allein in dem Bereich um elf Prozent auf 265 Millionen Euro - auch, weil Gewinne von Sun erstmals miteinflossen.

Van Bylen bekräftigte die Prognose, die eine bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von über 16,5 Prozent vorsieht. Im dritten Quartal kletterte sie auf 17,6 Prozent. Beim organischen Umsatzwachstum peilt er ein Plus von zwei bis vier Prozent an. Er räumte allerdings ein: „Das wirtschaftliche Umfeld wird herausfordernd bleiben und die Unsicherheit anhalten.“

Henkel will seine neue US-Tochter Sun Products profitabler machen und greift dafür tief in die Tasche. Die Restrukturierungsaufwendungen würden in diesem Jahr auf 250 bis 300 Millionen Euro von zuvor 150 bis 200 Millionen angehoben, kündigte der Vorstand an. Der Anstieg sei eine Folge der nötigen Strukturanpassungen in Nordamerika infolge des Zukaufs des US-Waschmittelherstellers. Es werde auch Stellenstreichungen geben. Über die Höhe schwieg sich das Management aber noch aus.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

(Foto: dpa)
Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

(Foto: Reuters)
Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

(Foto: ap)
Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

(Foto: Reuters)
Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

(Foto: dapd)
Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

(Foto: dpa)

Henkel hatte im Sommer den kleineren US-Konkurrenten übernommen und einschließlich Schulden rund 3,2 Milliarden Euro dafür gezahlt. Ab September wurde Sun Products in den Konzernabschluss einbezogen. Die operative Marge habe im Waschmittelbereich im dritten Quartal 17,9 Prozent erreicht und liege damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau, teilte Henkel mit. Ohne Berücksichtigung der Akquisitionen wäre die Umsatzrendite stark gestiegen.

Analysten sahen die Ergebnisse für das Quartal weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Fortschritte in den Wachstumsmärkten hätten eine schwächere Entwicklung in den reifen Märkten wettgemacht, urteilte etwa RBC Research. Die DZ Bank weist darauf hin, dass das entscheidendere Event kommenden Donnerstag stattfindet: Dann stellt Van Bylen in Düsseldorf die Ziele für die kommenden vier Jahre vor.

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